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Bremen-Wahl im Live-Ticker Knappe Mehrheit für Rot-Grün

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Prominente Wahlkämpfer an der Weser

+++16:25 Uhr +++

Neben der Landtagswahl in Hamburg ist die Abstimmung in Bremen die einzige in diesem Jahr - das erhöht natürlich auch die mediale Aufmerksamkeit. Politische Folgen für die Bundestagswahl werden sich aber nicht ergeben.

+++ 15.50 Uhr +++

Die Landtagswahl in Bremen ist äußerst schleppend angelaufen. Bis 14 Uhr hatten erst 23,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das waren deutlich weniger als zum gleichen Zeitpunkt vor vier Jahren (30,0 Prozent). Es kündigt sich ein neuer Tiefststand an.

+++ 14.58 Uhr +++

Der letzten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zufolge kommt Böhrnsens SPD auf 36 Prozent. Die Grünen erhalten der Erhebung zufolge 15 Prozent, das wäre deutlich unter ihrem Traumergebnis von 22,5 Prozent vor vier Jahren. Für die CDU sehen die Meinungsforscher voraus, dass sie diesmal mit 23 Prozent wieder zweitstärkste Kraft werden (2011: 20,4 Prozent). Die FDP kann laut Umfrage in die Bürgerschaft einziehen. Der Linkspartei gelingt laut Umfragen der Wiedereinzug in den Landtag. Für die erstmals in Bremen antretende euro-kritische AfD steht der Einzug in die Bürgerschaft mit 5,0 Prozent dagegen auf der Kippe.

+++ 14:25 Uhr +++

+++ 13:55 Uhr +++

Die Wahlbeteiligung lag rund vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale bei nur 14,2 Prozent und damit deutlich niedriger als vor vier Jahren, wie die Landeswahlleitung am Sonntag mitteilte. Damals hatten zum selben Zeitpunkt schon 20,6 Prozent der Stimmberechtigten gewählt. 2011 war die Wahlbeteiligung im kleinsten deutschen Bundesland mit 55,5 Prozent aber bereits so niedrig wie nie zuvor gewesen.

+++ 13.22 Uhr +++

Die Städte Bremen und Bremerhaven bilden getrennte Wahlbereiche - mit einer Besonderheit: Wenn eine Partei in Bremen an der 5-Prozent-Hürde scheitert, kann sie trotzdem in die Bürgerschaft einziehen, solange sie in Bremerhaven über die Hürde kommt. Außerdem senkte Bremen 2011 als erstes Bundesland das aktive Wahlrecht auf 16 Jahre ab.

+++ 13.02 Uhr +++

Der Stadtstaat ist mit 20 Milliarden Euro hoch verschuldet – wöchentlich kommen 8,2 Millionen Euro hinzu. Das muss sich ändern, denn ab 2020 gilt die Schuldenbremse und die finanzielle Unabhängigkeit des Stadt-Staates steht auf der Kippe.

Die großen Grundsatzprogramme der SPD

+++ 12.30 Uhr +++

Nur noch wenige Stunden bleiben den Parteien in Bremen, um die Wähler von sich zu überzeugen. Neben SPD-Parteichef Gabriel kam am Freitag auch Linksfraktionschef Gregor Gysi ins kleinste Bundesland. „Die größte Gefahr ist, wenn Menschen glauben, die Wahlen seien gewonnen“, rief Gabriel den SPD-Anhängern am Freitag im Bremer Musical-Theater zu. Wahlen seien erst gewonnen, wenn am Ende der Auszählung genug Stimmen da seien. Die SPD und Bürgermeister Jens Böhrnsen seien die Garanten für ein wirtschaftlich erfolgreiches und sozial gerechtes Bremen. Gysi fordert die volle Offenlegung der Zusammenarbeit zwischen dem Bundesnachrichtendienst (BND) und der NSA. „Dieser BND/NSA-Skandal muss vollends aufgeklärt werden“, verlangte er. „Und dann müssen die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden.“ Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel war als Wahlkampfhelferin in Bremen unterwegs.

+++ 12.10 Uhr +++

Er zählt zu den Ministerpräsidenten, die nicht immer sofort erkannt werden: Jens Böhrnsen. Dabei ist er seit zehn Jahren der Ministerpräsident von Bremen - und damit auch dienstältester Regierungschef. Verbindlich im Ton, entschieden beim Kampf um die Sache und trittsicher auf allen Ebenen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler im Jahr 2010 fand sich Böhrnsen als Bundesratspräsident vorübergehend im höchsten Staatsamt wieder und bekam für seinen Einsatz viel Lob. Eines der größten Defizite der Bremer Gesellschaft ist gleichzeitig Böhrnsens wichtigstes Anliegen: der soziale Zusammenhalt. Es bedrückt ihn spürbar, dass Bremen den höchsten Anteil armer Kinder in Deutschland hat.

