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Alternative für Deutschland in der Krise Henkel warnt vor dem Untergang der AfD

Einheits-Euro, Zuwanderung, Islam: Weil in Deutschland darüber nicht offen diskutiert wird, ist die AfD so erfolgreich. Doch es droht Gefahr – auch durch „Pegida“. Ein Gastbeitrag.

Hans-Olaf Henkel: Seit vielen Jahren beklage er das Versagen der deutschen Elite bei der Diskussion um wichtige Themen.

Als Segler vergleiche ich die AfD gern mit einem Schiff. Bei ihrem Parteitag am Wochenende in Bremen soll sich die AfD eine Satzung geben, damit fortan das Steuer von der ruhigen Hand eines Kapitäns geführt werden kann.

Im Überschwang erfolgreicher Wahlergebnisse haben einige Offiziere auf der Kommandobrücke den Kurs des Schiffes nicht mehr an den Sternen, sondern immer öfter an den Lichtern vorbeifahrender Schiffe orientiert (zum Beispiel „Pegida“).

Weitere Griffe in die Speichen des Steuerrades hätten den Schlingerkurs noch verstärkt und unser Schiff in Seenot gebracht. Damit ist es aber noch lange nicht auf Kurs. Wären Versuche erfolgreich, die ganze Mannschaft nach Steuerbord zu lotsen, könnte eine Schlagseite das ganze Schiff gefährden.

In der AfD gibt es konservative – also bewahrende – und liberale – eher reformorientierte – Kräfte, die sich gegenseitig beharken. Die Partei wird sich auf stürmischer See aber nur dann behaupten können, wenn sie keine Schlagseite bekommt. Aktuell heißt das, auch weiterhin „Blinde Passagiere“, die sich zum Beispiel in Gestalt von Ausländer- und Demokratiefeinden an Bord geschlichen haben, im nächsten Hafen wieder abzusetzen.

Es heißt aber auch, gegen die für einige Liberale typische Intoleranz gegenüber Andersdenkenden vorzugehen. So ist nicht jeder, der sich gegen die Homo-Ehe ausspricht, gleich ein Schwulenfeind, und nicht jeder Kritiker eines ausgeuferten „Gender-Mainstreaming“ ein Gegner der Gleichstellung von Mann und Frau.

Dass „reformorientiert“ und „konservativ“ durchaus harmonieren können, erleben die sieben Abgeordneten der AfD heute im Europäischen Parlament. Sie sind Teil der Fraktion, die sich auch so nennt: „Europäische Konservative und Reformer“ (EKR).

Dort sieht kaum jemand einen Widerspruch zwischen notwendiger Kritik an der Europapolitik auf der einen Seite und der Zuwanderungspolitik zum Beispiel auf der anderen. Die Protagonisten beider Richtungen haben eines gemeinsam: Sie lassen sich den Mund nicht mehr verbieten und treten für neue Lösungen alter Probleme ein.


„Scheitert der Euro, scheitert Europa!“

Schon seit vielen Jahren beklage ich das Versagen der deutschen Elite, wenn es um eine ehrliche und unverkrampfte Diskussion dreier Themen geht, die hierzulande mit einem Tabu belegt wurden:

1.) Die Wahrheit über die politischen und ökonomischen Folgen des Einheitseuro.
2.) Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen einer nicht am Interesse des Landes orientierten Zuwanderung.
3.) Die Schattenseiten des Islams, (die man hierzulande höchstens unter vier Augen, am Stammtisch oder von Henryk M. Broder serviert bekommt)

Mit ihrem „Scheitert der Euro, scheitert Europa!“ hat es Angela Merkel meisterhaft verstanden, diejenigen mundtot zu machen, die es wagten, laut über Alternativen zum Einheitseuro nachzudenken. Dass man zwar die Vor-, nicht aber die Nachteile der Zuwanderung diskutieren darf, machte Frau Merkel jedem klar, als sie das Buch Thilo Sarrazins mit ihrer Version einer Bücherverbrennung dem Feuer übergab: „Nicht hilfreich!“.

Anstatt sich mit den menschenverachtenden Folgen des Islam in 55 von 57 muslimischen Ländern und in vielen muslimischen Familien in unserem Land zu befassen, machte sich Frau Merkel die Aussage zu eigen, der Islam (wohlgemerkt: nicht die hier lebenden Muslime) gehöre zu Deutschland.

Diejenigen, die sich heute am lautesten über „Pegida“ aufregen, sind oft dieselben, die gestern am meisten mit ihren Maulkörben zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Noch schlimmer ist, dass es wegen der Tabuisierung in Deutschland bisher zu einer offenen Diskussion über Alternativen zum Einheits-Euro, zur Zuwanderung und zur Auseinandersetzung mit dem Islam nicht gekommen ist.

Die AfD wird zu diesen und allen anderen wichtigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen in ihrem Programm Lösungen vorschlagen. Dabei werden sich weder Konservative noch Liberale scheuen, gemeinsam deutsche Tabus zu knacken.

Wenn der Kapitän auf der Brücke von Offizieren und Mannschaft dabei unterstützt wird, dass die AfD weder nach Steuerbord noch nach Backbord Schlagseite bekommt, dann wird unser Schiff am 15. Februar nicht nur im Hamburger Hafen anlegen, es wird danach in jedem Landtag andocken und spätestens 2017 im Bundestag vor Anker gehen.

Der Autor:
Hans-Olaf Henkel ist Vize-Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD) und sitzt für die Partei im Europaparlament.

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