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Bettina Röhl direkt

Der Fluch des billigen Geldes

Bettina Röhl Publizistin

Die Politik des billigen Geldes beherrscht zunehmend die Finanz- und Wirtschaftsmärkte. Diesen Börsenturbo sanft zur Landung zu bringen, ist ein Kunststück, für das es bisher keine rechte Anleitung gibt.

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Wo eine Immobilienblase droht
Eine deutsche Immobilienblase ist vorerst nicht zu erkennen – so lautet die Einschätzung des Empirica-Instituts. Ihr Blasenindex für 2014 zeigt in den größten Städten Deutschlands keine akute Gefahr an. Mieten, Kaufpreise und Einkommen steigen nämlich vielerorts im Gleichklang. Laut empirica drohen Blasen auf dem Immobilienmarkt erst, wenn die Kaufpreise schneller als die Mieten steigen, die Kaufpreise wiederrum schneller als die Einkommen steigen, in spekulativer Erwartung mehr Wohnungen gebaut und dafür zudem mehr Kredite aufgenommen werden. Quelle: REUTERS
In Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt Düsseldorf ist die Bildung einer regionalen Immobilienblase in den kommenden Jahren wahrscheinlich. Gemessen am Referenzwert von 2004 ist sowohl die Anzahl die für den Erwerb einer Eigentumswohnung benötigten Jahresmieten als auch die dafür benötigten Jahreseinkommen gestiegen. Brauchte man im ersten Quartal 2004 lediglich 22,4 Jahresmieten, benötigte man 2014 bereits 25,5. Bei den Jahreseinkommen stieg die Zahl von 5,3 auf 5,9. Bei beiden Werten leuchtet die Blasenampel rot auf. Lediglich die Fertigstellung neuer Wohnungen je 1000 Einwohner macht einen stabilen Eindruck. Statt 2,1 im Jahre 2003 wurden 2012 1,8 Wohnungen je 1000 Düsseldorfer errichtet. Insgesamt herrscht in Düsseldorf eine mittelmäßig einzustufende Blasengefahr. Blasengefahr: GelbHinweis: Empirica teilt ihr Bewertungsschema zur Untersuchung der Blasengefahr in Deutschlands Großstädten in vier Kategorien ein: „Vervielfältiger“ gibt an, wie viele Jahresmieten nötig sind, um eine Eigentumswohnung erwerben zu können, „Preis-Einkommen“ misst die Anzahl der benötigten Jahreseinkommen für den Erwerb einer Eigentumswohnung, „Fertigstellungen“ zeigt, wie viele Wohnungen je 1000 Einwohner pro Quartal fertiggestellt wurden. Die vierte Kategorie beziffert die gesamte Blasengefahr für die jeweilige Stadt. Zur Kennzeichnung der Blasengefahr verwendet Empirica eine „Ampel-Logik“. Rot bedeutet akute Blasengefahr, Gelb eine mittelmäßige Blasengefahr und grün eine stabile Immobilienmarktentwicklung. Die Daten beschreiben die Entwicklung des ersten Quartals 2014 im Vergleich zum ersten Quartal 2004. Quelle: dpa/dpaweb
In den Großstädten der neuen Bundesländer sieht die Immobilienmarktsituation entspannter aus, als in den Städten der alten Länder. So steht die Ampel im Dresden in der Kategorie „Vervielfältiger“ auf grün. Im Vergleich zu 2004 sank die Anzahl der Jahresmieten für den Erwerb einer Wohnung von 25 auf 22,6. Damit liegt die Stadt unter dem bundesdeutschen Schnitt von 24,9. Bei „Preis-Einkommen“ stieg der Wert leicht von 5,4 auf 5,6. Die Ampel leuchtet hier gelb auf. Blasengefahr: Gelb Quelle: dpa
In Bremen zeigen die Indikatoren eine leichte Blasengefahr an, die schnell akut werden könnte. Die Jahresmieten stiegen um 19,9 auf 21,6, das Preis-Einkommensverhältnis um 0,1 auf 4,8. Nur die Fertigstellung neuer Wohnungen gab leicht nach von 2,2 auf 1,2. Blasengefahr: Gelb Quelle: dpa
Deutschlands teuerster Immobilienmarkt zeigt in der Empirica-Studie die deutlichsten Anzeichen einer möglichen Blasenbildung. Zwar gehört München zu den einkommensstärksten Regionen der Republik, das Preis-Einkommensverhältnis leuchtet dennoch rot auf. Wurden 2004 noch 7,3 Jahreseinkommen für eine Eigentumswohnung verlangt, waren es im ersten Quartal 2014 schon 8,8. In der Kategorie „Vervielfältiger“ stieg die Zahl von 27,7 auf 31,1. Auch hier steht die Ampel auf rot. Nur die Zahl der Fertigstellungen macht einen stabilen Eindruck. Hier stieg die Zahl der neuen Wohnungen von 2,9 auf 4,3. Blasengefahr: Gelb Quelle: dpa
Die beliebte Studentenstadt Köln gehört ebenfalls zu den eher sich erhitzenden regionalen Immobilienmärkten. Das Jahresmieten-Kaufpreisverhältnis stieg um 2,3 auf 25 und leuchtet rot auf. Das Preis-Einkommensverhältnis präsentiert sich etwas stabiler mit einem Anstieg von lediglich 0,2 auf 6,2. Im Vergleich zum Deutschlandweiten Schnitt von 4,6 liegt die Zahl allerdings klar darüber. Blasengefahr: Gelb Quelle: WirtschaftsWoche
In der Finanzmetropole Frankfurt am Main werden für den Erwerb neue Wohnungen 23,7 Jahresmieten fällig. Im ersten Quartal 2004 waren es lediglich 20,6. Das Preis-Einkommensverhältnis tendiert auf stabilen 7,2 Jahreseinkommen. Blasengefahr: Gelb Quelle: WirtschaftsWoche

