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Bettina Röhl direkt

Doppelte Staatsbürgerschaft versus Heimatkunde

Bettina Röhl Publizistin

In immer mehr Bundesländern wird der Begriff der Heimatkunde endgültig eliminiert. Gleichzeitig soll das Heimatgefühl der in Deutschland aufgewachsenen und lebenden Migranten zu ihren Herkunftsländern mittels der doppelten Staatsbürgerschaft aufgebaut und gestärkt werden. Zwei widersprüchliche Maßnahmen sollen der Integration zum Durchbruch verhelfen.

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Aus deutschen Schulen verschwindet der Begriff der Heimatkunde. Quelle: dpa

"Man kann seinem Herkunftsland verbunden und trotzdem loyal zu Deutschland sein." Mit diesem Satz aus dem unendlichen Füllhorn ihrer überragenden Intellektualität und Güte hat sich die noch amtierenden Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, auf ihre Art in die Integrationspolitik eingeschaltet.

Klar, wenn der ewige englische Thronfolger Prinz Charles mal wieder aus Anlass eines runden Jahrestages der Befreiung Hamburgs von der Nazi-Herrschaft durch englische Truppen in die Hansestadt kommt, um eine freundschaftliche Rede zu halten, wie zum Beispiel 1995 geschehen, dann wird er seinem Herkunftsland England "verbunden sein" und gleichzeitig wird er "loyal zu Deutschland" sein. Einen verlogeneren Satz zu der regelmäßig heuchlerisch geführten Integrationsdebatte fiel der Bundesjustizministerin offenbar nicht ein.


Es sei der böse Fehler der Managerklasse, dass sie die Unternehmen regelmäßig zu Lasten der Zukunft auf Kurzfristgewinne trimmten, um ihre Prozente hoch zu jubeln, die sie als Gewinnbeteiligung gern ihrem Gehalt hinzufügen. In diese Richtung hat sich auch die Bundesjustizministerin, die hier nur exemplarisch für eine außer Rand und Band geratene politische Klasse betrachtet wird, schon häufiger eingelassen. Tatsächlich zeigt Leutheusser-Schnarrenberger, dass sie nur an ihrem persönlichen Kurzfrist-Politnutzen interessiert ist. Und nach ihr die Sintflut.


Integration - das wichtigste Thema der deutschen Politik
Das wichtigste Thema der deutschen Politik, nämlich das Thema der Integration, in dem es auch um das Grundgesetz, um die deutsche Verfassung geht und in dem der Souverän, nämlich das deutsche Volk gefragt ist, wird von der politischen Klasse notorisch entweder ausgeklammert und totgeschwiegen oder klein geredet, zerlabert und bis zum Anschlag heuchlerisch und ideologisiert überhitzt geführt.
Das Thema Integration ist vermint. Es handelt sich um ein Killer-Thema. Aggressives Duckmäusertum, eine Menge Angst und eine permanente Aufbereitung des Themas zu Lagerkampfzwecken kennzeichnen die Debatte. Auch das Thema Integration ist in das altbekannte Schema gepresst worden: links gleich intelligent und gut. Links gleich pro Migration, pro Integration usw. und konservativ gleich teutonisches Reinheitsgebot, im Prinzip rassistisch, rechtsradikal und anti-integrativ.

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    Merkel ist übermächtig. Die unendlich vielen selbsternannten Fachleute mit hochdotierten, staatlich subventionierten Posten der Integrationsindustrie, verschonen Merkel daher weitestgehend. Ihre Formel von der "privilegierten Partnerschaft", die sie der Türkei an Stelle einer EU-Mitgliedschaft in Aussicht stellt, lässt den rot-grünen Scharfrichtern, die die Integrationspolitik von der "wissenschaftlichen Seite" beherrschen, die Haare zu Berge stehen.

