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Bettina Röhl direkt

Die grüne Katastrophe

Seite 6/7

Wer liebt schon Atomkraftwerke?

Kuriose Folgen der Energiewende
Schwierige Löschung von Windrad-BrändenDie schmalen, hohen Windmasten sind bei einem Brand kaum zu löschen. Deshalb lassen Feuerwehrleute sie meist kontrolliert ausbrennen – wie im April in Neukirchen bei Heiligenhafen (Schleswig-Holstein). Quelle: dpa
Tiefflughöhe steigtDie Bundeswehr hat die Höhe bei nächtlichen Tiefflügen angepasst. Wegen Windradmasten kann die Tiefflughöhe bei Bedarf um 100 Meter angehoben werden. Der Bundesverband Windenergie (BWE) begrüßt, dass dadurch Bauhöhen von bis zu 220 Meter realisiert werden können. Die Höhe des derzeit höchsten Windradtyps liegt bei etwa 200 Metern. Quelle: dpa
Dieselverbrauch durch WindräderViele neue Windkraftanlagen entstehen – ohne ans Netz angeschlossen zu sein. Solange der Netzausbau hinterherhinkt, erzeugen die Windräder keine Energie, sondern verbrauchen welche. Um die sensible Technik am Laufen zu halten, müssen Windräder bis zu ihrem Netzanschluss mit Diesel betrieben werden. Das plant etwa RWE bei seinem im noch im Bau befindlichen Offshore-Windpark „Nordsee Ost“. Quelle: AP
Stromschläge für FeuerwehrleuteSolarzellen lassen sich meist nicht komplett ausschalten. Solange Licht auf sie fällt, produzieren sie auch Strom. Bei einem Brand droht Feuerwehrleuten ein Stromschlag, wenn sie ihren Wasserstrahl auf beschädigte Solarzellen oder Kabel halten. Diese Gefahr droht nicht, wenn die Feuerwehrleute aus sicherer Entfernung den Wasserstrahl auf ein Haus richten – aber, wenn sie dabei ins Haus oder aufs Dach gehen. Stromschlagsgefahr gibt es ebenso für Feuerwehrleute, wenn sie nach einem Straßenunfall Personen aus einem beschädigten Elektroauto bergen müssen. Quelle: AP
Störende SchattenWindräder werfen Schatten – manche Anwohner sehen darin eine „unzumutbare optische Bedrängung“, wie es das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ausdrückte. Es gab einer Klage recht, die gegen ein Windrad in Bochum gerichtet war. Im Februar wies das Bundesverwaltungsgericht die Revision des Investors ab. Das Windrad wird nun gesprengt. Quelle: dpa
Gestörte NavigationAuf hoher See wird es voll. Windparks steigern nicht nur das Kollisionsrisiko mit Schiffen. Die Rotoren stören auch das Radarsystem. Der Deutsche Nautische Verein schlägt daher vor, dass Windparks nur genehmigt werden, wenn die Betreiber auch neue Radaranlagen an den Masten installieren. Quelle: dapd
Windrad-LärmWindräder drehen sich nicht nur, dabei machen sie auch Geräusche. Je stärker der Wind, desto lauter das Windrad – und das wollen viele Bürgerinitiativen nicht hinnehmen. Ein Beschwerdeführer aus dem westfälischen Warendorf erreichte im September 2011 vorm Verwaltungsgericht Münster zumindest, dass eine Windkraftanlage nachts zwischen 22 und 6 Uhr abgeschaltet wird. Quelle: dpa

Eine chaotische Energiewende, deren Kosten für die deutsche Wirtschaft und deren Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft durchaus erheblich sein wird, ist bei realistischer Betrachtungsweise kein Glanzstück grüner Politik oder grüner Diskurshoheit. Die Bürger sind weichgespült und akzeptieren die Mehrkosten der Energiewende. Noch. Warum, fragt man sich, schweigen die Protagonisten des konservativen Lagers. Warum sitzen sie nur aus? Warum greifen sie politisch nicht an? Warum erklären sie den Bürgern ihre Politik nicht? Warum lassen sie sich politisch immer in die Defensive drängen? Und warum fahren sie keine Kampagnen grünen Unsinn zu dekuvrieren.

Die Energiewende und der Sand im Getriebe

Hier soll nicht verschwiegen werden, dass es bei den Grünen einen Umbruch gibt; ein junger kapitalistisch orientierter smarter karriereristischer Bürgertypus, der die grünen Wurzeln kaum noch kennt und sich noch weniger für sie interessiert, nutzt die grüne Plattform für seine eigenen Interessen. Für diesen Typus ist grün vor allem Attitüde, Stallgeruch und Schick. Aber die Schwerkraft der grünen Partei und der Druck der altgrünen Erblasser auf die Jüngeren ihr Werk fortzuführen, sollte man nicht unterschätzen. Noch ist grün ein Lebensgefühl, das zieht. Das anzieht und dem alle anderen Parteien nichts entgegensetzen.

Konservative Stammwähler nicht vergraulen?

Es heißt, man sollte die konservativen Stammwähler nicht vergraulen. Doch die rot-grünen Attacken der letzten Jahrzehnte haben einen Zustimmungsverlust der konservativen Parteien verursacht, der mit einem Vergraulen durch die eigene Partei gar nichts zu tun hat. Die Frage, warum sollte man konservativ sein, wird von den konservativen Parteien gemieden, wie der Teufel das Weihwasser meidet und eine Antwort haben sie erst recht nicht parat. Es gibt keine ideelle Bindungswirkung. Eine solche Bindungswirkung haben die Grünen allerdings in ihren eigenen Reihen mit den irrsinnigsten Ideen und den abwegigsten Taten in den letzten Jahren anschwellend und im Überfluss generieren und aufbauen können.
Tatsächlich sind die Grünen intern schwächer denn je und sie verfügen weniger als früher über charismatisch wirkende Leitwölfe. Die altvorderen Altgrünen schwelgen heute unter sich und oft auch provokant öffentlich, wie viele Fehler und wie viele Verrücktheiten sie gleichwohl erfolgreich produziert hätten. Die Konservativen nehmen all dies staunend zur Kenntnis und sagen, dass sie das alles schon immer gewusst hätten, aber sie machen nichts draus.

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