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Betrügerischer Bankrott Pfahls zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Wegen Bankrotts und Betrugs wurde der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär nun vor dem Augsburger Landgericht zu viereinhalb Jahren hinter Gittern verurteilt - kaum weniger als die Staatsanwaltschaft forderte.

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Der frühere Verteidigungs-Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls im Augsburger Landgericht. Quelle: dpa

Augsburg Der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls muss für viereinhalb Jahren hinter Gitter. Das Landgericht Augsburg sah es in seinem Urteil vom Mittwoch als erwiesen an, dass Pfahls ein Millionenvermögen systematisch vor dem Finanzamt und der Justiz versteckte und sich zu Unrecht für mittellos und zahlungsunfähig erklärte.

Nach seiner Verurteilung wegen Bankrotts und Betrugs sagte Pfahls: „Ich habe mich bemüht, die Wahrheit zu sagen.“ Der Vorsitzende Richter Rudolf Weigell sah das anders. Pfahls habe nicht das gemacht, was man „reinen Tisch machen“ nennt. Der Verurteilte könne nun mit Fug und Recht behaupten: „Geiz ist nicht nur geil, sondern auch strafbar.“ Pfahls sei keineswegs zahlungsunfähig, sondern lediglich zahlungsunwillig gewesen.

Pfahls Komplize, der 69 Jahre alte Geschäftsmann Dieter Holzer, wurde zu einer Haftstrafe wegen Beihilfe zum Bankrott von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, Pfahls Ehefrau erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen Beihilfe.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Pfahls fünf Jahre Gefängnisstrafe gefordert. Er habe sein Vermögen von gut fünf Millionen Euro systematisch vor dem Finanzamt und der Justiz versteckt und sich zu Unrecht für mittellos und zahlungsunfähig erklärt, sagte Staatsanwalt Marcus Peintinger.

Die Verteidigung plädierte auf eine Freiheitsstrafe von unter vier Jahren. Der 68-Jährige habe gestanden und inzwischen 1,1 Millionen Euro an die Staatskasse gezahlt. Er habe zwei Schlaganfälle hinter sich, leide unter Herzrhythmusstörungen und sei seit März auf der Krankenstation des Untersuchungsgefängnisses untergebracht.


Staatsanwaltschaft erhöht Forderung für Holzer

Für Holzer und Pfahls Ehefrau forderte der Staatsanwalt am Mittwoch jeweils Haftstrafen von zwei Jahren und neun Monaten. Damit erhöhte Staatsanwalt Peintinger seine am Montag erhobene Strafforderung für Holzer um ein halbes Jahr. Er begründete dies damit, dass Holzer „völlig uneinsichtig“ sei.

Denn obwohl Holzer am Montag die Beihilfe gestanden hatte, hatte sein Anwalt auf Freispruch plädiert. Da das Gericht aus diesem Grund nochmals in die Beweisaufnahme eintreten wollte, war eine bereits für Montag erwartete Urteilsverkündung geplatzt. Auch für Mittwoch hatten Prozessbeobachter nicht mit einem Urteil gerechnet.

Pfahls war 1991 von dem Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber bestochen worden, jahrelang untergetaucht und bereits 2005 in Augsburg wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Unbeeindruckt davon habe er sofort nach seiner Freilassung seine Villa in Südfrankreich an einen Strohmann verkauft und Gelder in Millionenhöhe mit Hilfe seiner Rechtsanwälte auf Tarnkonten unter anderem auf den Bahamas, in Luxemburg und in der Schweiz verschoben, sagte Peintinger.

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