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Berufsausbildung Das Leerstellen-Problem

Quelle: dpa

Wie schlägt sich die Coronakrise auf die Ausbildungsbereitschaft nieder – und was hindert speziell mittelständische Betriebe daran, (mehr) Azubis einzustellen? Antwort gibt eine exklusive Unternehmerumfrage.

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Der Fachkräftemangel in Deutschland schlägt zunehmend auf den Ausbildungsmarkt durch – vor allem im Mittelstand. Gut die Hälfte der Betriebe findet keine Bewerber mehr für offene Lehrstellen, ein gleicher Anteil beklagt eine vielfach schlechte Vorbildung von Bewerbern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Verbände Die Familienunternehmer und die Jungen Unternehmer exklusiv für die WirtschaftsWoche.

Als weitere Hürden, Azubis einzustellen, nennen die über 800 befragten Firmenchefs eine drohende Abwerbung des Nachwuchses nach der Lehrzeit (17 Prozent) und die Unsicherheit durch die Coronakrise (16 Prozent). Die Ausbildungskosten sind hingegen nur für sieben Prozent ein Problem. 20 Prozent sehen aktuell gar keine Hindernisse.

„Die Verantwortung zur Verbesserung der Ausbildungssituation liegt eindeutig bei der Bildungspolitik“, sagt Reinhold von Eben-Worlée, Präsident der Familienunternehmer. „Immer noch verlassen zu viele Schüler mit nur mangelnden Grundkenntnissen oder sogar ohne Abschluss die Schule. Hier bedarf es endlich einer besseren individuellen Förderung.“ Die duale Ausbildung müsse zudem „als legitime und anerkennenswerte Alternative zum Studium wieder mehr Beachtung im Unterricht finden“.



Mit Blick auf eine mögliche vierte Coronawelle im Herbst fordert Eben-Worlée von der Politik, alles dafür zu tun, dass „der Präsenzunterricht nach dem Sommer deutschlandweit wieder der Regelfall ist. Unsere Gesellschaft darf sich nicht damit abfinden, dass viele Schüler durch den eingeschränkten Unterricht gravierende Lernrückstände haben“.

Im neuen Ausbildungsjahr, das im September beginnt, wollen laut Umfrage gut die Hälfte der befragten Unternehmen die Zahl ihrer Azubis konstant halten (sofern sie Ausbildungsbetrieb sind). 17 Prozent wollen die Zahl sogar erhöhen. 14 Prozent planen, angesichts der vielfach schwierigen Rahmenbedingungen in diesem Jahr weniger Auszubildende einzustellen.



Mehr zum Thema: Der Arbeitsmarkt entspannt sich, der Fachkräftemangel in vielen Branchen nimmt zu. Zugleich dürfte die steigende Inflation die Gewerkschaften aggressiver machen. Nach der Coronakrise spricht vieles für einen Lohnschub in der deutschen Wirtschaft.

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