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Bettina Röhl direkt

Die Quote spaltet die Frauen

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Aus Frauensolidarität wird ein Monster

Es ist so, wie es zuvor mit dem Kommunismus passiert ist. Im frühen Kapitalismus gab es die ausgebeuteten Arbeiter. Deren natürliche und  gemütliche Arbeitersolidarität gegen "Die da Oben" haben die Kommunisten instrumentalisiert und den Arbeitern das Paradies auf Erden versprochen. Geliefert haben sie ein Jahrhundert weltweiter Diktaturen  mit allen dazu gehörigen Schrecken und wirtschaftlichen Verelendungen. Der Kommunismus war somit nicht nur für die Kapitalisten schlimm, er wurde vor allem für die Arbeiter zum Desaster und schließlich für alle in der Gesellschaft. Alle mussten schließlich das Maul halten und durften nur noch auf Linie denken.

Der Feminismus ködert die Frauen diesmal mit Chef-und Managerposten und Privilegien und bedient sich seit Jahrzehnten ebenfalls der früheren, natürlichen, sehr netten Frauensolidarität, die es im Patriarchat sehr wohl gab. Dieser Feminismus, der den Frauen den Weg ebnet nicht mit Leistung, sondern mit Ideologie an Macht, Geld und Posten zu gelangen, macht aus vielen Frauen eingebildete, unsympathische, dumme und desorientierte Apparatschiken. Aus der gemütlichen Frauensolidarität von früher wird zunehmend ein Monster, das nicht nur das Wohl der Männer, sondern auch das der Frauen komplett aus den Augen verloren hat und das wirtschaftliche Leben der Gesellschaft sowieso. Und der institutionalisierte Frauenegoismus stellt selbst die Interessen der Kinder an die letzte Stelle.

Die Frauenquote wirkt wie ein Spaltpilz

So gedacht und mit viel Frauengesülze durcheinander gequirlt, ist die Frauenquote für die Frauen beinahe paradiesisch. Warum sollte also eine Frau gegen eine solche Errungenschaft sein? Warum sollte man eine solche Errungenschaft nicht fördern? Doch wer genauer hinsieht, stellt fest, dass die Frauenquote wie ein Spaltpilz wirkt und dies nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern besonders heftig zwischen Frauen untereinander. Frauen werden ihrer Freiheit beraubt zu denken und zu fühlen, was sie wollen und sie werden, wenn sie Karriere machen wollen, in die Quotenideologie hinein gezwungen.

In Arbeit
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Frauen sollen die gleichen Chancen haben wie Männer. Und Frauen, die Kinder haben wollen, sollen die Möglichkeit haben glückliche Mütter und später erfolgreiche Frauen mit gleichen Chancen wie ihre männlichen Kollegen zu sein. Aber Frauen dürfen nicht durch eine Quotenideologie in geradezu aberwitziger Weise vor die geradezu schicksalhafte Alternative gestellt werden: Willst Du nun Kinder kriegen und eine doofe Mutter und Ehefrau sein oder willst du nun eine moderne Karrierefrau auf dem Quotenticket sein. Genau diese Wirkung entfaltet aber die Frauenquote. 

Die Frauenquote ist bei genauem Hinsehen ein Sieg des Feminismus. Der hat allerdings schon seit den siebziger Jahren verlangt, dass Frauen sich ganz persönlich gegen die Männer und in der Beziehung gegen ihren eigenen Mann entscheiden, soweit sich dieser nicht gründlich feministisch erziehen ließ. Und dies verlangt auch die Quotenideologie.  Die Quote ist also eine Art Dressur, auch für die Frauen, die bisher mit ihrem eigenen Mann solidarischer verbundener waren als mit ihren Geschlechtsgenossinnen und den Quotenfrauen - eine Voraussetzung für die vielbeschworene Familie. Die Frauenquote ist ein Sieg über die Männer und Frauen, die den Ismus ablehnen und via Leistung Karriere machen wollen.

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