+++ 11.50 Uhr +++

In keinem anderen Land ist die Schere zwischen Arm und Reich so groß wie in Bremen: Der Schuldenanteil pro Kopf beträgt 31.300 Euro. Fast ein Viertel der Bevölkerung ist armutsgefährdet, rund sieben Prozent der Bürger gelten mit 3000 Euro im Monat, die zur Verfügung stehen, als reich.

Diese Politiker kämpfen um die Gunst der Bremer
Hanseat, Bremer hieß es auf seinen Wahlplakaten Quelle: dpa
Elisabeth Motschmann (CDU) Die CDU-Spitzenkandidatin kann die Wahl nicht gewinnen. Doch davon lässt sie sich nicht abschrecken. Mit guter Laune und viel Ehrgeiz kämpft die 62-Jährige für ein gutes Abschneiden. Sie hofft, den Grünen als Koalitionspartner der SPD den Rang ablaufen zu können. Seit 1976 ist Motschmann in der CDU, saß in der Bürgerschaft und ist jetzt Bundestagsabgeordnete in Berlin. In der Vergangenheit ist sie mit konservativ-christlichen Positionen aufgefallen, hat diese aber nach eigenen Angaben zum Teil überdacht. Quelle: dpa
Lencke Steiner (FDP) Wirtschaftliche Kompetenz, ein neues Gesicht und ein Hauch Glamour - soll will sie die FDP in Bremen wieder in den Landtag bringen. Die 29-Jährige ist Chefin eines Familienunternehmens und Vorsitzende des Verbandes „Die Jungen Unternehmer“, aber kein Parteimitglied. Die TV-Show „Die Höhle des Löwen“, wo sie als Jury-Mitglied über Geschäftsideen von Firmengründern entschied, machte sie bundesweit bekannt. Gemeinsam mit ihren Parteikolleginnen Katja Suding und Nicola Beer posierte sie in der „Gala“ als sexy Actionheldin, angelehnt an die Serie „Drei Engel für Charlie“. Quelle: dpa
Karoline Linnert (Bündnis 90 / Die Grünen) Die Spitzenkandidatin der Grünen hat Ausdauer. Seit acht Jahren ist sie Finanzsenatorin im hoch verschuldeten Bremen - keiner ihrer Vorgänger hat es so lange im Amt ausgehalten. Mit ihrer Sparpolitik macht sich die 56-Jährige nicht immer Freunde. Trotzdem ist sie Überzeugungstäterin. Seit 1980 ist sie bei den Grünen, seit 1991 sitzt sie in der Bürgerschaft. Nun will sie vier weitere Jahre auf einen ausgeglichenen Haushalt hinarbeiten. Quelle: dpa
Kristina Vogt (Die Linke)Mit ihr setzt die Linke auf Beständigkeit. Die 49-Jährige war schon bei der Wahl 2011 Spitzenkandidatin. Seither führt sie die Linksfraktion im Landtag. Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte will vor allem die ärmeren Stadtteile in Bremen stärken und kritisiert den von Rot-Grün verordneten Sparzwang. Quelle: dpa
Christian Schäfer (AfD)Der Innenarchitekt ist der Spitzenmann der Alternative für Deutschland (AfD). Der 51-Jährige stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen. Denkverbote und Ideologien lehnt er eigenen Angaben nach ab. Sein Motto: Bewährtes immer wieder infrage stellen und ungewohnte Lösungen in Betracht ziehen.
Martin Korol (Bürger in Wut, BIW)Die Wählervereinigung Bürger in Wut (BIW) tritt gleich mit zwei Bürgerschaftsabgeordneten an. Der Ex-Sozialdemokrat Martin Korol (69), der während der Legislaturperiode zur BIW wechselte, in Bremen. Er steht auch auf der Gesamtliste auf Platz 1. Bei den letzten beiden Bürgerschaftswahlen gelang der BIW der Einzug ins Parlament über die Bremerhavener Landesliste.

+++ 11.30 Uhr +++

Elf Parteien bewerben sich um die 83 Sitze in der Bürgerschaft, die NPD nur in Bremerhaven. Am Wahlabend wird es noch kein vorläufiges Endergebnis für das Bundesland geben, lediglich Hochrechnungen. Die Auszählung dauert mehrere Tage.

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