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Bettina Röhl direkt

Das große Versagen der deutschen Parteien

Seite 4/7

Die Tragik der SPD

Die besten Zitate zur Landtagswahl
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer"Nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich habe mit der Kanzlerin heute telefoniert und ihr zugesagt, dass wir jetzt ab morgen früh alles tun werden von Bayern aus, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt." Quelle: dpa
Hermann Gröhe, CDU-Generalsekretär:"Die Zweitstimme, das ist die entscheidende Stimme im Hinblick auf die Mehrheitsverhältnisse im Land. Die ist gleichsam Merkel-Stimme. Und deswegen werben wir für beide Stimmen für die Union." Quelle: AP
Peer Steinbrück, SPD-Kanzlerkandidat:"Es ist die 13. Landtagswahl hintereinander, wo die schwarz-gelbe Liebesheirat aufgekündigt worden ist." Quelle: dpa
SPD-Parteichef Sigmar Gabriel:"Der Einzug der FDP in den Bundestag ist seit heute Abend nicht sicher." Der SPD-Vorsitzende sieht bei einem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde größere Chancen dafür, doch noch einen rot-grünen Erfolg bei der Bundestagswahl zu schaffen. „Wäre die FDP nicht im Bundestag, steigen die Chancen deutlich für Peer Steinbrück, Kanzler zu werden“, sagte Gabriel. Quelle: dpa
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin (FDP):"In jeden Fall gibt es eine Zweistimmenkampagne. Es war aber schon immer angelegt und immer geplant. Dazu ist ja auch das Wahlrecht im Bund da." Quelle: dpa
FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle:"In Bayern ticken die Uhren anders." Quelle: dpa
Grünen-Chefin Claudia Roth:"Wir sind enttäuscht, wir haben uns wirklich mehr erhofft." Quelle: dpa

Die gute alte liebe Tante SPD bemüht sich schon immer, verstärkt seit ihrem Godesberger Programm von 1959, vom sozialistischen Kern zur sozialen Liebe zu finden, das Kapital zu akzeptieren und ihren permanenten Hang zum Egalismus zu kontrollieren. Klar, dass so eine Partei eine Existenzberechtigung hat und eine Akzeptanz bei den Wählern - aus der sie allerdings seit mehreren Legislaturperioden immer weniger realen Stimmanteil machen konnte. Die Tragik der SPD, die auch zu einer Tragik der Gesellschaft wurde, liegt darin begründet, dass die SPD immer wieder von graumäusigen unscheinbaren Linksextremisten unterwandert wird, die intern eine permanente Linksverschiebung der SPD erzeugen. Linksextremisten, die wissen, dass sie außerhalb einer linken Volkspartei bedeutungslose Spinner wären, drängen die Volkspartei SPD und mit ihr die Politik unangemessen nach links und die Wähler der SPD, die im Prinzip immer auf der konservativen Seite der SPD stehen, segnen den permanenten Linksruck der Partei und damit ihrer selbst gleichwohl immer wieder ab.

Die SPD ist somit eine große  konservative soziale Partei (mit einer entsprechenden konservativ sozialen Wählerschaft) mit einer internen, ultralinken Minderheit, die die Partei in sinnlose Flügelkämpfe hineinzerrt. Insofern ist es kein Wunder, dass die SPD immer dann aufblüht, wenn starkes Führungspersonal den Kurs Richtung Mitte hält, wie etwa Willy Brandt, Helmut Schmidt oder Gerhard Schröder es vermochten. Peer Steinbrück war leider nur ein starker Sprücheklopfer, aber leider keine starke Persönlichkeit. Und Sigmar Gabriel oder gar Andrea Nahles sind nicht die Bringer, die die SPD aus der 26-Prozent-Talsohle herausführen könnten. Steinmeier scheint nicht einmal Willens dies zu tun.

Linkspartei und die Partei der grünen Kaputtmacher

Die Linkspartei in ihrer Dreifaltigkeit aus Poststalinisten, neokommunistischer Plattform und inzwischen grauhaarigem westlinkem Sektierertum, ist die deutscheste und eigentlich konservativste Variante der linken Parteien. Die Linkspartei ist übrigens auch die einzige Partei in Deutschland, die nicht in politischer Korrektheit erstickt, was sie ohne Zweifel sympathisch macht. Auf eine nähere Betrachtung dieser bis auf weiteres nicht regierungsfähigen Partei kann hier allerdings verzichtet werden.

Die Partei der Kaputtmacher (dessen, was angeblich kaputt macht), steht dagegen mal mehr und mal weniger regelrecht unter Strom unserer guten alten Welt ihren wohlverdienten Untergang zu bescheren, und eine neue Welt, repräsentiert durch einen neuen Menschen, zu generieren.  Die Grünen tragen viele sehr alte ideologische Hüte, die sie in ihrer Hautfarbe anmalen und deswegen selber auf ihren Fake reinfallen, als hätten sie etwas Neues erfunden, was nicht der olle Marx und der greise Sigmund Freud und der Wilhelm Reich und die alten Frankfurter Größen schon vorgebetet haben.

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