Altersvorsorge Rücklage der Rentenkasse sinkt bis Ende 2016 um 5,5 Milliarden Euro

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Die Rücklage der Rentenversicherung wird laut einer Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in den Jahren 2015 und 2016 um insgesamt 5,5 Milliarden Euro schrumpfen.

Rente Quelle: dpa

2015 wird die Rücklage nach IfW-Berechnungen um 1,9 Milliarden Euro sinken, 2016 um weitere 3,6 Milliarden. Dies geht nach Informationen der WirtschaftsWoche aus einer Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel hervor.

Grund für die Defizite sind die hohen Kosten des Rentenpakets der großen Koalition, die trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt auf die Rentenversicherung durchschlagen.

Der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld kritisiert das Rentenpaket deshalb deutlich: „Die Mütterrente ist so teuer wie vorhergesagt, und die Rente mit 63 wird so stark in Anspruch genommen wie befürchtet“, sagte er der WirtschaftsWoche. „Das Rentenpaket hat meine Erwartungen voll erfüllt – leider. Es ist eine demografische Zeitbombe.“

Die 10 schlimmsten Fehler bei der Vorsorge
Schlecht informiertDie Deutschen kaufen Autos, Computer, Küchengeräte und gehen auf Reisen. Vor dem Kauf werden oft zahlreiche Testberichte gelesen. Geht es allerdings um Versicherungen und die eigene Vorsorge, sieht dies anders aus. Dabei sind ausreichende Informationen wichtig, um teure Fehlabschlüsse zu vermeiden. Quelle: Institut GenerationenBeratung IGB Quelle: Fotolia
Lückenhafte VorsorgeOft werden einzelne, wichtige Teile der Altersvorsorge vergessen. Dazu gehören: 1) individuelle Vorsorgevollmacht 2) Patientenverfügung 3) Klärung der Finanzen im Pflegefall 4) Testament Quelle: Fotolia
Die falschen Berater„Freunde, Familie und Bekannte in alle Vorsorgefragen einzubeziehen, ist wichtig und stärkt die Bindung zueinander. Doch sich allein auf ihren Rat zu verlassen, wäre fatal“, sagt Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung. Denn nur ausgebildete Finanzberater könnten auch in Haftung genommen werden. Sie sind verpflichtet, alle besprochenen Versicherungen und Vorsorgeprodukte zu dokumentieren. Quelle: Fotolia
Vorsorge ist nicht gleich VorsorgeJeder sollte seine Altersvorsorge an seine eigenen Bedürfnisse anpassen, pauschale Tipps von Beratern oder Freunden taugen in der Regel wenig. Je nach Familiensituation können andere Versicherung und Vorsorgeleistungen wichtig sein. „Vor allem in Patchwork-Situationen oder bei angeheirateten Ehepartnern gelten andere Spielregeln in der Vorsorge", sagt Winkler. Quelle: Fotolia
Schwarze Schafe Deshalb ist bei der Auswahl des Beraters Vorsicht geboten, in der Branche sind schwarze Schafe unterwegs. Geht ein Berater nicht auf die persönliche Situation ein oder preist ein bestimmtes Produkt besonders an, sollten die Kunden hellhörig werden.
Informiert ins GesprächWer Fehlern im Zuge von Falschberatung entgehen will, der muss sich vorher selber informieren. Je besser der Kunde im Beratungsgespräch selber informiert ist, desto eher kann er schlechte Berater enttarnen. Quelle: Fotolia
Vorsorge-FlickenteppichBeraterin Winkler warnt davor, zu viele Verträge bei vielen verschiedenen Beratern abzuschließen. Am Ende drohten Versicherte, den Überblick zu verlieren, besser sei eine ganzheitliche Lösung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist. Quelle: Fotolia

Aufgrund der hohen Ausgaben erwartet der Ökonom bereits in der kommenden Wahlperiode Korrekturen der Rentenpolitik: „Spätestens 2019 wird der demografische Druck so stark sein, dass die künftige Regierung Wohltaten zurückfahren muss. Und diese Korrektur dürfte dann umso deutlicher ausfallen“, sagte Feld.

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