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Bettina Röhl direkt

Sarrazin und die Propagandisten des politisch korrekten Mainstream

Seite 2/3

Die Unfähigkeit zur Selbstreflexion

oThilo Sarrazin stellt sein neues Buch vor:

Das Fatale ist, dass der Mainstream-Propagandistentypus zur Selbstreflexion unfähig ist und so nicht nur die eigene Rolle verkennt, sondern auch die Existenz des Mainstreams. Wer sich auf eine derart unsympathische Weise zusätzlich auch noch dumm stellt, siehe hier oder hier und seine eigene Ignoranz Durchblick nennt, wer zu keiner stringenten, faktenbasierten, logischen Ableitung in der Lage ist, sondern einfach nur assoziativ irgendwelche Textbausteine zusammenstellt, um angeblich den Beweis für die Nichtexistenz erstickender gesellschaftlicher Ge- und Verbote zu bringen, ist in der Sache nicht legitimiert auf jeden Kritiker einzudreschen, wie es im Fall der zahlreichen Vorab-Attacken und im Fall der aktuellen, dieses Geheul nachahmende Ad-Hoc-Attacken gegen das neue Sarrazin-Buch festzustellen ist.

Das Furchtbarste, aber natürlich auch der durchschaubarste Moment dieser Propagandisten ist ihre aufpeitschende Streitlust, ist ein hinter scheinbar wohlgesetzten Worten notdürftig kaschierter Vernichtungswille gegenüber jedem Menschen, der den Mainstream kritisiert oder der kundtut, unter dem Mainstream zu leiden.

Der politisch korrekte Mainstream spaltet die Gesellschaft in diejenigen, die auf der Sonnenseite leben und die anderen. Die selbst ernannten Propagandisten des politisch korrekten Mainstream haben also etwas zu verlieren, wenn eben dieser Mainstream ins Stocken gerät. Entsprechend verfolgen sie ihre höchst persönlichen, ganz egoistischen und egozentrischen Interessen. Ihr gedanklicher Duktus und ihr Habitus sind auf Spaltung der Gesellschaft, gleichsam in die richtigen und die unrichtigen Menschen gerichtet. Und es gibt noch eine bösere Komponente in deren Tun. Gleichzeitig wollen sie mit ihrem Tun die Menschen regelrecht in wertvollere und weniger wertvolle spalten. Und es geht darum Menschen aus der Gesellschaft auszugrenzen. Daraus erklärt sich der inflationäre Gebrauch der derzeit mächtigsten Vernichtungsvokabeln wie "Rassismus", "Rassist", "Populist", "Rechtspopulist", "Rechtsextremist", "reaktionär", "homophob", "islamophob", "Schwulenhasser" usw.

Natürlich gibt es jammerige, zeterige, internettypische Anwürfe gegen den Mainstream und die Mainstream-Protagonisten. Und es gibt auch Illuminaten und Verschwörungstheoretiker, die den Mainstream quasi dämonisieren und die nicht damit fertig werden, dass der politisch korrekte Mainstream ein sich permanent selbst reproduzierender Anonymus ist. Allein die Existenz solcher Unzufriedenheiten und Unterlegenheitsgefühle mit oder gegenüber dem politisch korrekten Mainstream sind als Beweis für die Nichtexistenz des politisch korrekten Mainstream in Gänze untauglich.

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