Biogas-Anlagen Erste Ausschreibung bringt keine Kosten-Senkung

Mit Ausschreibungen für Ökostrom wollte der Bund für Kosteneinsparungen sorgen. Bei Wind- und Solarkraftwerken hat das gut funktioniert – bei Biogas-Anlagen nicht. Das jährliche Ausschreibungsvolumen wurde begrenzt.

Die Bundesnetzagentur erklärte, Grund für die vergleichsweise hohen Preise bei Biomasse sei auch, dass das Volumen der Ausschreibung mit einer Leistung von gut 120 Megawatt nicht ausgeschöpft wurde. Quelle: dpa

BerlinAnders als bei Wind- und Solarkraftwerken hat die erste Ausschreibung für Biogas-Anlagen keine Kosteneinsparung gebracht. Alle Gebote für Projekte hätten nahe der höchst möglichen Vergütung des Stroms den Zuschlag erhalten, teilte die Bundesnetzagentur am Montag mit. Diese liegt mit gut 14 Cent pro Kilowattstunde damit mehr als dreimal so hoch wie die für Windenergie an Land bei der letzten Ausschreibungsrunde. Die auf 20 Jahre garantierten Abnahmepreise für erneuerbaren Strom werden von allen Verbrauchern über die Stromrechnung finanziert. Bisher wurden die Abnahmepreise staatlich vorgegeben. Jetzt werden Projekte ausgeschrieben. Wer den geringsten Abnahmepreis verlangt, erhält den Zuschlag. Sowohl bei Wind als auch bei Solarenergie hat dies zu deutlich geringeren Preisen geführt.

Die Bundesnetzagentur erklärte, Grund für die vergleichsweise hohen Preise bei Biomasse sei auch, dass das Volumen der Ausschreibung mit einer Leistung von gut 120 Megawatt nicht ausgeschöpft wurde. Alle Gebote zusammen hätten lediglich eine Menge von 40 Megawatt erreicht, so dass jedes genehmigte Gebot einen Zuschlag erhalten habe. Die überwiegende Gebote kamen zudem von Betreibern von bestehenden Anlagen, die so den Förderzeitraum verlängern konnten. Neuanlagen kamen kaum zu Zug. Die Branche führt dies auf den staatlich festgelegten Höchstpreis für den Strom zurück, der Investitionen in neue Projekte nicht erlaube.

Die Bundesregierung setzt bei den erneuerbaren Energien kaum noch auf Biomasse. Diese gilt wegen der Mais-Monokulturen als Rohstoff als wenig umweltfreundlich. Zudem ist sie im Vergleich zu Wind oder Sonne teuer. Das jährliche Ausschreibungsvolumen wurde so für die nächsten Jahren auf maximal 200 Megawatt begrenzt.

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