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Bildungsstand der Flüchtlinge Wie es um die Bildung der Syrer wirklich steht

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Bachelor in Syrien für Hochschulzugang in Deutschland

Die deutsche „Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen“ gestattet Absolventen mit syrischen Bildungsabschlüssen nach Klasse 12 den direkten oder fachgebundenen Zugang zu deutschen Hochschulen. Mit Einschränkungen allerdings: Syrische Schüler müssen mindestens 60 von 100 Punkten nach der syrischen Notengebung erreicht haben. Der mathematisch-naturwissenschaftliche Zweig der syrischen Mittelschule wird insgesamt höher eingestuft als der literarisch-geisteswissenschaftliche. Der Abschluss eines vierjährigen Bachelors oder höheren Studienabschlusses in Syrien gestatte in jedem Fall den Hochschulzugang in Deutschland.

Nach der neunjährigen Pflichtschulzeit können junge Syrer, die eine Sekundarschule besuchen wollen (über 70 Prozent taten das 2011), zwischen einem allgemeinbildenden und einem berufsbildenden Zweig wählen. Ersterer soll zum Hochschulstudium führen, das auch in Syrien ein höheres Ansehen genießt. Dennoch entschieden sich immerhin 22 Prozent der Sekundarschüler für den Besuch einer Technischen Sekundarschule. Dort finden dreijährige, staatlich regulierte Berufsausbildungen in technischen, handwerklichen und landwirtschaftlichen Berufen statt. Die schulische Ausbildung enthält auch Praxisanteile in Laboren, Werkstätten und Praktika. Danach können die Schüler sich an Technischen Instituten weiter spezialisieren.

In Syrien gibt es also durchaus Ausbildungen auf Facharbeiterniveau. Allerdings: Produktion und Dienstleistungen im Vorkriegssyrien standen bei weitem nicht auf einem dem deutschen vergleichbaren technologischen Niveau. Etwa 15 bis 20 Prozent der Syrer eines Jahrgangs besuchten vor 2011 eine Hochschule. Um zugelassen zu werden, müssen die Bewerber um einen Studienplatz einen Test absolvieren.

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    Traditionell genießen Ärzte in arabischen Ländern sehr hohes Sozialprestige. Entsprechend beliebt ist der Arztberuf und hoch ist auch der Anteil der Mediziner unter den Syrern. Im Jahr 2009 kamen auf 10.000 Einwohner 14,3 Allgemein- und 8,7 Zahnärzte. Entsprechend stark sind Syrer unter den ausländischen Medizinern in Deutschland vertreten. Derzeit gibt es laut der IW-Studie 2159 syrische Ärzte in Deutschland – Tendenz steigend. Syrer sind damit die viertgrößte Gruppe unter ausländischen Medizinern.

    Frauen sind in Syrien auf keiner Bildungsebene unterrepräsentiert. Auch in den Hochschulen war 2011 mit 48,8 Prozent fast die Hälfte der Studierenden weiblich. Allerdings seien Frauen im offiziellen Arbeitsmarkt unterrepräsentiert gewesen, weil sie häufiger unbezahlt in Familien und Familienbetrieben tätig sind als Männer.

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