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Berlin intern

Piraten retten Merkel

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Vertraute Regierung in Krisenzeiten

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel, der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa

Genau da setzt die Hoffnung der Unionsleute an. Da sie mit dem einstigen Traumpartner FDP – auch dank eigenen Stänkerns – einen Albtraum erleben, würden sie sich gern zu den Sozialdemokraten retten. Die schwarz-rote Zweckgemeinschaft haben CDU- und CSU-Abgeordnete in noch besserer Erinnerung als die Genossen.

Die SPD setzt derzeit auf die Kraft der Autosuggestion. Der Vorsitzende Sigmar Gabriel, aber auch Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück haben ihrer Truppe eine Zuversicht eingeredet, die nicht so recht zu den Umfrageresultaten passen will. Die SPD steht im Mittel aller Meinungsforschungsinstitute zwar besser als bei der letzten Wahl, aber immer noch knapp unter 30 Prozent. Derzeit käme die Neuauflage der Zwergelefanten-Hochzeit unter schwarzer Führung. Seit der Bundestagswahl liegen CDU und CSU kontinuierlich vor den Genossen.

Die Sehnsucht nach Neuem

Auch neigt der Wähler in Krisenzeiten zur vertrauten Regierung, das spricht für Miss Europa. Die SPD müsste sogar darauf setzen, dass Angela Merkel Regierungschefin bleibt. Denn je länger die Kanzlerin regiert, desto größer wird die Sehnsucht nach einem neuen Gesicht, der Wunsch nach – auch parteipolitischer – Abwechslung. So kam schon Gerhard Schröder nach 16 langen Kohljahren an die Macht.

Die beste Chance für die SPD: ein Kanzlerkandidat Steinbrück. Nur ihm könnte es gelingen, weit im bürgerlichen Lager zu wildern. Das brächte der einstigen Arbeiterpartei selbst dann Vorteile, wenn sie am linken Rand ein paar Stimmen einbüßte – entscheidend wäre, dass der direkte Großkonkurrent geschwächt wird. Auf dem Parteitag demonstrierten die Delegierten jedoch, wem sie folgen. Während sie nach Gabriels Rede begeistert aufgesprungen waren, lieferten sie bei Steinbrück den freundlichen, aber nicht jubelnden Beifall sitzend ab – so lange, bis sich der Vorsitzende nach längerer Zeit erhob. Die SPD und ihr Chef haben es selbst in der Hand, ihre Aussichten zu verbessern.

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