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Berlin intern Bürgernähe aus der Ferne

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Die wöchentliche Weihnachtsansprache

Für die Politik hat der direkte Draht zum Bürger einen enormen Vorteil: Kein Journalist stört mehr mit kritischen Fragen, kein Fernsehreporter kann halbe oder ganze Sätze wegschneiden, auch die platteste Propaganda findet ungehindert den Weg in Ohr, Auge und Hirn des Untertanen. Es ist zwar nicht der große Bruder, der alles beobachtet. Aber die große Schwester kann die Bürger berieseln. Und den Journalisten ärgert, dass er da nicht mehr gebraucht wird.

Jeden Samstag stellt das Presseamt einen neuen Video-Podcast ins Netz. Mal präsentiert die Kanzlerin die neue Landebahn des Frankfurter Flughafens, die sie eröffnet, mal bemüht sie sich, ein neues Gesetz oder die Bankenrettung zu erläutern. Es ist eine Art wöchentliche Weihnachtsansprache, nur etwas besinnungslos.

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Ausgedacht hat sich das permanente Regierungs-Erklären der damalige Journalist und heutige Unternehmensberater Wolfgang Stock. Acht Wochen lang durfte er das Pilotprojekt betreuen, dann ging er bei der Vergabe des eigentlichen Auftrags leer aus. Den Zuschlag erhielt ein Unternehmen, in dem der Schwiegersohn von Edmund Stoiber tätig war. Chef des Bundespresseamtes war damals Ulrich Wilhelm, einst Stoibers Regierungssprecher in Bayern und heute Intendant des Bayerischen Rundfunks.

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