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Arbeitszeitverkürzung Politiker und Forscher fordern 30-Stunden-Woche

Weniger Arbeiten bei gleichem Lohn für mehr Jobs: Ein Bündnis aus Wissenschaftlern, Politikern, Gewerkschaftern und Publizisten fordert die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
Supporters of the ultranationalist Bulgarian party Ataka (attack) wave national flags during a anti-government rally in central Sofia, Bulgaria Quelle: dpa/dpaweb
A woman peers through a Romanian flag during a protest against President Traian Basescu in Bucharest, Romania, Quelle: dapd
Die Flagge der Europäischen Union weht neben den Nationalfahnen der EU-Mitglieder Spanien Niederlande, Irland und Griechenland sowie Rumaenien (hinten v. l.), Portugal, Tschechien und Schweden Quelle: dapd
Die deutsche Flagge weht am 09.08.2012 an einem Schiff der Reederei Hiddensee vor der Silhouette der historischen Altstadt von Stralsund Quelle: dpa
Eiffelturm Quelle: gms
Der Dannebrog, die dänische Flagge, weht am 27.06.2012 an einem Ferienhaus in Henne Strand Quelle: dpa
Boddenhafen von Barth Quelle: ZB

„Notwendig ist eine faire Verteilung der Arbeit durch eine kollektive Arbeitszeitverkürzung“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten offenen Brief, der Politik, Gewerkschaften, Verbände und Kirchen zum Handeln auffordert. Zunächst hatten die „taz“ und „Spiegel Online“ darüber berichtet. Die über 100 Unterzeichner des Schreibens, darunter auch die Chefin der Linkspartei, Katja Kipping, sowie die Linke-Wirtschaftsexpertin Sahra Wagenknecht, wollen so die Arbeitslosigkeit in Deutschland und Europa bekämpfen. In dem Brief heißt es weiter, dass Deutschland und die ganze Europäische Union sich in einer schweren ökonomischen und sozialen Krise befinde. Die Arbeitslosigkeit, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit, habe unerträgliche Größenordnungen erreicht. Obwohl in Deutschland die Zahl der Jobs in den vergangenen Jahren gestiegen sei, so sind es doch überwiegend "Kurz-Jobs", die als Lebensgrundlage nicht mehr ausreichen. "Die Bewältigung der Arbeitsmarktkrise erfordert die aktive Beteiligung aller demokratischen Kräfte im Land", schreibt das Bündnis.

Wo die Europäer am längsten arbeiten
Platz 34: Die Niederlande1379 Stunden pro Jahr und Arbeiter. Die Holländer arbeiten im Schnitt 39.0 Stunden pro Woche. Die Arbeitsproduktivität liegt bei 103,5 (Arbeitsproduktivität je geleisteter Arbeitstunde; prozentuale Veränderung relativ zum Vorjahr, Index 2005 = 100) Im Bild: Das Schiff Carsten Maersk fährt in den Hafen von Rotterdam ein. Alle Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2011, Quellen: Eurostat ( Arbeitszeit pro Woche, Arbeitsproduktivität), sozialpolitik-online.de, oecd.org Quelle: REUTERS
Platz 33: Deutschland Die Arbeitnehmer hierzulande haben 2011 im Schnitt 1413 Stunden gearbeitet. Die Arbeitszeit hat hier stetig abgenommen: 1960 arbeiteten die Arbeitnehmer in West-Deutschland 2163 Stunden im Jahresdurchschnitt, 1991 waren es noch 1545 Stunden. Die Produktivität der Arbeit ist allerdings gestiegen. 2011 lag sie bei 106.9 im Vergleich zum Indexjahr 2005. Die Deutschen haben 2011 im Schnitt 40.7 Stunden pro Woche gearbeitet. Quelle: dapd
Platz 31: FrankreichIm größten Nachbarland Deutschlands arbeiteten die Angestellten 2011 im Schnitt 1476 Stunden und 39,5 Stunden pro Woche. Die Arbeitsproduktivität pro geleistete Arbeitsstunde lag bei 104,1 Indexpunkten. Quelle: REUTERS
Platz 29: IrlandDie Arbeitnehmer haben hier im vergangenen Jahr im Schnitt 1543 Stunden und 38,4 Stunden pro Woche gearbeitet, die Arbeitsproduktivität war mit 117,3 Indexpunkten hoch. Quelle: dapd
Platz 28: BelgienDie belgischen Arbeitnehmer verbrachten im Jahr 2011 durchschnittlich 1577 Stunden und 39,2 Stunden pro Woche bei der Arbeit. Die Produktivität der Arbeit lag 2009 zuletzt bei 100,5 Punkten (geschätzt). Quelle: REUTERS
Platz 27: ÖsterreichDie Arbeitnehmer im Alpenland haben 2011 im Schnitt 1599,7 Stunden und 41,8 Stunden pro Woche gearbeitet. Die Produktivität lag bei 108,7 Indexpunkten. Quelle: REUTERS
Platz 24: Vereinigtes KönigreichAuf den britischen Inseln haben die Menschen 2011 im Schnitt 1625 Stunden und 42,2 Stunden pro Woche gearbeitet. Die Arbeitsproduktivität lag bei 102,2 (2009, geschätzt). Quelle: dpa

Arbeitszeitverkürzung sei dabei keine rein tarifpolitische Aufgabe mehr, sondern ein gesamtgesellschaftliches Projekt. Eine faire Umverteilung trage sowohl den Interessen der Beschäftigten als auch den der Arbeitslosen Rechnung. Es sei darüber hinaus könne eine Arbeitszeitverkürzung auch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.

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