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Bettina Röhl direkt

"Das muss Deutschland aushalten"

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Sachlich-intelligente und moralisch wertvolle Zuwanderung

Vor diesen Problemen stehen die Zuwanderer
Teilnehmer eines Kurses "Deutsch als Fremdsprache" Quelle: dpa
Eine Asylbewerberin wartet in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Berlin Quelle: dpa
Eine Frau sitzt in einem Flüchtlingsheim in einem Zimmer Quelle: dpa
Ein Flüchtling sitzt vor einer Gemeinschaftsunterkunft der Asylbewerber Quelle: dpa
Verschiedene Lebensmittel liegen in der Asylunterkunft in Böbrach (Bayern) in Körben Quelle: dpa

Wenn auch aus völlig unterschiedlichen Gründen: Die Sklaven dieser Welt wollten und wollen auch heute nicht in dem Land leben, in das sie verschleppt und in dem sie ausgebeutet wurden und werden. Und viele Armutsmigranten wollen aus höchst unterschiedlichen Gründen eigentlich auch nicht hierzulande leben, von den wirtschaftlichen Segnungen in Gestalt von Arbeit oder Sozialhilfe und natürlich von den Segnungen des Rechtsstaates abgesehen. Der Integrationswille vieler Zuwanderer und gelegentlich auch die Integrationsfähigkeit sind wahrscheinlich deutlich geringer als im öffentlichen Diskurs vorgegaukelt. Man lebt eben nicht immer gern in einem fremden Kulturkreis und in einem fremde Klima. Auch viele Migranten, die sich in Deutschland wohl fühlen, sehnen sich nach ihrer Heimat oder wünschten sich, es wäre alles in ihrer Heimat so, wie sie es hier schätzen gelernt haben.

Das Sein der Sprache bestimmt auch das Bewusstsein und Deutsch lernen heißt zwangsläufig auch ein Stück Deutsch werden und das will nicht jeder. Wer armutsbedingt oder aus sonstigen Gründen aus einer Welt kommt, in der er auch in seiner eigenen Landessprache "bildungsfern" war, der kann nicht in einem Deutschkurs für Migranten unterschiedlicher kultureller Herkunft plötzlich das Deutsch lernen, das er braucht um über geistes-oder naturwissenschaftliche Probleme impulsgebend mitreden zu können - sprich: um wenigstens in einem qualifizierten Beruf mithalten zu können. Damit ist man automatisch bei der ersten Diskriminierung, die durch die Anti-Diskriminierungsindustrie selber verursacht wird und zwar in Gestalt der Missachtung der "Differenzen". Die "Differenzen" sind allerdings bekanntlich ein Schlüsselwort für die Anti-Diskriminierungswächter.

Angst vor Armutszuwanderung

Man hört und liest allenthalben, dass Deutschland auf die hochqualifizierten Zuwanderer gar nicht verzichten könne. Die Urheber solcher Behauptungen deklinieren das Thema durch und am Ende ist dererlei Geschwafel die abschließende Klammer, in der sie das Thema versiegeln. Nein, nicht jeder Zuwanderer ist hochqualifiziert. Das wissen natürlich auch diejenigen, die ihr eigenes Süppchen mit dem Thema der Zuwanderung kochen und damit ihr eigenes Einkommen sichern. Deswegen gab es früher den Spruch, vor allem aus dem linken Lager: Seid froh, dass die Türken kommen. Die machen die Drecksarbeit, die wir nicht mehr machen wollen. Heute hört man aus demselben Milieu, dass die Migranten alle arbeiten, in die deutschen Sozialsysteme einzahlen und die Renten der früher staatlich alimentierten 68er sichern. Und danach komme die Sintflut!

Fest steht: Eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die diesen Namen verdient, ist in Sachen Zuwanderung noch nie aufgemacht worden. Es geht nicht um Zuwanderung, ja oder nein, sondern es geht um sachlich-intelligente und moralisch wertvolle Zuwanderung. Und es gibt einen Sonderfall der Zuwanderung, nämlich den der politisch Asylsuchenden, der allerdings von selbstherrlichen Migrationsnutznießern, Juristen und Richtern und vielen anderen maßlos aufgebläht wurde. Das ist ein eigenes Thema.

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