    Erdogans Eingriff in die Integrationspolitik

    „Das ist ja mal was“
    Bei einer zweitägigen Reise besucht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Türkei. Auffällig: Obwohl sie äußerst selten touristische oder kulturelle Ausflüge in ihr Programm einbaut, nimmt sie sich dieses Mal die Zeit dafür und drückt so ihre Wertschätzung für die Türkei auch als Kulturnation aus. Vom türkischen Tourismusminister Omer Celik lässt sie sich die frühchristliche Kulturdenkmäler in der zentralanatolischen Region Kappadokien zeigen. Quelle: REUTERS
    Zum Start ihrer Reise wird der rote Teppich vor dem Airbus A 340 der Luftwaffe ausgerollt. Erstes Ziel der Kanzlerin ist der Flughafen in Gaziantep. Quelle: dpa
    Die ersten Gastgeschenke gibt es schon gleich nach der Landung. Quelle: dpa
    Merkel besucht hier die rund 300 deutschen Soldaten im südtürkischen Kahramanmaras. Die Soldaten sind Teil des Nato-Einsatzes mit Patriot-Abwehrstaffeln zum Schutz der Türkei vor syrischen Raketenangriffen. Quelle: dpa
    Anschließend spricht Merkel zu den Soldaten: Ihr Einsatz habe einen hohen politischen Stellenwert. Er sei ein militärisches und politisches Signal, dass die Nato-Partner zusammenstünden, wenn einer von ihnen in Gefahr geraten könnte. Quelle: dpa
    Weiter geht es nach Kappadokien: Ein Heißluftballon trägt ein großes Transparent mit der Aufschrift „Sehr geehrte Frau Merkel, herzlich Willkommen.“ Quelle: dpa
    Merkel ist beeindruckt von den gewaltigen Felsformationen, den Höhlen und den kleinen Klöstern in den Felsen wie die vermutlich 1500 Jahre alte Johanneskirche in Cavusin. Quelle: dpa

    Dasselbe gilt für Merkels reserviertes Verhalten gegenüber der im Wesentlichen rot-grünen Forderung jetzt mit massenhaften Doppelpässen die Integration zu befördern. Oder auch für die sympathischen Haltung der Konservativen (die Merkel mitträgt) gegenüber dem Heimat- und Sachkunde-Unterricht an Grundschulen, der gerade in immer mehr Bundesländern abgeschafft und durch einen reinen Sachkundeunterricht ersetzt wird.
    An Merkel beißen sich die Integrationspropheten die Zähne aus. Dabei wandelt Merkel in Sachen Integrationspolitik auch selber auf rot-grünen Pfaden, um auch hier der Opposition das Wasser abzugraben. Nur der guten Ordnung halber ist zu erwähnen, dass den genannten doch sehr selbstherrlichen rot-grünen deutschen Scharfrichtern auch die Bürgerrechtsbewegungen in der Türkei selber gegen den Erdoganismus, gegen den Strich gehen.


    Allerdings: Was haben doppelte Staatsangehörigkeiten für junge Migranten und die Abschaffung des Begriffes der Heimatkunde und Merkels Ablehnung einer zur Zeit auch noch von rot-grün abgelehnten, Vollmitgliedschaft der Erdogan-Türkei mit einander zu tun? Drei eher zufällig heraus gegriffene aktuelle Teilaspekte des Themas Integration?


    Grün-rote völkische Designer
    Wer sich als völkischer Designer betätigt, wie es einige der grün-roten Diskursfürsten klammheimlich in aller Öffentlichkeit tun, durchschaut die Korrelation der Aspekte, die äußerlich scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben. Die von den Erdoganisten in der Türkei, aber auch unter türkischen Landsleuten in Deutschland forcierte Idee der doppelten Staatsbürgerschaft für über 23-jährige Zuwanderer, die in Deutschland geboren wurden und aufgewachsen sind und die sich bislang für Deutschland oder für die Türkei entscheiden musste, hebelt die Frage EU-Mitgliedschaft oder Nichtmitgliedschaft der Türkei erkennbar aus.


    Wenn alle Türken zugleich EU-Bürgen wären, wäre die Frage, ob die Türkei EU-Mitglied ist, irrelevant. Und auf diese Irrelevanz zielt die erdogansche Politik. Seit der Erdogan-Formel, mit der Erdogan seinen Landsleuten riet sich in Deutschland zu integrieren, aber Assimilierung zu vermeiden, gibt es einen unmittelbaren regierungsamtlichen Eingriff in die deutsche Integrationspolitik. Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes, die sich die Türkei umgekehrt zu Recht, allerdings in einem weit überdehnten Maß, verbittet.

