Atommüll Altmaier kalkuliert mit fünf Endlager-Optionen

Bei der neuen Atommüll-Endlagersuche könnten bis zu fünf Standorte in die engere Wahl kommen - das letzte Wort soll aber eine Bund/Länder-Kommission haben. Ein Treffen findet am Dienstag statt.

Kuriose Folgen der Energiewende
Schwierige Löschung von Windrad-BrändenDie schmalen, hohen Windmasten sind bei einem Brand kaum zu löschen. Deshalb lassen Feuerwehrleute sie meist kontrolliert ausbrennen – wie im April in Neukirchen bei Heiligenhafen (Schleswig-Holstein). Quelle: dpa
Tiefflughöhe steigtDie Bundeswehr hat die Höhe bei nächtlichen Tiefflügen angepasst. Wegen Windradmasten kann die Tiefflughöhe bei Bedarf um 100 Meter angehoben werden. Der Bundesverband Windenergie (BWE) begrüßt, dass dadurch Bauhöhen von bis zu 220 Meter realisiert werden können. Die Höhe des derzeit höchsten Windradtyps liegt bei etwa 200 Metern. Quelle: dpa
Dieselverbrauch durch WindräderViele neue Windkraftanlagen entstehen – ohne ans Netz angeschlossen zu sein. Solange der Netzausbau hinterherhinkt, erzeugen die Windräder keine Energie, sondern verbrauchen welche. Um die sensible Technik am Laufen zu halten, müssen Windräder bis zu ihrem Netzanschluss mit Diesel betrieben werden. Das plant etwa RWE bei seinem im noch im Bau befindlichen Offshore-Windpark „Nordsee Ost“. Quelle: AP
Stromschläge für FeuerwehrleuteSolarzellen lassen sich meist nicht komplett ausschalten. Solange Licht auf sie fällt, produzieren sie auch Strom. Bei einem Brand droht Feuerwehrleuten ein Stromschlag, wenn sie ihren Wasserstrahl auf beschädigte Solarzellen oder Kabel halten. Diese Gefahr droht nicht, wenn die Feuerwehrleute aus sicherer Entfernung den Wasserstrahl auf ein Haus richten – aber, wenn sie dabei ins Haus oder aufs Dach gehen. Stromschlagsgefahr gibt es ebenso für Feuerwehrleute, wenn sie nach einem Straßenunfall Personen aus einem beschädigten Elektroauto bergen müssen. Quelle: AP
Störende SchattenWindräder werfen Schatten – manche Anwohner sehen darin eine „unzumutbare optische Bedrängung“, wie es das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ausdrückte. Es gab einer Klage recht, die gegen ein Windrad in Bochum gerichtet war. Im Februar wies das Bundesverwaltungsgericht die Revision des Investors ab. Das Windrad wird nun gesprengt. Quelle: dpa
Gestörte NavigationAuf hoher See wird es voll. Windparks steigern nicht nur das Kollisionsrisiko mit Schiffen. Die Rotoren stören auch das Radarsystem. Der Deutsche Nautische Verein schlägt daher vor, dass Windparks nur genehmigt werden, wenn die Betreiber auch neue Radaranlagen an den Masten installieren. Quelle: dapd
Windrad-LärmWindräder drehen sich nicht nur, dabei machen sie auch Geräusche. Je stärker der Wind, desto lauter das Windrad – und das wollen viele Bürgerinitiativen nicht hinnehmen. Ein Beschwerdeführer aus dem westfälischen Warendorf erreichte im September 2011 vorm Verwaltungsgericht Münster zumindest, dass eine Windkraftanlage nachts zwischen 22 und 6 Uhr abgeschaltet wird. Quelle: dpa

Der Dienstag kann eine Zäsur bilden bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager. Umweltminister Altmaier hat für das womöglich finale Bund/Länder-Treffen einen neuen Entwurf für ein Suchgesetz vorgelegt. Wie viele Standorte geprüft werden, ist aber unklar. Im Rahmen der gesetzlich notwendigen Kostenabschätzung wird - wie bisher auch - im neuen Entwurf für ein Endlagersuchgesetz mit der Prüfung von bis zu fünf Standorten kalkuliert. Letztlich hängt die Zahl aber auch von den Empfehlungen der Kommission ab. Über den neuen Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, soll am Dienstag eine Bund/Länder-Spitzenrunde entscheiden. Die Kosten der Suche nach Alternativen zu Gorleben werden auf zwei Milliarden Euro geschätzt.
Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über den neuen Entwurf berichtet, der aber bei der Zahl möglicher Standorte und Kosten keine Veränderungen gegenüber dem letzten Entwurf aus dem Januar enthält. Durch die vorgeschaltete Arbeit der aus 24 Personen bestehenden Kommission, die die Grundlagen der Suche erarbeiten soll, wird aber erst bis 2031 mit einer Endlagerentscheidung gerechnet. Zuvor war man von einem erfolgreichen Abschluss bis 2029 ausgegangen. Das Suchgesetz soll noch vor der Bundestagswahl beschlossen werden.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) warnte vor Spekulationen über die Zahl der zu prüfenden Standorte. „Da vor Beginn des eigentlichen Standortsuchprozesses eine Bund-Länder-Kommission bis Ende 2015 Grundsatzfragen der Endlagerung erörtern soll, entbehrt es zum jetzigen Zeitpunkt jeglicher Grundlage, über die Zahl zu erkundender Standorte zu spekulieren“, sagte sein Sprecher der dpa. In dem Entwurf wird betont: „Das Gesetz sieht keine konkrete Anzahl von zu erkundenden Standorten vor, so dass für die Kostenschätzung auf Erfahrungswerte aus Deutschland und anderen Ländern (z. B. Schweiz, Schweden und Frankreich) zurückgegriffen werden muss“.
So errechnen sich die geschätzten Gesamtkosten von bis zu über zwei Milliarden Euro: Für die Kostenschätzung werden bei der Prüfung von bis zu fünf Standorten je 100 Millionen Euro angenommen. Am Ende könnten zwei Optionen untertägig erkundet werden.

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