Gold profitiert nicht von der sogenannten Flucht in die Sachwerte. Ein bemerkenswertes Phänomen. Aber gibt es die viel beschworene Flucht in die Sachwerte überhaupt?

Auf dem deutschen Immobilienmarkt gibt es jedenfalls eine wahre Preisexplosion, die eine überbordende Nachfrage widerspiegelt. Der private Wohnbereich (Miete, Eigentumswohnung, Eigenheim), aber auch der gewerbliche Bereich - überall steigen die Preise und dies beinahe im Stundentakt.

Wer die Hochglanzprospekte der Edelmakler durchblättert, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Da gibt es, für den Verkauf extra noch aufgehübscht, kleine, eher unverkäuflich wirkende Häuschen in der Nähe dieser oder jener Großstadt, bei denen die Kaufpreisvorstellung allerdings exklusiv ist.

Wo sich Blasen aufbauen
Deutschl andHauspreis zu Miete: -14 % (Unterbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: -16 % (Unterbewertung) (Hauspreise gemessen an ihrem historischen Durchschnittsverhältnis zu Mieten und Durchschnittseinkommen) Die Zahlen zeigen, dass deutsche Immobilienkäufer nach wie vor solide finanzieren. Auch wenn es in einzelnen Metropolen zu Überhitzungen gekommen ist, so geht für die gesamte Wirtschaft noch keine Gefahr vom Immobilienmarkt aus. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa
NiederlandeHauspreis zu Miete: +6 % (Überbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: +23 % (Überbewertung) Die Niederlande kämpfen seit vielen Jahren mit einer Immobilienkrise. Inzwischen sind die Preise zwar deutlich gefallen, aber noch immer sind Häuser recht sportlich bewertet. Quelle: Deutsche Bank Quelle: AP
ÖsterreichHauspreis zu Miete: +13 % (Überbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: +15 % (Überbewertung) Auch in Österreich sind Immobilien teuer, gemessen an den Mieten und Durchschnittseinkommen. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa
DänemarkHauspreis zu Miete: +15 % (Überbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: +9 % (Überbewertung) Dänen finanzieren gerne Wohnung und Haus ohne monatliche Tilgungsraten. Die Banken machen das, weil sie von deutlich steigenden Immobilienpreisen und steigenden Einkommen ausgehen. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa
SpanienHauspreis zu Miete: +20 % (Überbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: +13 % (Überbewertung) Der Immobilienboom führte in Spanien lange zu massiver Bautätigkeit. Heute zeugen Rohbauten und leerstehende Gebäude vom Platzen der Immobilienblase. Noch sind die Preisübertreibungen nicht abgebaut. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa
SchwedenHauspreis zu Miete: +32 % (Überbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: +16 % (Überbewertung) Die Hauspreise in Schweden haben sich wie dieses "Turning Torso" genannte Appartment-Hochhaus weit in den Himmel geschraubt. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa/dpaweb
