
„Eine pauschale Maut in Form einer Autobahn-Vignette wäre ein guter Anfang“, schreibt ifo-Präsident Hans-Werner Sinn in einem Gastbeitrag in der WirtschaftsWoche. Laut Sinn wären die Gebühren ein probates Mittel, um den volkswirtschaftlichen Schaden, der jährlich durch Staus auf Deutschlands Straßen entsteht, einzudämmen.
Diesen Schaden beziffert er auf 126 Milliarden Euro. Laut ADAC gab es 2012 knapp 285.000 Staus in Deutschland, die Autofahrer verbrachten in diesen Staus rund 4,9 Milliarden Stunden.





„Die Maut verschafft dem Staat Einnahmen zur Beseitigung der Verkehrsengpässe und erhöht die Kapazität der vorhandenen Straßen. Es müssen keine Straßen neu gebaut werden, weil der Verkehr zurückgedrängt und entzerrt wird“, so Sinn. Die derzeit „chaotischen“ Zustände auf Deutschlands Straßen kritisiert der ifo-Präsident heftig: „In der Tat herrscht auf den Straßen das kommunistische Prinzip, dass knappe Waren nicht über Preise, sondern Warteschlangen zugeteilt werden.“
Das deutsche Mautsystem für Lkws hält Sinn für „technologisch perfekt“: „Die Abrechnung des Straßenverkehrs ist so einfach wie die Abrechnung des Telefonverkehrs.“ Deshalb schlägt Sinn vor, statt einer pauschalen Maut „ein System von zeit- und wegstreckenabhängigen Tarifen zu errichten.“ Dies könnte „ teils für den Straßenbau, teils für die Senkung der Kfz-Steuer“ verwendet werden.