Betreuungsplatz Immer mehr Kinder besuchen eine Kita

Seit Kleinkinder einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, nutzen Eltern verstärkt die Chance, ihren Nachwuchs in die Kita zu schicken. Die Bundesregierung verspricht Verbesserungen, auch in den Randzeiten.

Wo Mütter richtig schlecht leben
Somalia (Rang 178)Gewalt, Konflikte und Naturkatstrophen – am schwersten treffen sie die Ärmsten. Somalia befindet sich mit Rang 178 auf dem untersten Platz des Welt-Mütter-Reports von der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“. Mangelernährung und Infektionskrankheiten sind in dem afrikanischen Staat weit verbreitet. Die Mehrheit der Bevölkerung hat nicht einmal Zugang zu sauberem Trinkwasser, geschweige denn medizinischer Versorgung. Das Sterberisiko von Müttern und ihren Kindern ist deshalb gerade in fragilen Umfeldern besonders hoch. In Somalia liegt die Säuglingssterblichkeit 2014 bei 100,14 von 1.000 Geburten. Die Bewertungsgrundlagen des jährlichen Reports sind die Gesundheit von Müttern, Kindersterblichkeit, Einkommen, Schulbildung und der gesellschaftliche Status von Frauen. Quelle: dpa
Demokratische Republik Kongo (Rang: 177)In der demokratischen Republik Kongo wurden Frauen und Kinder während des Bürgerkrieges schrecklich misshandelt. Doch die Todesraten sind außerhalb der Konfliktzonen fast ebenso hoch wie in den Krisengebieten. Denn die meisten Menschen in der DR Kongo sterben an Malaria, Lungenentzündungen, Durchfallerkrankungen oder Mangelernährung. Todesursachen also, die mit der richtigen medizinischen Versorgung behandelbar und damit vermeidbar wären. Aber in vielen Gesundheitseinrichtungen fehlen gut ausgebildete Fachkräfte und medizinisches Versorgungsmaterial. Selbst Strom und Wasser sind dort zum Teil rar. Besonders hart treffen die Krankheiten Kinder. Nahezu die Hälfte von ihnen stirbt vor ihrem fünften Geburtstag. Doch in der DR Kongo gibt es Hoffnung auf bessere Umstände. Beispielsweise unterstützen lokale Nichtregierungsorganisationen Vergewaltigungsopfer in Krisengebieten und bieten medizinische Versorgung an. Quelle: dpa
Mali (Rang: 175)Auch Mali befindet sich unter den letzten zehn Ländern des Welt-Mütter-Rankings. Obwohl die Regierung sich mittlerweile dagegen einsetzt, werden fast alle Mädchen des westafrikanischen Staats beschnitten. Oftmals werden dafür bloß unsterile, grobe Werkzeuge verwendet und der Eingriff wird ohne Betäubung durchgeführt. Für die Mädchen bedeutet das lebenslange Schmerzen und Qualen. Die Säuglingssterblichkeitsrate ist in Mali ebenfalls besonders hoch. Sie liegt bei 104,34 von 1.000 Geburten. Quelle: REUTERS
Guinea-Bissau (Rang: 174)Sie tragen bunter T-Shirts mit leuchten Farben, doch die Gesichter der Frauen aus Guinea-Bissau malen ein anderes Bild der Realität. Die medizinische Versorgungslage des afrikanischen Staates ist schlecht. Es gibt zu wenig Ärzte, die Lebenserwartung liegt bei knapp 50 Jahren und von 1000 Geburten sterben rund 91 Kinder vor ihrem ersten Lebensjahr. Im Bild erklärt ein Soldat den Frauen gerade, wie sie ihre Hände mit dem lokalen Desinfektionsmittel aus Chlorbleiche waschen müssen. Der Anfang einer dauerhaften Veränderung der Lebenssituation in den fragilen Staaten besteht laut dem Welt-Mütter-Report in einer Stabilisierung der staatlichen Situation und zugänglicheren Gesundheitssystemen. Quelle: dpa
Zentralafrikanische Republik (Rang 173)Gegen Krankheiten wie Malaria, Lepra und die Schlafkrankheit hat das Gesundheitssystem des Binnenstaates keine Chance. Ein Großteil der Bevölkerung ist zudem mit HIV infiziert. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist entsprechend gering. Sie liegt 2014 bei nur 51,35 Jahren. Das größte Risiko für Mütter und Kinder liegt in Afrika. Fast ein Drittel aller Weltkindstode fällt laut dem Welt-Mütter-Report auf die unsicheren Regionen in West- und Zentralafrika. Quelle: dpa
Sierra Leone (Rang: 172)Von 1999 – 2000 herrschte in Sierra Leone Bürgerkrieg. Selbst vor dem Einsatz von Kindersoldaten wurde in dieser Zeit nicht zurückgeschreckt. Nach dem Bürgerkrieg zeichneten sich in Sierra Leone allerdings positive Entwicklungen an. 2009 beschrieb Amnesty International die Sicherheitslage als stabil. Im Bericht von 2012 wies Amnesty International jedoch auf die noch immer schwierige Situation von Frauen in Sierra Leone hin. Schlechte medizinische Versorgung für Mütter und Gewalt gegen Frauen und Mädchen seien weit verbreitet. Quelle: AP
Nigeria (Rang: 171)In Nigeria wurden erst kürzlich über 200 Mädchen entführt. Die Entführer sind offenbar Mitglieder der Terrorgruppe Boko Haram. Ihr Anführer, Abubakar Shekau, hat damit gedroht, die Mädchen zu verkaufen. Grund für die Entführung ist vermutlich, dass die Mädchen keine Ausbildung erhalten sollen. Die Frauen protestieren für die Schülerinnen. Der dramatische Vorfall zeigt, wie instabil Nigeria noch immer ist und dass Frauenrechte dort noch längst keine Selbstverständlichkeit sind. Quelle: AP
Tschad (Rang 170)Der Binnenstaat in Zentralafrika befindet sich ebenfalls unter den zehn letzten Plätzen des Welt-Mütter-Reports. Der Kampf gegen Kinderhandel dauert hier noch immer an. Auch Vergewaltigungen an Frauen und Mädchen sind in Tschad keine Seltenheit. Das Gesundheitssystem des Landes ist ebenfalls marode. Vor allem Schwangere haben kaum Zugang zu Geburtshilfe und vorgeburtlichen Untersuchungen. Quelle: dpa
Elfenbeinküste (Rang 169)Zu den häufigsten Krankheiten an der Elfenbeinküste gehören, Malaria, Hepatitis, Cholera und Typhus. Ein Grund dafür ist, dass es kaum sauberes Trinkwasser gibt. Dazu kommt, dass durch den Bürgerkrieg viele medizinische Einrichtungen zerstört oder geplündert wurden. Werdende Mütter haben für ihre gesundheitlichen Bedürfnisse kaum eine Anlaufstelle. Der Welt-Mütter- Bericht zeigt, wie unzählig die Herausforderungen sind, vor denen jedes Land steht, das die Situation für Mütter und Kinder verbessern möchte schützen möchte. Doch er weist auch auch auf positive Entwicklungen hin. In Pakistan und Burkina Faso hat man es zum Beispiel geschafft, den Anteil qualifizierten Personals bei begleiteten Entbindungen zwischen 2000 und 2008 um 20 Prozent zu erhöhen. Quelle: AP
Deutschland (Rang 8)Die Schere zwischen armen und reichen Ländern geht auch bezüglich der Lebenssituation der Mütter immer weiter auseinander. In Deutschland scheint die Lebensqualität von Müttern kontinuierlich anzusteigen. Die Bundesrepublik schafft es auf Rang 8 des Welt-Mütter-Reports. Die Säuglingssterblichkeit liegt hier bei nur 3,46 auf 1.000 Geburten. Die Gründe finden sich unter anderem im weitentwickeltem Gesundheitssystem, im Sozialstaat und in der guten wirtschaftlichen Situation des Landes. Quelle: dpa
Schweden (Rang 3)Schweden befindet sich sogar unter den besten Drei des Welt-Mütter-Reports. Kein Wunder bei einer Lebenserwartung von fast 82 Jahren, einem guten Bildungssystem und hohem Gesundheitsstandard. Quelle: dpa
Norwegen (Rang 2)Ein langer Mutterschutz, eine hohe Lebenserwartung und ein stabiles Gesundheitssystem machen es möglich. Norwegen ergattert den zweiten Platz im Welt-Mütter-Report. Quelle: AP
Finnland (Rang 1)In Finnland können Mütter am besten leben. Souverän hält das Land den ersten Platz im Welt-Mütter-Report. Als Vorbild kann Finnland in vieler Hinsicht gelten. Sei es die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf, durch ganztägige Betreuungseinrichtungen, ein herausragendes Ausbildungssystem oder der ausgeprägte Wohlfahrtsstaat. Quelle: dpa

