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Bis zu 27 Punkte weniger Deutsche Industrie rutscht tiefer in Rezession

Rezession in der Industrie Quelle: dpa

Die Rezession der deutschen Industrie dauert weiter an – das zeigen mehrere aktuelle Konjunkturdaten. Vor allem die Chemie- und die Metallindustrie bereiten der Wirtschaft Sorgen. Doch es gibt auch Hoffnung.

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Was der deutschen Wirtschaft im November noch gelungen ist, das schafft die Industrie nicht: Sie schliddert nämlich nicht so gerade an der Rezession vorbei, sondern steckt bereits mittendrin. Im November ist ihr Auftragsbestand abermals zurückgegangen, wie aus einer Mitteilung des Ifo-Instituts hervorgeht. Der entsprechende Index sackte von minus 4,0 auf minus 9,3 Punkte.

Die Zahlen des Statistischen Bundeamts – die wie die Ifo-Zahlen auch am Donnerstag vorgestellt wurden – zeichnen ein ähnliches Bild: Demnach war der Auftragseingang (preisbereinigt) im verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2019 0,4 Prozent niedriger als noch im September. „Die Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe ist nach wie vor geschwächt“, stellt das Bundeswirtschaftsministerium fest. Der Ausblick auf das Jahresschlussquartal bleibe somit für die Industrie „noch verhalten“. Im September hatte es noch ein Wachstum von 1,5 Prozent gegeben. Während die Bestellungen aus dem Inland im Oktober um 3,2 Prozent fielen, erhöhten sich immerhin die Aufträge aus dem Ausland um 1,5 Prozent.

„Ohne die immer sehr volatilen Bestellungen im Bereich 'sonstiger Fahrzeugbau' beträgt der Rückgang sogar 2,9 Prozent“, kommentiert Christoph Weil, Ökonom bei der Commerzbank, die Konjunkturdaten. „Die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Auftragseingänge hat damit einen merklichen Dämpfer erhalten.“

Die Stimmung in den einzelnen Branchen dürfte zurzeit ziemlich unterschiedlich sein. Das Ifo-Institut hat für jede Branche einen eigenen Index erstellt: Der der krisengebeutelten Autobranche gab nur leicht nach und sank von 0,2 auf -2,1 Punkte. Die Chemische Industrie hingegen rutschte um 27 Punkte in die negativen Zahlen ab. Die Hersteller von Metallerzeugnissen wiederum büßten in ihrem Index 14,4 Punkte ein.

Hoffnung auf niedrigem Niveau verbreiten die Aufträge im Maschinenbau (+0,7 Punkte auf -18,1 Punkte), die Hersteller von elektrischen Ausrüstungsanlagen (+2,1 Punkte auf -11,2) und allen voran die Metallerzeuger. Ihr Auftragsbestand stieg um 23,6 Punkte – lag mit -47,1 Punkten im Vormonat jedoch auch auf einem besonders niedrigen Niveau.

Schwächere Weltkonjunktur, Handelskonflikte und Brexit-Chaos haben die exportabhängige Industrie zuletzt in die Rezession gedrückt und die gesamte Wirtschaft deutlich belastet. Wichtige Konjunkturindikatoren haben sich zuletzt aber stabilisiert. So legte der Ifo-Geschäftsklimaindex – der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft – im November leicht zu. Viele Beobachter halten deshalb für möglich, dass Europas größte Volkswirtschaft im ablaufenden Quartal erneut leicht wächst. Im dritten Quartal hatte es zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gereicht.

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