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      Diese übernationale Belastung des deutschen Themas "Integration" bildet den Rahmen, innerhalb dessen die typische Koinzidenz extrem widersprüchlicher Politiken derselben rot-grünen Integrations-Politiker zu betrachten sind. Es sind nämlich weitgehend dieselben Stimmen, die sagen, dass der Doppelpass her muss, die auch gegen den Heimatkundeunterricht in Deutschland kämpfen.
      Um die systematische Schizophrenie aufzuzeigen, mit der das Thema Integration behandelt wird, sollen hier die Motive für die Einführung des Doppelpasses und die Abschaffung der Heimatkunde näher durchleuchtet werden.

      Man fragt sich natürlich, wieso der Heimatkundeunterricht an Grundschulen ein großes Thema sein soll. Aber mit dem Wort Heimat, das aus dem von den Bildungspolitikern für extrem wichtig erklärten Grundschulbereich eliminiert werden soll, soll den zukünftigen Generationen auf eiskaltem Wege, außerparlamentarisch, extrademokratisch mit Stumpf und Stiel die Heimat extrahiert werden. Explizit gemeint ist die deutsche Heimat oder das Deutsche an der Heimat von Deutschen.

      Die gut gemeinte Entdeutschung

      Berlusconi schürt antideutsche Kampagne
      Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi und seine Partei Forza Italia (FI) wollen im Europa-Wahlkampf mit kritischen Parolen über Deutschland punkten. Berlusconi griff den sozialdemokratischen EU-Spitzenkandidaten Martin Schulz scharf an und verunglimpfte dabei auch dessen Landsleute mit der Aussage, die Deutschen hätten die Existenz von Konzentrationslagern nie anerkannt. Die FI plakatiert indes den Slogan „Più Italia, meno Germania“ („Mehr Italien, weniger Deutschland“). Die SPD protestierte umgehend, auch in der CDU gibt es Kritik. Forza Italia macht die deutsche Sparpolitik für die Rezession der italienischen Wirtschaft verantwortlich. Berlusconis Partei fordert, sich dem Kurs zu widersetzen. Schulz sagte dazu dem „Spiegel“: „Es ist empörend, dass eine Schwesterpartei der CDU in Italien mit antideutschen Parolen Wahlkampf macht.“ Aus Berlusconis Umgebung wurde die Kritik als „politische Instrumentalisierung“ abgetan. Berlusconi attackierte Schulz und die Deutschen mit Rückgriffen auf die grausame deutsche Geschichte: Er habe im Jahr 2003 für Schulz unfreiwillig Werbung gemacht, als der dem damaligen EU-Parlamentarier vorwarf, dieser sei die ideale Besetzung für die Rolle eines KZ-Aufsehers, sagte der ehemalige italienische Ministerpräsident bei einer Parteiveranstaltung am Samstag in Mailand. „Ich wollte ihn nicht beleidigen, aber, um Gottes Willen, für die Deutschen haben die Konzentrationslager nie existiert“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den erneuten Ausfall Berlusconis. „Die Katyn-Lager, ja doch, die deutschen nicht“, fügte der rechtskräftig verurteilte Steuerbetrüger demnach hinzu. In Katyn hatten sowjetische Truppen im Frühjahr 1940 Tausende polnische Soldaten ermordet. Konzentrationslager gab es dort nicht. Quelle: dpa
      In Griechenland geht die Angst vor neuen Sparauflagen um. Nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch verlauten ließ, Griechenland werde nach 2015 ein drittes Hilfspaket benötigen, kochten die Emotionen in den griechischen Medien hoch. Die Athener " Zeitung der Redakteure" (im Bild) ahnte sogleich "neue, unerträgliche Sparauflagen für das griechische Volk" voraus. Schäuble, so hieß es, arbeite bereits an einem neuen Kreditvertrag für Griechenland. Die Zeitung "Real" titelte gar: "Herr Schäuble, bringen Sie das gestohlene Geld zurück". Das Blatt "Ta Nea" sieht einen Zusammenhang zwischen dem Besuch des EZB-Direktors Asmussen in Athen und Schäubles Äußerungen - Asmussen habe bereits Einzelheiten eines neuen Hilfskonzepts im Gepäck, wurde gemutmaßt. Der EZB-Direktor wies diese Spekulationen im Anschluss an sein Treffen mit dem griechischen Finanzminister Stournaras zurück. Quelle: Screenshot
      Noch relativ freundlich geht das britische Wirtschaftsmagazin "The Economist" mit den Deutschen ins Gericht. Als zögerlichen Herrscher bezeichnete das Magazin Deutschland im Juni 2013. Deutlich schärfer blies der Wind dagegen in den letzten Monaten aus Südeuropa...
      Angela Merkel auf dem Cover der griechischen Zeitschrift Crash Quelle: Handelsblatt Online.
      Europäische Politiker in einer Titelgeschichte der griechischen Zeitschrift Crash Quelle: Handelsblatt Online.
      Cover der griechischen Magazins crash Quelle: dpa
      Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auch IWF-Chefin Christine Lagarde zum Hassobjekt in Griechenland geworden. Hier werden die beiden Politikerinnen als Krähen dargestellt, die Griechenland bestehlen wollen. Soldaten versuchen, die beiden Frauen mit den Hitler-Bärten abzuwehren.

