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BER-Zeitplan Eröffnungstermin für Hauptstadtflughafen bleibt in der Schwebe

Der geplante Zeitplan für die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens wackelt. Aus Ende 2017 kann auch Anfang 2018 werden. Die Betreiber wiesen die Verantwortung dafür anderen zu.

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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (l, SPD) und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH, Karsten Mühlenfeld nach einer Sitzung des Aufsichtsrats Quelle: dpa

Eine Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Ende 2017 wird immer unsicherer. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) betonte am Freitag nach der Sitzung des Aufsichtsrats zwar, dass er am geplanten Zeitplan festhalte. „Ich streite mich aber zum Schluss nicht um vier Wochen. Bei all dem, was wir hinter uns haben mit diesem Projekt, glaube ich wirklich, kommt es nicht darauf an, ob es der Dezember '17 oder der Januar '18 ist.“ Eine Garantie, dass der Airport wie vorgesehen Ende 2017 an den Start gehen kann, hätten ihm die Betreiber in der Sitzung nicht gegeben.

Die Flughafengesellschaft sei zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr allein Herr des Verfahrens, erklärte der Aufsichtsratschef. „Wir sind an einem Punkt, wo wir abhängig sind von den Genehmigungen anderer Behörden.“ Gemeint ist an vorderster Stelle das Bauordnungsamt des Flughafen-Landkreises Dahme-Spreewald, das weitere notwendige Genehmigungen für den Umbau der komplexen Brandschutzanlage erteilen muss.

Pannenflughafen BER soll erst 2018 öffnen
Seit 2006 wird der künftige Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ schon gebaut Quelle: dpa
09. März 2016Die für Ende 2017 geplante Eröffnung des  Hauptstadtflughafens BER ist nach Informationen des "Tagesspiegels" wegen neuer Probleme beim Brandschutz gefährdet. Das Bauordnungsamt habe für den Umbau der Brandschutzanlage weitere Nachweise sowie Nachbesserungen an den Unterlagen gefordert, hieß es. Das könnte auch zusätzliche Bauarbeiten im Terminal nach sich ziehen, wie aus einem internen Schreiben des Flughafen-Technikchefs Jörg Marks hervorgeht. "Wir müssen die Anforderungen des Bauordnungsamts einbeziehen und sehen, wie wir die Nachbesserungen umsetzen können", sagte Flughafensprecher Daniel Abbou der Nachrichtenagentur dpa. Quelle: dpa
4. November 2015Am neuen Hauptstadtflughafen haben Firmen in den vergangenen Jahren Mitarbeiter zu Unrecht als Brandschutz-Fachleute ausgegeben. Kontrollen der Flughafengesellschaft hätten ergeben, dass die notwendigen Nachweise für die Fachkunde fehlen, teilte der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit. In seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Piratenpartei sprach er von Einzelfällen im niedrigen einstelligen Bereich seit 2012. Müller ist Aufsichtsratschef der staatlichen Flughafengesellschaft. Er berief sich auf Angaben der Geschäftsführung um Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Demnach werden die Eignungsnachweise bei der Vergabe von Aufträgen überprüft, danach bei Personalwechseln und besonders seit August 2014 auch bei Audits. Probleme mit dem Brandschutz, etwa auch wegen überbelegter Kabeltrassen, hatten das Projekt weit zurückgeworfen. Quelle: dpa
Flughafen Berlin Brandenburg Quelle: dpa
21. August 2015Die Baufirma Imtech muss Insolvenz anmelden - und den Flughafen wirft das in seinem Zeitplan weiter zurück. Nach Einschätzung der verantwortlichen Taskforce ist es durch die Insolvenz der Gebäudetechnikfirma bisher zu einer Verzögerung der Eröffnung von zwei bis drei Wochen gekommen. Gleichwohl sieht die Flughafengesellschaft die Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017 „zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Erkenntnisse“ nicht gefährdet. Bis Ende September solle die sogenannte Meilensteinplanung überarbeitet werden. Die Insolvenz habe zu einem „deutlichen Rückgang“ der Mitarbeiterzahlen geführt, so die Flughafengesellschaft. Imtech und eine mitbeteiligte Firma hätten jedoch zugesagt, die Mitarbeiterzahlen schnellstmöglich wieder hochzufahren, um die zeitlichen Auswirkungen „weitestgehend zu begrenzen“. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen Quelle: dpa
Karsten Mühlenfeld Quelle: dpa

In dieser Woche sei der Flughafen zudem von Anforderungen des Eisenbahnbundesamts und der Deutschen Bahn überrascht worden, sagte Müller. Sie betreffen den Brandschutz am Übergang vom Terminal zum unterirdischen Flughafenbahnhof. Die Auswirkungen wolle er in direkten Gesprächen mit den Behörden klären.

Nach den Worten von Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld beziehen sich die Anforderungen auf die Frage, wie viele Züge den Tunnel auf einmal und mit welcher Geschwindigkeit durchfahren dürfen und wie sich dieser Verkehr auf die Entrauchung des darüber liegenden Geschosses auswirkt. „Da wurden konkrete Vorgaben gemacht, die höher waren als die, die wir bisher hatten“, sagte Mühlenfeld.

Jetzt gehe es darum, diese Anforderungen in Simulationsrechnungen mit zusätzlichen Anforderungen an den Betrieb der Bahn zu prüfen. „Das Gebäude ist neu, und es ist bislang nicht noch nicht gesetzlich geprüft, wie man einen Tunnel anlegt, der unter einem Flughafen liegt“, ergänzte der Manager.

Im Streit um den Standort des künftigen Regierungsterminals hat der Aufsichtsrat im Grundsatz eine Einigung gefunden. Aus sechs Varianten habe man eine Grundlage für alle weiteren Beschlüsse ausgewählt, sagte Müller.

Variante 5a sehe vor, dass der Protokollbereich für Staatsgäste rund fünf Jahre nach der Eröffnung des Großflughafens in Betrieb gehen kann, erläuterte Flughafenchef Mühlenfeld. Die Flächen dafür, die der Flughafen für zivilen Verkehr beansprucht hatte, sollen dem Bund demnach Stück für Stück übergeben werden. Gleichzeitig werden zusätzliche Stellplätze für Flugzeuge gebaut.

Der dann drittgrößte deutsche Flughafen sollte eigentlich 2011 in Betrieb gehen. Vier Eröffnungstermine sind bereits geplatzt, weil die Brandschutzanlage nicht funktionierte und andere Mängel im Abfertigungsgebäude zu Tage traten.

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