Bettina Röhl direkt

Wird die Linkspartei zum Merkel-Killer?

Bettina Röhl Publizistin

Warum die Linkspartei große Chancen hat am 22.September Grün-Rot-Rot zur Macht zu verhelfen. Und warum eine grün-rot-rote Regierung das Gegenteil von dem ist, was der typische Linksparteiwähler wollen kann.

Die erstaunlichsten Zitate aus der Linkspartei
Oskar Lafontaine nannte Angela Merkel im August 2011 die „gefährlichste Frau Europas“, weil sie weder das Euro-System, noch die Finanzmärkte verstehe. 1999 war er selbst als „gefährlichster Mann Europas“ bezeichnet worden, als er in seiner Eigenschaft als Bundesfinanzminister die Finanzmärkte stärker regulieren wollte. Quelle: dpa
"Der Finanzkapitalismus hat sich erledigt", antwortete Oskar Lafontaine im Oktober 2008 in der Talkshow „Maybrit Illner“ auf deren Frage: "Kann man den Kapitalismus zähmen?" Quelle: dpa
"Aber wirkliche Demokratie gibt es im Kapitalismus so wenig wie in der DDR." Sahra Wagenknecht im Interview mit der Süddeutschen Zeitung im April 2008 Quelle: dapd
"Wenn es eine politische Richtung gibt, in der Luxus legitim ist, dann bei den Linken. Wir predigen ja kein Wasser, sondern wir möchten, dass es allen besser geht, nicht nur wenigen." Katja Kipping in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im September 2009. Quelle: dpa
 "Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung", schrieb Gesine Lötzsch im Januar 2011 in der linksradikalen Zeitung „Junge Welt“ Quelle: REUTERS
"Sie werfen uns doch immer vor, wir seien doch nur die illegitime Nachfolgepartei der SED. Dann möchte ich Ihnen eins sagen: Wenn in diesem Hohen Haus jemand etwas von Staatssicherheit versteht, dann wir!" – Gregor Gysi während einer Bundestagsdebatte über den "Großen Lauschangriff" im Jahr 2000. Quelle: dapd
In einem Glückwunschschreiben im August 2011gratulierten die Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst zum 85. Geburtstag Fidel Castro zu seinem „kampferfüllten Leben.“ Kuba sei „Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker dieser Welt“. Quelle: dpa

Schade, wenn J. Stalin die Wahl am 22.September entscheidet. Die Partei "Die Linke" steht im Begriff am 22.September mit dem Traumergebnis von 7 % plus X in den Bundestag einzuziehen. Sie kann ihr Wählerpotenzial dieses Mal voll ausschöpfen und das liegt vorwiegend daran, dass die Stammwähler in den (nicht mehr ganz so) neuen Bundesländern von einem wild wuchernden Wechselwillen beseelt sind.

Zwar geht es den Bürgern der untergegangenen DDR von Tag zu Tag besser und so gut wie nie zuvor, aber es gibt gleichwohl eine vergleichsweise große Zahl von Post-DDR-Bürgern, die den Westen und den Kapitalismus und die Euro-Krise und selbst die Freiheit des Westens ablehnen. Ein Häufchen verirrter und höchst schizophren gegen die eigenen Interessen handelnder ewig gestriger Ossis - so muss man diese Leute im Kontext nennen - könnte, wenn am 22.September ausgezählt wird, für eine hauchdünne grün-rot-rote Mandatsmehrheit im kommenden Bundestag sorgen.

Die Ruhe in der Linkspartei trügt

Die SED, eine Gründung des Völkermörders Josef Stalins im Jahr 1946, hatte mit ihrem verkorksten Ideologismus und mit diktatorischer Gewalt die DDR 1989 vor allem ökonomisch an die Wand gefahren. Sie taufte sich bekanntlich nach dem Fall der Mauer in PDS um und firmiert heute gemeinsam mit einem noch kleineren Häufchen gleich verirrter West-Kommunisten unter dem Namen "Die Linke".

Ob die Linke angesichts ihres gigantischen Umverteilungsprogramms wirklich eine Partei ist, müssen diejenigen entscheiden, die darüber entscheiden, dass Bananen sofort nach oben zu wachsen haben. Zu einer Partei gehört ein Programm. Ob eine Ansammlung von wild durcheinander gemengten Irrationalismen die Minimalanforderungen erfüllt, die aus einem Gedankenwust ein Programm machen, ist fraglich.

Die schwierige Zwangsvereinigung der PDS und einem Sammelsurium einander befehdender kommunistischer Westsplittergruppierungen zur Linkspartei, hat offenbart, dass die Ostlinke und die Westlinke, auch wenn man die Chose noch so lange quirlt, nichts mit einander zu tun haben, sprich wie Wasser und Fett keine innige Verbindung eingehen können. Doch die Ruhe in der Linkspartei trügt. Und dieses Trugbild kann die Partei maximal solange aufrechterhalten, wie sie nicht in ernsthafter politischer Verantwortung steht und sich keiner Erfolgskontrolle auf Bundesebene zu unterziehen hat.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%