      Intendiert ist eine Entdeutschung. Begründung: Die deutsche Heimat ließe alles Nicht-Deutsche fremd erscheinen. Der Wert oder der Unwert "Heimat" wirke desintegrativ auf Zuwanderer. Und wer immer noch denkt, Zuwanderer müssten die Möglichkeit erhalten sich in Deutschland zu integrieren, befindet sich auf einem gefährlichen oder, um es modern auszudrücken, auf einem rassistischen rechtsextremen Irrweg. Bestenfalls könnte sich die deutsch-deutsche Gesellschaft in eine entdeutschte, quasi internationalisierte Gesellschaft auf ehedem deutschen Boden integrieren.
      Ein ziemlich verfieselter gigantomanischer Wust von Ideen und Ideologismen, der da durch die teutonische Integrationsindustrie an den Universitäten, in den entsprechenden Instituten mit immer enger geschnürten Fesseln durcheinander gequirlt wird. Den Deutschen soll also die von großen Teilen im rot-grünen Lager (die Franz Josef Strauß schon vor vierzig Jahren "vaterlandslose Gesellen" nannte) schon immer gehasste Heimat unbemerkt, aber mit eiserner Faust ausgetrieben werden


      Gegenteilig der Doppelpass: Junge Deutsche mit Migrationshintergrund sollen, auch wenn sie in Deutschland aufgewachsen sind, von der ihnen aus eigenem Erleben fremd gebliebenen Heimat ihrer Eltern nicht abgeschnitten werden. Sie sollen mit allen bekannten Problemen Deutsche und Türken gleichzeitig sein. Sie sollen also ihre türkische Heimat in sich tragen und das soll ihre Integration in ihre entdeutschte, neue faktische Heimat erleichtern.
      Es gibt also moralisch existenzberechtigte Heimaten und moralisch nicht existenzberechtigte Heimaten in den verqueren Gehirnen hochideologisierter Köpfe vieler Integrationsspezialisten.


      Der antideutsche Wahn
      Alles ein großer Quatsch? Ja, alles ein großer Quatsch! Aber es handelt sich um eine einigermaßen grausige und gruselige Realität. Der antideutsche Wahn, der den Integrationsdiskurs beherrscht und der auch weite Teile der führenden Medien wie auch die Politik beherrscht, ist öffentlich ausgeblendete Realität.
      Man kann ja über alles diskutieren, aber man muss es denn auch diskutieren. Die subversive, von oben therapeutisch verordnete Politik der Abschaffung Deutschlands ist grundgesetzwidrig und könnte nur durch eine Änderung der Verfassung legitimiert und legalisiert werden.


      Die Schaffung eines öffentlichen Klimas, in dem den Bürgern der klare Blick auf die Realität versperrt wird, hier auf die Realität der Entheimatung der zahlenmäßig ohnehin immer weniger werdenden Deutschen mit deutschem Hintergrund sowie auf die Realität der doppelten Beheimatung der Deutschen mit Migrationshintergrund, ist das furchtbare Konstrukt von Menschen, die das Kinderspiel Stadt, Land, Fluss in einer pervers zu nennenden Weise missverstanden haben.

