WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen
Berlin intern

Studiengebühren lassen Stanford strahlen

Seite 2/2

Studiengebühren als Mittel des sozialen Ausgleichs

Studium in Italien erstaunlich teuer
EnglandEnglische Universitäten sind am teuersten. Bis zu 11.500 Euro müssen Studierende pro Studienjahr zahlen. Bislang mussten Studierende in England, Wales und Nordirland für einen grundständigen Bachelor-Studiengang jährlich maximal 4200 Euro bezahlen. Ab 2012 können zwischen etwa 7.500 und 11.200 Euro verlangt werden. Ein nationales Stipendienprogramm soll vor allem Studierende mit wenig Einkommen unterstützen. Grundsätzlich erhalten Studierende in England - wie in Deutschland - ein Darlehen, das es ihnen ermöglicht die Gebühren zu zahlen. Zurückzahlen müssen sie sie erst, wenn sie eine relativ gut bezahlte Stelle gefunden haben. Quelle: REUTERS
LiechtensteinVor idyllischer Kulisse ist das Studium in Liechtenstein eines der teuersten in Europa. Pro Jahr müssen alle Studierenden aus dem In- und Ausland etwa 1240 Euro pro Jahr bezahlen. Die staatliche Hilfe beträgt maximal 20.700 Euro, von denen 40 bis 60 Prozent Zuschüsse sind, der Rest Darlehen. Quelle: gms
Universität Bologna Quelle: Creative Commons-Lizenz
Universitätsbibliothek Sofia Quelle: dpa
Firmenschild der Universität Sorbonne Quelle: Presse
PortugalDie Gebühren für das Bachelor-und das Masterstudium sind weitestgehend gleich und liegen bei mindestens 631 Euro und maximal bei 999,71 Euro. Die Höhe wird jedes Jahr vom Bildungsministerium bestimmt und wird unter anderem von der Inflation beeinflusst. Stipendien können auf Basis des Nutzens und der Leistung berechnet werden. Das Begabtenstipendium beträgt 2425 Euro. Quelle: dapd
Universität Sofia Quelle: dpa

Nicht nur aufgrund der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit, sondern auch, weil die Hochschule mit dem zauberhaften Campus seit je die Gründung von Unternehmen aus dem Wissenschaftsbetrieb unterstützt. Deutsche Universitäten schufen dafür erst in den letzten Jahren Fonds.

In Stanford sind die Studiengebühren happig: 40 000 Dollar pro Jahr. Solche Zahlen nehmen Gebühren-Kritiker hierzulande gern als Totschlagsargument. Doch Gerhard Casper, Verfassungsrechtler aus Hamburg und von 1992 bis 2000 Präsident der Stanford University, mag daran nichts Abschreckendes finden – und schon gar nichts Unsoziales: 90 Prozent der jungen Leute erhalten einen Zuschuss oder gar ein Vollstipendium aus der Uni-Kasse.

Und er legt Wert darauf, dass die Abfrage der finanziellen Verhältnisse der Eltern erst nach der Auswahl der Studenten erfolge. Für Casper sind Studiengebühren deshalb kein Mittel der Selektion, sondern des sozialen Ausgleichs: „Wir nehmen eine Vermögensumverteilung vor: Wir nehmen Geld von denen, die es sich leisten können, und geben es den Ärmeren.“ Das würde sich in Deutschland nicht einmal ein Liberaler trauen zu sagen.

Deutschland



Hier läuft die Debatte umgekehrt: Die Gebührenfans müssen sich selbst bei 500 Euro pro Semester rechtfertigen – eine Summe, die etliche Studenten gern für die Reise in den Ferien ausgeben und manche Kita von betuchten Eltern im Monat verlangt.

Das Motto der Universität in Stanford, von Ulrich von Hutten entlehnt, hat Rösler übrigens gefallen. „Die Luft der Freiheit weht.“ So steht es bis heute im Universitätswappen – auf Deutsch, wohlgemerkt. Nur mit den deutschen Hochschulen hat es nicht so viel zu tun.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%