WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
Bettina Röhl direkt

Was hinter der Marke Alice Schwarzer steckt

Seite 3/10

Alice Schwarzer und der "gelungene Beweis", dass es Mann und Frau gar nicht gibt

Der 1966 geborene Bruce wurde im Alter von knapp zwei Jahren ohne irgendeine medizinische Indikation (und dies naturgemäß ohne, dass er selber den Auftrag dazu erteilt hätte) kastriert und zu einer "Brenda" gemacht. Das heißt, er wurde in ein Mädchen umfunktioniert und seither konsequent als Mädchen "gehalten", wogegen er sich allerdings sein Leben lang wehrte. Die Zustimmung der hilflosen Eltern wurde herbei geführt. Das Ziel des Sexologen John Money: Bruce/Brenda sollte im Vergleich mit seinem männlich gebliebenen eineiigen Zwillingsbruder Brian "wissenschaftlich" beobachtet werden. Tatsächlich wurde Bruce im Zwillingsspiel mit seinem Bruder sein Kinderleben lang von Money auf dem Weg zur nimmer erreichbaren Frauwerdung beobachtet, traktiert und nachjustiert. Erst im Alter der Pubertät, die Bruce nicht erlebte - Bruce/Brenda widerstand zu diesem Zeitpunkt dem Druck der Experimenteure sich eine Kunstvagina einbauen zu lassen -  wurde den Zwillingsbrüdern eröffnet, dass "Brenda" einst als Junge geboren worden war. Der Schock saß bei beiden Zwillingsbrüdern tief. Bruce/Brenda beschloss sofort wieder als Junge/Mann zu leben und nannte sich selber David, David Reimer.

Makabres Experiment und großer Erfolg

Nichts desto trotz veröffentlichte John Money die Studie über sein brutal gescheitertes Menschenexperiment, die unter dem Namen John/Joan in die Sexualwissenschaftsgeschichte einging. Die missglückte, zwangsweise Geschlechtsumwandung eines Jungen in ein Mädchen wurde makabererweise zu einem großen Erfolg für den Sexologen. Auch für seine glühende Anhängerin Schwarzer, so beschreibt sie es in ihrem Buch "Der kleine Unterschied" - Bruce und Brian waren damals neun Jahre alt - war der Fall John/Joan so etwas wie der Durchbruch der Menschheit. Allerdings ein Durchbruch, der tatsächlich eine lebenslange Katastrophe war, die in einer tödlichen Tragödie endete.

Gender Pay Gap im Ländervergleich

Bruce und Brian waren Mitte dreißig, als sie mit ihren Selbstmorden, Brian starb am 1. Juli 2002 an einer "Medikamentenvergiftung", Bruce/David erschoss sich am 4. Mai 2004, dem entsetzlich gescheiterten Experiment ein Ende setzten. Bei richtiger Betrachtungsweise handelte es sich wohl eigentlich um Mord in Gestalt einer lebenslangen Kette von Zerstörungen, Qualen, Demütigungen und Missachtungen, mit denen die Zwillingsbrüder in ihren Selbstmord getrieben wurden.

Nachzutragen bleibt, dass die Geschichte der Kastration im Alter von knapp zwei Jahren bis heute immer noch verfälscht erzählt wird. Bei der Beschneidung der Zwillinge im Alter von acht Monaten war dem Operateur ein massives Missgeschick unterlaufen. Der kleine Penis von "Brenda" wäre, wie es heißt, irreparabel verletzt worden. Das war die große Stunde des John Money, der um Rat gefragt, entschied, dass, wenn der Penis ohnehin schon weg sei, man dann doch auch die Hoden, wohl gemerkt ohne Not, ohne medizinische Indikation, gleich mit entfernen könnte. Ihm ging es bekanntlich seit längerem darum den Beweis anzutreten, dass Mannsein und Frausein so gut wie nichts mit dem biologischen Geschlecht, aber alles mit der frühkindlichen Erziehung des Menschen und den weiteren Umwelteinflüssen zu tun hätten.

Schwarzer und der Gleichheitsfeminismus

Man könnte fragen: Welcher Unterschied passt Schwarzer, passte John Money und passt den diesermaßen angefixten Sexologen eigentlich ums Verrecken nicht? Worüber regte sich Schwarzer eigentlich so auf? Ohne dass hier auf die teils skurrilen Unterscheidungen der einzelnen Feminismusschulen und den entsprechenden Diskursen im Einzelnen eingegangen werden kann, ist an dieser Stelle der Hinweis angebracht, dass Schwarzer als Vertreterin des sogenannten Gleichheitsfeminismus ist, demzufolge alle evidenten Geschlechterunterschiede zwischen Mann und Frau, auch die biologisch-anatomischen, letzten Endes Marginalien wären und vor allem ein Konstrukt im Kopf des männlichen Betrachters (Simone de Beauvoir) und daraus abgeleitet der Gesellschaft wären, die nur in überkommenen Normen zu denken befähigt wäre.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%