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Arbeitsmarkt Staatssekretärin Wöhrl: Mindestlohn kostet 100.000 Zeitarbeitsplätze

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Dagmar Wöhrl (CSU), warnt den Koalitionspartner SPD vor der Einführung eines Mindestlohnes für die Zeitarbeitsbranche.

Dagmar Wöhrl (CSU) Quelle: AP

WirtschaftsWoche: Die SPD fordert die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen für die gut 700.000 Zeitarbeiter in Deutschland. Welche Folgen hätte das?

Wöhrl: Das wäre katastrophal. Aus der Branche hören wir, dass durch die Einführung von Mindestlöhnen in der Zeitarbeit bis zu 100.000 Arbeitsplätze gefährdet wären. Zeitarbeitsfirmen können steigende Lohnkosten kaum auf ihre Kunden überwälzen. Insofern befürchte ich eine ähnliche Entwicklung wie in der Postbranche, in der seit der Einführung des Mindestlohns bereits knapp 60 private Unternehmen aufgeben mussten.

Der Vergleich hinkt. Fallen Zeitarbeit-Jobs weg, steigt in den Firmen der Personalbedarf. Das heißt, die Stellen werden wieder besetzt.

Nicht unbedingt. Bei Gesprächen mit vielen Unternehmen wurde deutlich, dass ohne die flexiblen Möglichkeiten der Zeitarbeit Tätigkeiten ausgelagert, über Werkverträge eingekauft oder ganze Betriebe ins Ausland verlagert würden.

Die SPD argumentiert, ohne den Mindestlohn würde die Zeitarbeit zum Einfallstor für Dumpinglöhne.

Zeitarbeit ist in Deutschland keine Ausbeuterbranche, und auch die Mär vom Lohndumping wird durch ständiges Wiederholen nicht wahrer.

Dagmar Wöhrl (CSU) ist seit 2005 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium.

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