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Bettina Röhl direkt

Intelligente Energiewende gesucht

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Erst Denken, dann Handeln

Ist energie-intensive Industrie, global gedacht, in Deutschland überhaupt zu halten, überhaupt wünschenswert? Sieht eine globale Arbeitsteilung eher Hightech-Arbeitsplätze in Deutschland vor? Die Schweizer wussten schon vor 400 Jahren, dass es in ihrer damals schwer zu bewirtschaftenden rauen Gebirgswelt klug sein könnten, zum Beispiel Uhren zu bauen und sie teuer in alle Welt zu verkaufen, wie Goethe bekanntlich schon zu schimpfen wusste, der der Verlockung einer solchen Schweizer Präzisionsuhr eben auch nicht widerstehen konnte.

Ein Energie-Gesamtkonzept neu aufzustellen, wozu eine Wende ja die Chance bietet, kann jedenfalls nicht im parteitaktischen Wahlgegröle bestehen und auch nicht in einer Leitungstrasse von Nord nach Süd. Derartige Gesichtsfeldverengungen erweisen sich irgendwann immer als problematisch.
Merkel sollte sich nicht, nachdem sie sich in der Grundentscheidung schon hat treiben lassen, jetzt auch noch hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung, vornehmlich von den Grünen, die selber kein tragfähiges Konzept auf der Platte haben, weiter wie eine Getriebene verhalten und über das Ziel hinaus schießen.

Die Grünen strotzen vor energetischer Kraftmeierei

Die Grünen strotzen vor energetischer Kraftmeierei und Rechthaberei und bei ihnen quillt das technisch-physikalische Fachwissen nur so aus jeder Pore und ein Konzept wird schon von seinem Nachfolger gejagt. Nur: Einen ganz schlüssigen, auf Heller und Pfennig durchgerechneten, für jedermann verständlichen und jeder Prüfung Stand haltenden Gesamtentwurf für die Bundesrepublik, der sich in die europäische Wirklichkeit sinnvoll einfügt und dem globalen Wettbewerb standhält, gibt es von den Grünen nicht.

Warum sich also von einer solchen Gruppierung, die es selber nicht kann und die eine lückenlose Geschichte von Irrtümern vorzuweisen hat, ständig treiben lassen? Wenn Atomstrom aufgrund der deutschen Volksseele nicht zu halten ist, dann muss die Energiewende nicht auch noch ein Konglomerat zufälliger Gefühlslagen werden.

Deswegen ist der Vorschlag von Rösler erst Denken und dann Handeln der einzig richtige Vorschlag der Energiewende näher zu kommen. Und der Aktionismus der heutigen Opposition ist Gift für die Energiewende. Sollte dieser Aktionismus am 22. September auch noch dazu beitragen, Rot-Grün an die Hebel der Macht zu bringen, bliebe nur noch beten und die Hoffnung, dass vorher dummes Zeug reden und hinterher handeln möglichst weit auseinander klaffen.

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