FrankreichHauspreis zu Miete: +36 % (Überbewertung) Hauspreis zu Durchschnittseinkommen: +29 % (Überbewertung) Frankreichs Wirtschaft kommt nicht recht in Schwung. Die Gefahren für hochverschuldete Haushalte nehmen zu. Quelle: Deutsche Bank Quelle: dpa

Billiges Geld lässt Immobilienpreise explodieren

Wer weiterblättert, merkt schnell, dass das, was die Häuser, die da immerhin für 400.000 oder auch 800.000 Euro angeboten werden, im Verkaufsprospekt eigentlich nur das Beiwerk des Maklers sind, der offenbar auch gern ein bisschen sozial auftreten möchte. Sprich: Er möchte zeigen, dass er auch etwas einfaches oder vergleichsweise Günstiges im Angebot hat.

Die wirklich begehrenswerten Wohnungen oder Häuser überschreiten in all diesen Prospekten die Millionengrenze schnell und deutlich. Stehen gar Adressen wie Kampen oder Kitzbühel auf dem Angebot, wird ein mehrfacher Millionenpreis fällig. Und bei den ganz schicken Objekten heißt es "Preis auf Anfrage." Ein paar Backsteine und ein paar Strohhalme mit Küche und Bad auf einem Grundstück auf der Nordseeinsel Sylt, möchte man witzeln, sind eben ein Ensemble, für das manch einer ein paar Milliönchen auf den Tisch legt.

Bei den explodierenden Immobilienpreisen von einer Flucht in die Sachwerte zu sprechen, scheint allerdings abwegig und irreführend. Denn die sich in Deutschland immer noch gefährlich aufbauende Immobilienblase ist weniger der Tatsache geschuldet, dass die Menschen in ihr überpralles Portemonnaie greifen und panisch Immobilien horten wollen, als mehr dem billigen Geld, mit dem seit Jahren die Märkte geflutet werden.

Denn ein Billigzins erlaubt es eben jedem, auf seinem Niveau ein bisschen größer heranzugehen. Da steigende Immobilienpreise auch steigende Mietpreise zur Folge haben, ist die Idee, statt zu mieten lieber zu kaufen, schnell geboren. Und dank billiger Geldkosten können auch Menschen mit kleinerem Einkommen einen höheren Kaufpreis darstellen. Und da im Moment jeder von steigenden Immobilienpreisen ausgeht, heißt es dann ganz schnell: Lieber heute zuschlagen als morgen.

Billiges Geld wird nur kurzfristig angeboten

Wer ein Renditeobjekt sucht, kalkuliert ähnlich. Die institutionellen Anleger verderben bei billigem Geld, das sie sich vom Weltmarkt oft genug für einen Zins nahe Null holen können, ihrerseits die Preise und tun dies umso mehr, als sie in Wahrheit gar nicht auf die Einnahmeseite achten, sondern auf Spekulationsgewinne setzen. Wenn die Immobilienpreise sich vom Nutz-und Ertragswert völlig entfernen, dann hat der volkswirtschaftlich wichtige Immobilienmarkt, der von einer gigantischen Inflation geschüttelt ist, einen Aggregatzustand erreicht, den man als sehr kritisch betrachten muss.

