Arbeitszeiten Deutsche arbeiten so viel wie lange nicht mehr

Volle Auftragsbücher bei Unternehmen und viele neue Jobs - das hat im Vorjahr auch die Zahl der Arbeitsstunden in die Höhe schnellen lassen. Mehr als 58 Milliarden Arbeitsstunden verbuchten die Statistiker.

Diese Berufsgruppen arbeiten am meisten
Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer arbeiteten 2015 durchschnittlich 1.657 Stunden Quelle: ZB
ArbeitstageWas sich dagegen viel stärker geändert hat, sind die Tage, an denen gearbeitet wird. Von "Samstags gehört Vati mir" ist in vielen Branchen nichts mehr zu spüren: Im Jahr 2015 arbeitete gut jeder Vierte (26,5 Prozent) ständig oder regelmäßig an Samstagen oder Sonntagen. 20 Jahre zuvor, im Jahr 1996, waren es noch 23,5 Prozent. Bis zum Jahr 2007 war der Anteil auf den bisherigen Höchststand von 27,8 Prozent angestiegen und bis 2015 wieder etwas zurückgegangen. Quelle: dpa
Wohnungsanzeige Quelle: dpa
Ein junger Mann liest kleinen Kindern etwas vor Quelle: dpa
Zwei Männer putzen Fenster Quelle: dpa/dpaweb
Zwei Frauen richten ein Bett in einem Hotel Quelle: dpa/dpaweb
Ein Mann arbeitet an einer Maschine Quelle: dpa
Ein Mann mit einem Teil eines technischen Geräts Quelle: dpa
Zwei Männer sitzen an Laptops Quelle: dpa
Zwei Menschen geben sich über einem aufgeschlagenen Prospekt die Hand Quelle: dpa
Leute bauen etwas Quelle: dapd
Ein Landwirt auf einem Traktor Quelle: dpa
Eine Frau sitzt in einer Bibliothek Quelle: obs

Beschäftigte in Deutschland haben 2013 so viel gearbeitet wie schon lange nicht mehr. Insgesamt verbrachten sie in der Summe 58,072 Milliarden Stunden in Büros, an Werkbänken, auf Baustellen oder an Fließbänden, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berichtete. Das sei 0,2 Prozent mehr Arbeitszeit gewesen als 2012. Mehr gearbeitet worden sei in Deutschland zuletzt im Jahr 1994.

Grund des zum vierten Mal in Folge gestiegenen Arbeitsvolumens sei die Rekordbeschäftigung: Mit 41,841 Millionen Stellen habe es 2013 soviel Arbeitsplätze wie noch nie gegeben. „In Erwartung einer wieder anziehenden Konjunktur haben Betriebe im letzten Jahr trotz nur mäßig gefüllter Auftragsbücher die Beschäftigung weiter erhöht“, erläuterte IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber die erneute gestiegene Zahl der Arbeitsstunden.

Da sich dadurch das Arbeitsvolumen auf mehr Köpfe verteilt habe, sei die durchschnittliche Jahresarbeitszeit allerdings um 0,4 Prozent auf 1388 Stunden pro Kopf gesunken. Vollzeitbeschäftigte arbeiteten im Schnitt pro Jahr 1640 Stunden, Teilzeitbeschäftigte im Schnitt 637 Stunden.

In Arbeit
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Etwas über dem Vorjahresniveau lagen Urlaube und Freistellungen. Die Arbeitsmarktforscher führen dies unter anderem auf die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer zurück. Dadurch hätten viele Menschen vorübergehend nicht zu ihren Arbeitsplätzen gelangen können. Die Zahl der bezahlten Überstunden sank 2013 um 1 Stunde auf 47 Stunden pro Beschäftigtem. Wegen der Grippewelle im Februar und März seien die Beschäftigten auch etwas länger krank gewesen als 2012.

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