      Türkisch als zweite Fremdsprache

      Wie Rot-Grün die Deutschen zwangsbeglücken will
      Die Grünen wollen nach der Bundestagswahl einen fleischlosen Tag in Kantinen einführen. Der Vorschlag wabert schon eine ganze Zeit lang durch die Partei und wurde schon mehrmals scharf kritisiert. So verglich beispielsweise der CDU-Politiker Josef Rickfelder im Januar 2013 den "Veggie-Day" in Kantinen und Schulen mit dem Eintopftag der Nationalsozialisten und nannte ihn eine "Gängelung der Bürger", gegen die man sich wehren müsse. Trotzdem wollen die Grünen nach der Bundestagswahl den "Veggie-Tag" einführen, an dem in Kantinen und Mensen ausschließlich vegetarisch und vegan gekocht werden soll. „Ein Veggie Day ist ein wunderbarer Tag zum Ausprobieren, wie wir uns mal ohne Fleisch und Wurst ernähren“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast. Mit dem Vegetariertag will die Partei den Fleischkonsum der Bundesbürger senken. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Politiker so in das Privatleben der Bürger einmischen (wollen). Quelle: dpa
      Auf umweltschädliche Plastiktüten sollte nach Überlegungen in den Reihen der Grünen künftig eine Steuer von 22 Cent erhoben werden. Die Verwendung erdölbasierter Kunststoffe müsse dringend eingeschränkt werden, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Dorothea Steiner, der Bild-Zeitung. Quelle: dpa
      Auch die Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote kommt von Rot-Grün. Mittlerweile stößt auch die CDU, allen voran Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, ins gleiche Horn. Quelle: dpa
      Seit dem 01.08.2013 haben Familien einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder. Ginge es nach dem Willen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), müssen alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr in eine Kita gehen. Sie sprach zwar nicht ausdrücklich von einer Kita-Pflicht, sagte aber: "Bisher waren wir uns mit der CDU einig, dass Bildung schon in der Kita beginnen muss. Dann müssen wir aber auch sicherstellen, dass alle Kinder da sind, statt eine Prämie zu zahlen, damit sie fernbleiben." In der CDU stieß dieser Vorschlag auf harsche Kritik. So hatte sich beispielsweise Familienministerin Kristina Schröder echauffiert: "Wer eine Kita-Pflicht ab dem ersten Geburtstag will, muss ein ziemlich verqueres Menschenbild haben." Quelle: dpa
      2012 wollten SPD und Grüne den Autofahrern an den Kragen: Sie wollten aber nicht nur Autobahnraser bremsen, auch in den Innenstädten sollte es beschaulicher zugehen. Sie forderten ein generelles Tempolimit von 30 Stundenkilometern in Städten, um die Straßen sicherer zu machen. "Mit Rot-Grün stünde ganz Deutschland auf der Bremse", schimpfte damals CDU-Politiker Hermann Gröhe. Quelle: dpa/dpaweb
      Auch den steuerfreien 450-Jobs soll es nach dem Willen von Rot-Grün an den Kragen gehen. "Alle Verdienste über 100 Euro im Monat sollen steuer- und abgabenpflichtig werden, mit reduzierten Beiträgen für geringe Einkommen", fordert Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. So könne mehr Beschäftigung entstehen. "Die Leute wären besser abgesichert und könnten wieder mehr Rentenansprüche aufbauen." Für Studenten, Hausfrauen und Hartz-IV-Empfänger, die sich mit den Minijobs etwas dazu verdienen, wäre das allerdings ein Schlag ins Gesicht. Quelle: dpa
      In Nordrhein-Westfahlen wollte dir rot-grüne Landesregierung die Ladenöffnungszeiten verändern: Geschäfte sollten nur noch maximal 13 mal im Jahr Sonntags geöffnet haben dürfen. Außerdem plante Rot-Grün ein Verkaufsverbot an Samstagen ab 22 Uhr. Quelle: AP

      Es geht hier nicht um die Frage, ob Deutschland deutsch bleiben oder überhaupt als Deutschland oder als Deutschland in Europa oder in der Welt eine Zukunft haben soll. Es geht hier um die vorrangige Frage, wer darf die Entscheidung faktisch mit Wirkung für und gegen jedermann überhaupt fällen? Dürfen diese Entscheidung ein paar Professoren und Institutsleiter aus der Integrationsforschung entscheiden? Oder ein paar rot-grüne, in die Jahre gekommene Heißsporne aus den wilden Jahren der Westlinken, bei der eine sehr deutsche Variante des Selbsthasses seit Jahrzehnten kultiviert wird?


