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Atomausstieg Sieben Altmeiler sollen nicht wieder ans Netz gehen

Die Bundesumweltminister Röttgen und seine Länderkollegen wollen die sieben ältesten Meiler nicht wieder anschalten. Der Beschluss ist eine Vorentscheidung zum Atomausstieg - aber noch lange nicht das letzte Wort.

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Das Kernkraftwerk Krümmel von Außen Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche

Sieben ältere Atomkraftwerke in Deutschland sollen nach dem Willen der Umweltminister von Bund und Ländern nicht wieder ans Netz. Darauf einigte sich die Umweltministerkonferenz einstimmig bei ihrer Tagung am Freitag in Wernigerode im Harz, wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mitteilte.

Zu dem Beschluss gebe es allerdings eine Reihe von Protokollnotizen aus den Ländern, etwa zur sicheren Energieversorgung. Auch das Atomkraftwerk Krümmel wird demnach nur in den Protokollnotizen genannt. Allerdings haben sich die Minister nicht auf ein Datum für die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke in Deutschland einigen können.

Stattdessen sprach sich die Umweltministerkonferenz für einen „frühestmöglichen gesetzlichen Ausstieg aus der Kernenergie aus“, wie der Sprecher des Umweltministeriums von Sachsen-Anhalt, Detlef Thiel, am Freitag mitteilte.

Stromnetz in Süddeutschland vor kritischer Lage

Die Bundesregierung solle ein „ehrgeiziges und realistisches Konzept vorlegen“. Damit wird mit Spannung der kommende Sonntag erwartet, wenn der Koalitionsausschuss mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über das Ausstiegskonzept beraten will. Bei der Konferenz der Umweltminister waren nach Angaben eines Teilnehmers unter anderem 2017 und 2022 als mögliche Zeitpunkte für den Ausstieg genannt worden.

Mit dem bevorstehenden Aus für die älteren Kernkraftwerke könnte das Stromnetz in Süddeutschland in diesem Winter in eine kritische Lage geraten, warnt indes der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Wenn die Sonne nicht scheine, kein Wind blase und auch noch die belastete Nord-Südleitung ausfalle, würden an einem kalten Wintertag Kapazitäten in einer Größenordnung von rund 1000 Megawatt fehlen, sagte er am Freitag in Bonn. Deshalb wäre es klug, sich für einen solchen Notfall die Option zu erhalten, Kernkraftwerke aus dem Moratorium wieder aufschalten zu können. Andernfalls sei nicht auszuschließen, dass die Netzbetreiber dann gezielt einzelne Großverbraucher vom Netz nehmen müssten.

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