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Bettina Röhl direkt

AfD versus Euro-Fighter

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Die Euro-Fighter

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Die Euro-Fighter, die neuerdings sehr scharf werdend den undemokratisch in Europa implementierten Euro in seiner jetzigen Form fortführen wollen - koste es, was es wolle -, haben eine neue Kampfformel gefunden. Diese lautet: Jaja, der Euro war eine höchst naive Fehlkonstruktion. Nicht alle Euro-Länder waren euro-tauglich und die Bewertung einzelner Währungen, die im Euro aufgingen, waren zu optimistisch und manch eine Bewerbungsbilanz ist damals zu schön ausgefallen, was man versehentlich übersah. Aber jetzt, wie die Dinge stehen und liegen und die Elefantenfehler der Vergangenheit nicht rückgängig gemacht werden könnten, sei der Euro dennoch alternativlos.

Der Euro sei (trotz aller Krisen, deren Ende nicht in Sicht ist) wirtschaftlich euphorisierend, die Menschen in Europa verbindend, kriegsverhindernd und würde Europa in der Welt politische und wirtschaftliche Bedeutung verleihen.

Hier offenbaren die Euro-Fighter dann allerdings ein Stück ihres wahren Gesichtes, nämlich eine gewisse Euro-nationalistische Großmannssucht. Doch Europa muss keine imaginäre Weltgeltung anstreben, es bräuchte zur Verfolgung dieses merkwürdigen Ziels auch keine Spezial-Euro. Europa hat seine Geltung in der Welt und hatte diese auch schon vor der Einführung des Euro.

Der Euro ist in eine Sackgasse geraten

Wem die Argumente zu Gunsten des Euro ausgehen, der sollte jedenfalls nicht denjenigen, die Fragen an den Euro und die Euro-Politik stellen, mit artfremden Argumenten aus dem öffentlichen Diskurs raus pusten wollen. Die Euro-Befürworter stehen angesichts der fortgesetzten Eurokrise, die alles andere als ausgestanden ist und angesichts des enormen Krisenpotenzials mit Namen Frankreich, in der Beweislast. Sie müssen logisch zwingend erklären, warum nur der Euro in seiner jetzigen Form das Paradies in Europa brächte und alles, was man sonst noch denken könnte, Abstieg, Armut, Chaos und Barbarei bedeuteten.

Die Debatte mit unlauteren Mitteln abwürgen wollen, wie es die schwarz-gelben Regierungsvertreter zunehmend nervös tun, zeugt von einer schlechten Streitkultur, ist undemokratisch und wenig zielführend. Der Euro ist de facto in eine Sackgasse geraten, die man sich angewöhnt hat Euro-Krise zu nennen. Und wie lautet nun die realistische Prognose? Kommen die südeuropäischen Länder nur mit dem real existierenden Euro und den mit ihm verbundenen enormen Kosten dazu moderne weltmarkttaugliche Volkswirtschaften aufzubauen und das in irgendeiner angemessenen Zeit? Oder ist es umgekehrt, dass nur individuelle, auf den Status quo abgestimmte, eigene Währungen in den Krisenländern die festgefahrenen Karren wieder frei ziehen können? Leider hört man außer Behauptungen aus dem eurofixierten Regierungslager dazu nichts Nachhaltiges.
Dass eine Restrukturierung des Euro und die teilweise Rückführung einzelner Wirtschaftsregionen hin zu einer eigenen weicheren, flexibleren Währung, also das Absatteln eine noch komplexere Aufgabe sein kann, als die stümperhafte Einführung des Euro, scheint einleuchtend. Aber diesen Weg von vorne herein für objektiv ausgeschlossen zu erklären, zeugt weder von Kompetenz noch von Mut noch von Lernbereitschaft. Und es zeugt auch nicht von Liebe zu Europa oder von einer Vision eines Europa, die auch funktioniert.

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