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Bertin Eichler "Am Geld wird ein Arbeitskampf nicht scheitern"

Der IG-Metall-Finanzchef warnt: Die Streikkasse sei so gut gefüllt, dass die Arbeitgeber in der anstehenden Tarifrunde nicht darauf hoffen sollten, dass der IG Metall finanziell die Puste ausgeht.

Bertin Eichler Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Eichler, die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde gut 6,5 Prozent mehr Geld fordern. Macht Sie das nervös?

Eichler: Nein, wieso?

Weil bei einer solch hohen Forderung die Gefahr eines Streiks steigt – den Sie als Finanzchef finanzieren müssten.

Zunächst mal: Die endgültige Lohnforderung beschließen wir erst Mitte Februar. Und um unsere Streikkasse machen Sie sich mal keine Sorgen.

Wie viel ist denn da drin?

Das ist und bleibt geheim. Ansonsten würden wir für die Arbeitgeber berechenbar.

Bildergalerie: Der Tarifkalender 2012

Der Tarifkalender 2012
Ein Postbote fährt mit seinem Fahrrad die Post aus. Quelle: dpa
Eine Kundenberaterin der Sparkasse berät eine Frau über Geldanlagen Quelle: dpa
Ein Hausarzt nimmt in seiner Praxis einem Patienten Blut ab. Quelle: dpa
Eine Auswahl von Mobilfunk-Telefonen iin einem "T-Punkt" Quelle: AP
Ein Polizeibeamter vor der neuen Präsenzwache Marstall in Hannover Quelle: dpa
Ein Busfahrer vor stehenden Bussen Quelle: REUTERS
Eine Erzieherin mit vier Kindern in einer Kindertagesstätte Quelle: dpa

Es gibt Schätzungen, wonach es sich um über eine Milliarde Euro handelt.

Kein Kommentar. Sie können gern jede Zahl schreiben, die Ihnen einfällt. Es ist kein Geheimnis, dass die IG Metall seit 20 Jahren auch in schlechten Zeiten 15 Prozent ihrer Beitragseinnahmen in die Rücklagen steckt – aus denen unter anderem der Streikfonds gespeist wird.

Anders gefragt: Wie lange können Sie einen flächendeckenden Streik in der Metallindustrie finanziell durchhalten?

Sehr lange. Die Streikkasse ist so gut gefüllt, dass die Arbeitgeber in der anstehenden Tarifrunde nicht darauf hoffen sollten, dass der IG Metall finanziell die Puste ausgeht. Am Geld wird ein Arbeitskampf mit Sicherheit nicht scheitern.

Was kostet Sie ein Streiktag im Schnitt?

Das hängt natürlich von der Zahl der Teilnehmer ab. Das Streikgeld, das die IG Metall zahlt, richtet sich nach der Höhe des Mitgliedsbeitrags und der Dauer der Mitgliedschaft. Wer bei uns mindestens 60 Monate lang Beiträge gezahlt hat, erhält das 14-Fache seines Durchschnittsbeitrags. Macht pro Woche rund 400 Euro. Für Warnstreiks gibt es nichts.

Wenn also bei Daimler in Untertürkheim eine Woche die Bänder stillstehen...

...kostet uns das bei 20.000 Streikenden gut acht Millionen Euro an Streikunterstützung.

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