Die Zahl der Kita-Kinder steigt bundesweit weiter - allerdings nicht mehr so stark wie bisher. Am 1. März dieses Jahres wurden 694 500 Kleinkinder unter drei Jahren in einer Tageseinrichtung oder bei einer Tagesmutter betreut. Das waren 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Zwischen März 2013 und März 2014 war die Zahl der außer Haus betreuten Kleinkinder noch um 10,6 Prozent gestiegen. Seit dem 1. August 2013 haben Kinder nach dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Die höchste Zuwachsrate binnen eines Jahre hatte mit 12,2 Prozent Nordrhein-Westfalen. Auch Schleswig-Holstein (+ 6,7 Prozent) und das Saarland (+ 6,6 Prozent) holten auf. Den niedrigsten Anstieg gab es in den neuen Bundesländern, was daran liegt, dass die Betreuungsquoten dort bereits sehr hoch sind.

Die meisten Eltern bevorzugen für ihren Nachwuchs eine Kita: 85,4 Prozent der außer Haus betreuten Kleinkinder gehen in eine solche Einrichtung. Privatpersonen spielen eine untergeordnete Rolle: Nur 14,6 Prozent besuchen eine Tagesmutter oder einen Tagesvater.

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Im März 2015 gab es bundesweit 54 422 Kitas und 44 098 geförderte Tagespflegepersonen. Während immer noch neue Einrichtungen gebaut werden - von März 2014 bis März 2015 wurden es 1,9 Prozent mehr - sank die Zahl der Tagesmütter und -väter um 1,7 Prozent. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will den Ausbau weiter voranbringen und die Qualität verbessern. Länder und Kommunen würden entlastet, das Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau werde aufgestockt, es sei mehr Geld für Personal und Sprachförderung vorhanden, unterstrich sie. Ab 2016 werde es zudem ein Programm „KitaPlus“ geben, um den Ausbau von Betreuungsangeboten in Randzeiten voranzutreiben.

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