Alternative für Deutschland FDP-Landtagsabgeordneter läuft zur Anti-Euro-Partei über

Noch erreicht die AfD in den Wahlumfragen kaum die Fünf-Prozent-Hürde, die sie für den Einzug in den Bundestag bräuchte. Personell hat sie aber jetzt schon von einem Landtagsabgeordneten aus Hessen Verstärkung erhalten.

Der hessische FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Paulus wechselt zur Partei Alternative für Deutschland (AfD). Der 43-Jährige ist nun das erste Mitglied der neuen Partei mit Landtagsmandat. Quelle: dpa

Erstmals wechselt ein FDP-Landtagsabgeordneter zu der Anti-Euro-Partei AfD. Beim Gründungsparteitag des hessischen Landesverbandes der "Alternative für Deutschland" (AfD) erklärte der Parlamentarier Jochen Paulus am Sonntag seinen Wechsel. Sowohl FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn als auch der FDP-Fraktionschef im Wiesbadener Landtag, Wolfgang Greilich, kritisierten Paulus scharf. Dieser habe sein Mandat seit Monaten nicht mehr wahrgenommen, weil er von der Partei nicht wieder nominiert worden sei, sagte Greilich. "Ich erwarte von ihm deshalb den Anstand, spätestens jetzt auch sofort sein Landtagsmandat zurückzugeben."

Die wichtigsten Köpfe in der AfD

Die AfD, die einen Austritt aus dem Euro anstrebt und bei der Bundestagswahl sowie der am selben Tag stattfindenden hessischen Landtagswahl antreten will, wirbt derzeit offensiv um Mitglieder aus anderen Parteien. Bisher konnte sie aber keine hochrangigen Übertritte vermelden.

Die etablierten Parteien sind deswegen zunehmend in Aufruhr - und haben bereits Warnungen auch an ihre Wähler gerichtet. So hatte der Finanzminister Wolfgang Schäuble im Interview mit der WirtschaftsWoche die CDU-Wähler vor einem Wechsel zur Anti-Euro-Partei gewarnt. „Jede Stimme, die wir am Ende bei der Bundestagswahl nicht bekommen, kann die sein, die CDU, CSU und FDP zur Mehrheit fehlt“, sagte Bundesfinanzminister im Interview. „Das muss jeder wissen, und jeder muss sich selbst fragen: Will ich, dass eine andere Regierung gewählt wird?“

Nun wechselt beim Koalitionspartner FDP mit Jochen Paulus das erste Parteimitglied mit einem Landtagsmandat zur AfD.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Auf dem FDP-Bundesparteitag in Nürnberg hatten sich sowohl Parteichef Philipp Rösler als auch Spitzenkandidaten Rainer Brüderle am Wochenende klar zum Euro bekannt. Ansonsten hatten sie die neue Partei weitgehend ignoriert. In der jüngsten Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" kam die AfD nur auf zwei Prozent.

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