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Berlin intern

In der Politik wimmelt es von Familien-Banden

Cordula Tutt
Cordula Tutt Autorin Wirtschaft & Politik (Berlin)

Familien-Politik mal anders: Wenn Väter und Töchter, Brüder und Ehefrauen aus einer Sippe im Parlament mitmischen, stellt das die Verhältnisse auf die Probe.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (links) mit seinem Bruder Siegfried  Quelle: dpa

Schlimmstenfalls bleiben Narben für immer, wenn sich zwei aus einer Politiker-Sippe verkrachen. Die Brüder Volker und Siegfried Kauder zeigen es. Dem Älteren, Unionschef im Bundestag, bleibt eine Wunde, weil er den Jüngeren, Mitglied seiner Fraktion, nicht zur Vernunft brachte. Siegfried ist politisch kaum wiederzubeleben, die CDU betreibt seinen Ausschluss. Er war im Schwarzwald-Stimmkreis abgesägt worden und trat als „Unabhängiger“ gegen den neuen CDU-Kandidaten an.

In der Politik wimmelt es von Familien-Banden. Wer als Kind unterm abwesenden Vater leidet, merkt später, dass ihn die Politik selbst gepackt hat. Es nervt, dass der Vorfahr einem im Nacken und Namen sitzt. Doch überwiegen die Vorteile. Frühe Wahl-Touren oder geübtes Händeschütteln mit Polit-Prominenz sind ein klarer Vorsprung.

Oft vererben Eltern den Hang zum Mandat. Man könnte es das Familienmodell der Union nennen. Da gibt es die bayrischen Dynastien der Strauß’, der Goppels, der zu Guttenbergs oder der Rainers (zu diesem Clan später). Bundesministerin Ursula von der Leyen und Ex-Ministerpräsident Roland Koch sind Kinder von CDU-Größen. Sohn Philipp der Ex-CDU-Abgeordneten Vera Lengsfeld rechnet sich nun Bundestags-Chancen aus. Tankred, Sohn der früheren Kandidatin als Bundespräsidentin, Dagmar Schipanski, ist schon angekommen. Wolfgang Schäuble und Schwiegersohn Thomas Strobl sitzen dort seit Jahren für die CDU.

An politischen Paaren mangelt es nicht, es ist eher das rot-grüne Modell. Doris Schröder-Köpf startete ihre SPD-Karriere nach dem Rückzug von Mann Gerhard. Michelle Müntefering steuert nach Gatte Franz in den Bundestag. Die Grünen bieten Boris Palmer und Franziska Brantner, er Tübinger OB, sie bald wohl MdB, oder Kerstin Andreae im Bundestag und Volker Ratzmann, früher Berliner Fraktionschef.

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