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Barmer-Arzneimittelreport Großteil der Arzneikosten entfällt auf immer kleinere Patientengruppe

Großteil der Arzneikosten entfällt auf immer kleinere Patientengruppe Quelle: dpa

Im vergangenen Jahr verursachten 2,7 Prozent der Versicherten die Hälfte aller Medikamentenausgaben. Die Mehrausgaben für eine immer kleiner werdende Gruppe hat einen Grund.

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Die Krankenkassen geben immer mehr Geld für die Arzneimittel einer immer kleineren Gruppe der Versicherten aus. Dies geht aus dem am Donnerstag in Berlin vorgelegten Arzneimittelreport der Barmer hervor. Wahrend im Jahr 2010 die Behandlung von 4,6 Prozent der Versicherten die Hälfte der Arzneiausgaben ausmachte, waren es 2017 nur noch 2,7 Prozent der Versicherten, deren Therapie zu 50 Prozent aller Medikamentenausgaben der Kasse führte. Berücksichtige man auch die Ausgaben für Rezepturarzneimittel, die individuell für einzelne Patienten in Apotheken hergestellt werden, so seien es sogar nur 1,9 Prozent der Versicherten, heißt es in dem Report.

Wesentliche Ursache seien neue Arzneimittel, die jährlich häufig mehr als 100.000 Euro pro Patient kosteten. Notwendig ist laut Barmer eine Diskussion über den Nutzen bekannter und neuer Arzneimittel sowie insbesondere über die Preisbildung neuer Medikamente. Dies gelte vor allem dann, wenn tatsächliche Arzneimittelinnovationen "zu einer Quasi-Monopolstellung" eines Pharmaunternehmens führten.

Laut einer Analyse der Barmer hat jeder fünfte Bundesbürger im Jahr 2016 fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen. Es sei für Ärzte enorm schwierig, den Überblick zu behalten und Wechselwirkungen zu vermeiden, sagte Barmer-Chef Christoph Straub. "Fehlende Verfügbarkeit wichtiger Informationen für Behandlungsentscheidungen, Sprachbarrieren oder unvollständige Medikationspläne können zu vermeidbaren Risiken bei der Arzneimitteltherapie führen."

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