Es ist das Wesen billigen Geldes, dass es nur kurzfristig angeboten wird. Es ist also mit einem hohen Risiko behaftet, jederzeit im Zins hoch und sehr hochzuschnellen. Platzende Immobilienblasen sind seit dem Jahr 2000 ein Phänomen, das jeder Zeitungsleser bestens kennt. Das billige Geld hat dazu geführt, dass sehr viele Menscchen auch ihre eigene Modellrechnung aufgemacht haben, denn der Traum von den eigenen vier Wänden oder dem eigenen Ferienhäuschen oder der Wohnung für den Nachwuchs ist ein legitimer und schöner Traum.

Es ist allerdings erstaunlich, wie wacker die Deutschen derzeit ihre neue Immobilienblase aufpumpen, obwohl sie die Risiken aus jüngster Anschauung bestens kennen dürften. Das Platzen der US-Immobilienblase, der Beginn der Finanzkrise 2008, der dann die Eurokrise, keineswegs losgelöst von der Finanzkrise, folgte, sind doch noch ganz gegenwärtig. Und auch die Immobilienblasen in Irland oder Spanien kann niemand vergessen haben.

Zu den Negativa des zu billigen Geldes gehört auch die unsoziale Komponente dieses Phänomens, siehe zum Beispiel den Anstieg der Mieten gerade auch für junge Leute oder Studenten. Und wie VWL-Professor Hanno Beck mit sehr viel Humor feststellte, gibt es Preisturbulenzen nicht nur auf dem Immobilienmarkt. Er stöhnte über die hochschnellenden Preise für alte Gitarren, offenbar eine Schwäche des Professors.

Der Kunstmarkt ist von Preiserhöhungen geschüttelt, die aus jedem Rahmen fallen. Auch diese Inflationserscheinung ist rein spekulativer Natur. Auch die Aktienkurse sind relativ hoch. Und immer wenn es zu spekulativ, zu inflationär wird, platzen die Blasen und erzeugen die Verwerfungen, die dann alle beklagen.

Seit dem 11.September 2001 beherrscht die Politik des billigen Geldes das finanzielle und wirtschaftliche Geschehen auf dem US-Markt und damit letzten Endes auch das Geschehen in Europa und im Rest der Welt. Die Zauberformel, Geld zu drucken und es billig auf die Märkte zu geben, hat in Wahrheit längst abgewirtschaftet. Trotzdem bedienen sich ihrer immer noch viele Regierungen, Bankmanager und auch die Notenbanken der USA und Europas. sogar das Gespenst der Deflation wird seit geraumer Zeit an die Wand gemalt und dient als neuerliche, zusätzliche Begründung für die Ausdehnung und Verlängerung der Niedrigzinspolitik.

Der Fetisch des billigen Geldes

Erst sollte das massenhafte billige Geld die Wirtschaft ankurbeln, dann sollten die nicht mehr zu schulternden Schulden durch Inflation null und nichtig gemacht werden. Jetzt soll Deflation mit billigem Geld im Keim erstickt werden. Über allem schwebt der Gedanke, dass die Konstruktionsmängel des Euro mit billigem Geld zugeschüttet werden; und dass die mit billigem Geld in die Sackgasse getriebenen Euro-Krisenländer jetzt mit billigem Geld aus der Krise wieder herausgeholt werden sollen.

Der Fetisch des billigen Geldes, das eben gerade nicht die glänzende Wunderwaffe ist, ist eine fatale Angelegenheit. Märkte funktionieren auf Dauer nur, wenn es Märkte sind. Jeder artifizielle Eingriff, auch der durch unangemessen billiges Geld, zeitigt auf Dauer mehr Verwerfungen, als dass er Gutes bringt. 

