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Bildung in Deutschland 2016 Bildung von Flüchtlingen braucht 3 Milliarden Euro

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Entwertung der Abschlüsse?

Inwiefern dies auch für Grundschulen gilt, konnten die Autoren mangels Daten nicht erheben. Eine andere Entwicklung könnte dafür allerdings ein Indikator sein: Privatschulen erleben einen Boom. Der Anteil von Schulen „in freier Trägerschaft“ hat in allen Bundesländern bis auf Bremen seit 2006 deutlich zugenommen. Insgesamt sind es 11 Prozent aller Schulen. In vielen ländlichen Regionen ersetzen sie das rückläufige Angebot öffentlicher Schulen.

Die Autoren stellen selbst die Frage, ob da nicht „Separierungstendenzen“ drohen. Sprich: Ob der Boom privater Schulen dadurch zu erklären ist, dass Eltern bewusst nach Schulen für ihre Kinder suchen, in denen möglichst wenig Kinder mit Migrationshintergrund lernen. „Die Rekrutierungsmechanismen privater Grundschulen könnten ein Problem werden, wenn sie selektiv sind“, sagte Mitautor Kai Maaz vom Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).

Striche zählen und Werte ablesen

Diese Tendenz gebe es eindeutig bei privaten Sekundarschulen, die sich ihre Schüler nach dem Elternhaus auswählen.

Der Trend zu „höherer Bildung“ – vielleicht sollte man genauer sagen: zu höheren Bildungszertifikaten – ist dem Bericht zufolge ungebrochen. Der Anteil der Abiturienten steigt weiter, ebenso der Anteil derjenigen, die dann auch ein Studium aufnehmen. Inwiefern das eine tatsächliche Hebung des Bildungsstands bedeutet, ist durchaus zweifelhaft.

Gleichheit ist eine Illusion

Während in der Wirtschaft über eine mangelnde „Ausbildungsreife“ vieler Schulabgänger geklagt wird, etwa über krasse Mängel der mathematischen Kenntnisse, stellen die jüngsten Pisa-Tests einen Anstieg der „mittleren Kompetenzen“ fest. „Die Dauerklagen der Unternehmen erschüttern mich nicht“, sagte Baethge. Er forderte die Wirtschaft auf, ihrerseits nicht nur in die Ausbildung zu investieren, sondern auch „Ausbildung mit Bildung zu verbinden“.

Dass der Anstieg der Abiturientenzahlen aber vermutlich eine Entwertung der unteren Abschlüsse bedeutet, geben auch die Autoren des Bildungsberichts zu bedenken.

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Baethge spricht von einer „zunehmenden Polarisierung“. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für junge Menschen mit Hauptschulabschluss hätten sich trotz der demographisch bedingten Verknappung des Arbeitskräfteangebots nicht wesentlich verbessert.

Was sie verschweigen, ist die logische Folgerung, dass auch die höheren Bildungszertifikate dadurch entwertet werden, dass sie häufiger vergeben werden. Die Jobs, die früher Haupt- und Realschüler bekamen, kriegen nun Abiturienten oder gar Studierte.

Die viel gestellte Frage nach der Gerechtigkeit des deutschen Bildungssystems wies Maaz zurück. Wenn man unter Gerechtigkeit vor allem Gleichheit verstehe, dann sei dieses Ziel grundsätzlich eine Illusion, da Bildung unvermeidlicherweise Ungleichheiten hervorbringe. Es stelle sich ganz grundsätzlich die Frage, ob ein Bildungssystem überhaupt in der Lage sei, "Disparitäten", wie die im Bericht offenbarten, abzubauen.

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