Andrea Nahles Neue Arbeitszeitmodelle sollen erprobt werden

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Arbeitszeitregeln in Deutschland stärker an die digitale Zukunft anpassen.

Die 10 schlimmsten Fehler bei der Vorsorge
Schlecht informiertDie Deutschen kaufen Autos, Computer, Küchengeräte und gehen auf Reisen. Vor dem Kauf werden oft zahlreiche Testberichte gelesen. Geht es allerdings um Versicherungen und die eigene Vorsorge, sieht dies anders aus. Dabei sind ausreichende Informationen wichtig, um teure Fehlabschlüsse zu vermeiden. Quelle: Institut GenerationenBeratung IGB Quelle: Fotolia
Lückenhafte VorsorgeOft werden einzelne, wichtige Teile der Altersvorsorge vergessen. Dazu gehören: 1) individuelle Vorsorgevollmacht 2) Patientenverfügung 3) Klärung der Finanzen im Pflegefall 4) Testament Quelle: Fotolia
Die falschen Berater„Freunde, Familie und Bekannte in alle Vorsorgefragen einzubeziehen, ist wichtig und stärkt die Bindung zueinander. Doch sich allein auf ihren Rat zu verlassen, wäre fatal“, sagt Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung. Denn nur ausgebildete Finanzberater könnten auch in Haftung genommen werden. Sie sind verpflichtet, alle besprochenen Versicherungen und Vorsorgeprodukte zu dokumentieren. Quelle: Fotolia
Vorsorge ist nicht gleich VorsorgeJeder sollte seine Altersvorsorge an seine eigenen Bedürfnisse anpassen, pauschale Tipps von Beratern oder Freunden taugen in der Regel wenig. Je nach Familiensituation können andere Versicherung und Vorsorgeleistungen wichtig sein. „Vor allem in Patchwork-Situationen oder bei angeheirateten Ehepartnern gelten andere Spielregeln in der Vorsorge", sagt Winkler. Quelle: Fotolia
Schwarze Schafe Deshalb ist bei der Auswahl des Beraters Vorsicht geboten, in der Branche sind schwarze Schafe unterwegs. Geht ein Berater nicht auf die persönliche Situation ein oder preist ein bestimmtes Produkt besonders an, sollten die Kunden hellhörig werden.
Informiert ins GesprächWer Fehlern im Zuge von Falschberatung entgehen will, der muss sich vorher selber informieren. Je besser der Kunde im Beratungsgespräch selber informiert ist, desto eher kann er schlechte Berater enttarnen. Quelle: Fotolia
Vorsorge-FlickenteppichBeraterin Winkler warnt davor, zu viele Verträge bei vielen verschiedenen Beratern abzuschließen. Am Ende drohten Versicherte, den Überblick zu verlieren, besser sei eine ganzheitliche Lösung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist. Quelle: Fotolia

Arbeitgeber und Beschäftigte wünschten sich hier mehr Flexibilität, sagte Nahles der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Samstag. Daher werde sie Ende November mit der Vorlage des Weißbuchs "Arbeit 4.0" eine zweijährige Experimentierphase eröffnen. "Wenn die Tarifpartner sich einigen, kann man den Rahmen der bestehenden Gesetze öffnen", erläuterte sie. Dafür müssten aber Bedingungen eingehalten werden: "zwei Jahre befristet, wissenschaftlich begleitet, tarifvertraglich gesichert".

"Wir wollen in Experimentierräumen ausprobieren, ob mehr Flexibilität und Schutz vor Überlastung zusammengehen", sagte Nahles. Es gebe schon viele Bewerbungen aus verschiedenen Branchen. Nur das Handwerk fehle noch. Das Arbeitszeitgesetz werde aber nur geändert, wenn die Experimentierphase ergebe, dass dies sinnvoll und notwendig sei.

"Die gesetzliche Grundlage ist eine Experimentierklausel, die das Kabinett verabschieden wird", erläuterte Nahles. Sie sei sich sicher, dass nächstes Jahr der Startschuss komme. Verbunden sei damit eine Stärkung der Tarifautonomie. "Wer tariflich gebunden ist, wird privilegiert." Vor dem Rentengipfel der Koalition in der kommenden Woche sieht Nahles nach eigenen Worten eine gute Chance, die Rente langjähriger Beitragszahler armutsfest zu machen. Sie werde am Donnerstag im Koalitionsausschuss einen neuen Vorschlag machen für diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet und eingezahlt hätten und trotzdem in der Grundsicherung landeten.

Nahles sagte, sie erwarte nicht, dass bei dem Treffen von der Frage des Rentenniveaus bis hin zum Umgang mit Erwerbsgeminderten und Selbstständigen alles abgehakt werde, aber man könne sich auf Lösungswege verständigen. Die Frage der Ost-West-Rente könne tatsächlich beantwortet werden. "Das wäre ein gutes Signal. Je länger wir das System nicht anpassen, desto absurder wird es", sagte sie.

Nahles warnte zugleich vor einem Überbietungswettbewerb beim Rentenniveau im Wahlkampf. Sie wolle, dass auch in den nächsten Jahrzehnten die Beiträge nicht in den Himmel schössen und das Niveau nicht ins Bodenlose falle. Klar sei, dass jede Verbesserung Geld koste. Jedes Prozent mehr Rentenniveau koste sechs Milliarden Euro zusätzlich im Jahr.

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