Es ist ein Segen, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel, schwach genug, auf die Bremse tritt. Das billige Geld hat in den Eurokrisenländern verkrustete, veraltete Strukturen in genau die falsche Richtung unterstützt. Das billige Geld hat in all diesen Ländern ein falsches Konsumdenken und ein falsches Besitzstanddenken erzeugt und falsche Träume von Renten, Sozialleistungen und vielerlei Wohltaten wachsen lassen. Zuflüsse nicht selber verdienten billigen Geldes landen fast immer in den Taschen weniger Subventionsgewinner. Das ist der Fluch des billigen Geldes eigener Art.

Nur die Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten hat das billige Geld dort am wenigsten gefördert. Und trotzdem heißt es, dass die Volkswirtschaften dort nur mit noch mehr billigem Geld anzukurbeln wären.

Das billige Geld ist für Großschuldner wie Staaten oder sogenannte systemrelevante Banken auf den Weltmärkten nur zu generieren, wenn ihre eigene Wirtschaftsleistung ausreicht, um die Kredite zu bedienen. Das ist bei den Krisenländern bekanntermaßen nicht der Fall, weshalb in unterschiedlichster Form wirtschaftlich solide Länder wie zum Beispiel die Bundesrepublik als Ersatzschuldner einspringen sollen. Das nennt sich dann Solidargemeinschaft auf höchstem Niveau. Von der Vergemeinschaftung der Schulden, die es im europäischen Wirtschaftsbereich de facto längst gibt, wird gesprochen, als brächte sie eine positive Veränderung des Status quo.

Massiver Sachverstand statt ein bloßes "weiter so"

Wenn allerdings die Schuldenunion und ähnlich die Bankenunion nichts weiter bedeutet als ein bloßes "weiter so", dann sind diese monströsen Konstruktionen sehr untaugliche Mittel, die vielen Finanz-und Wirtschaftskrisen zu lösen, um die es sich in Wahrheit handelt.

Kurzfristige Konjunkturspritzen, intelligent und gezielt eingesetzt, haben ihre Existenzberechtigung. Konjunkturspritzen auf Ewigkeit sind allerdings keine Konjunkturspritzen mehr, sondern stellen das wirtschaftliche Geschehen auf den Kopf. Irgendwann, wenn die Blasen platzen, muss die Rechnung bezahlt werden. Von den Schuldern oder von den Geldgebern selbst, die sich die Nase wischen.

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In Europa braucht es den Mut, regionale Unterschiede in Sachen Wirtschaftsleistung und Einkommen als normal anzusehen und keinen falschen Egalismus zum Dogma zu erheben. Es braucht auch den Mut, Branchenunterschiede zu akzeptieren und ein diversifizierteres Bild vom wirtschaftlichen und finanziellen Geschehen zuzulassen, als dies im Moment der Fall ist. Die mit dem billigen Geld gezündete Rakete sanft zur Landung zu bringen, ist angesichts der Fallhöhe, die jeden Tag ansteigt, fürwahr ein Kunststück, für das es bisher keine rechte Anleitung gibt - außer das Prinzip Hoffnung darauf, dass alles gut wird.

In seinem Beitrag "Die EZB mutiert zur Bad Bank"  hat Hans-Werner Sinn den Status quo für jedermann verständlich aufgefächert. Nicht zum ersten Mal. Die sehr eigenmächtige Politik von Mario Draghi, der die Kompetenzen und Zuständigkeiten der EZB gern überschreitet und Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes für eher irrelevant erachtet, lässt sich, wenn überhaupt, nur moderieren, wenn sich der wirtschaftliche Sachverstand massiv zu Wort meldet, so wie es Hans-Werner Sinn jetzt beispielhaft getan hat.

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