      Gefährliche Orientierungslosigkeit
      Ist Deutschland rechts und Nicht-Deutschland links? Wer das postuliert, denaturiert die Begriffe rechts und links und hat ergo nichts gewonnen. Zur Förderung der Integration, so eine grün-rote Forderung aus dem Musterländle Baden-Württemberg, sollen deutsch-deutsche Kinder als zweite Fremdsprache türkisch lernen. Das zeigt in welchem Kontext der blindwütige nimmer satte Aktionismus der Integrationswutbürger zu sehen ist: Türkisch ist eine noch weit bedeutungslosere Weltsprache, als es deutsch ist. Wer etwas für die Kosmopolitisierung der Menschheit, so eine solche wünschenswert ist, wer also für die größtmögliche Integration tun will, sollte Deutsch (das als Amtssprache im Grundgesetz expressis verbis nicht garantiert ist) hierzulande abschaffen und ab sofort englisch als einzige und wahre Sprache und entsprechend auch Amtssprache durchsetzen.
      Jede Gesellschaft hat die Integrationsforscher, die sie verdient. Dass sich die deutschen Deutschen angesichts des unhörbaren, unsichtbaren, nicht riechbaren Generalverdachtes dessen, was deutsch ist, keine Kinder mehr anschaffen, scheint plausibel. Von allen sonstigen Ursachen abgesehen.

      Herkunftsländer der deutschen Muslime

      Die integrationswilligen und integrationsfähigen Zuwanderer machen ihr Ding selber. Diejenigen, die Integrationsprobleme haben oder machen, erfahren keine Hilfe, sondern im Gegenteil, sie werden in eine gefährliche Orientierungslosigkeit hinein getrieben. Migrantische Verachtung für Deutschland oder Hass auf Deutschland werden von den Gutmeinern aus der Integrationsindustrie heraus geradezu gefördert und unterstützt. Und die Frage stellt sich: in welche neue Heimat soll sich jemand, der seine alte Heimat verlassen hat, in dieser deutschen Gesellschaft integrieren?


      Ein scheinbar nebensächlicher Begriff wie Heimatkunde
      Was ist Deutschland, was ist überhaupt ein Land, ein Staat, wenn Staatlichkeit selbstverordnet nicht Heimat für die Menschen sein darf? Der Heimatbegriff, der auch durch andere Worte ersetzt werden kann, ist in Deutschland durch die Nazizeit, aber auch durch die Kommunistenzeit auf eine wenig sachdienliche Weise besetzt. Vor allen Dingen macht es keinen Sinn, wenn professionelle teutonische Fingerzeiger jeden Tag auf die anderen Deutschen zeigen und das auf der Basis einer realitätsverlustigen Wahrnehmung dessen, was tatsächlich existiert.

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        Deutschland



        Immer neue willkürliche Rassismusdefinitionen von immer neuen Rassismuskapazitäten beeinflussen das öffentliche Denken, Justiz, Politik, Kultur und auch die Wirtschaft in einer surrealen Weise. Ein scheinbar nebensächlicher Name wie Heimatkunde und das erfolgreiche Eifern und Geifern von Integrationspolitikern und allen Beschäftigten in der Integrationsindustrie gegen den Begriff der Heimatkunde, beweist wie wenig nebensächlich der bloße Name eines Schulfaches sein kann.

        Nichts deutet darauf hin, dass die Integration von einer steigenden Zahl von Zuwanderern - und das gilt für Deutschland, Österreich und gleichermaßen für alle Länder der EU, auf einen besseren Weg gebracht werden kann, solange Integrationspolitiker am Werk sind, denen es in Wahrheit nicht um Integration geht, sondern darum vermittels ihrer speziellen Form von Integrationspolitik eigene andere Ziele zu verfolgen. Und da bleibt zuvörderst der grüne und auch teils rote Deutschenhass zu benennen, den die schwarz-gelbe Regierung aus Opportunismus weitestgehend mitmacht.

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