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Brexit BDI: „Es geht nur noch um Schadensbegrenzung“

Deutsche Unternehmen müssen den Spagat schaffen: Noch ist Handelspartner Großbritannien EU-Mitglied, doch das kann jederzeit vorbei sein. Quelle: dpa

Seit drei Jahren bereiten sich deutsche Unternehmen auf den Brexit vor. Doch der Austritt aus der EU zieht sich weiter hin. Die Hängepartie verursache Unsicherheit und hohe Kosten, warnt nun der BDI.

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Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) beklagt drei Jahre nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien zähe Unsicherheit für die deutsche Wirtschaft. Niemand rede heute mehr über die Chancen des Brexits, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Lang anlässlich des bevorstehende Jahrestags. „Jetzt geht es leider nur noch um Schadensbegrenzung. Der harte Brexit ist wahrscheinlicher denn je zuvor.“

Viele Kosten seien für die Vorbereitungen in Unternehmen und Verwaltung bereits angefallen. Und noch immer stehe in den Sternen, welchen Weg das Vereinigte Königreich gehen wird, sagte Lang. Es fehle an allem: „Wir haben keine britische Regierung, kein wirtschaftspolitisches Konzept, und auch die britischen Notfallmaßnahmen lassen arg zu wünschen übrig.“

Was jetzt gebraucht werde, seien Entscheidungen. „Die Vorbereitungen haben in der Wirtschaft große Kosten verursacht. Die neue Regierung in London sollte zügig sagen, welches künftige Verhältnis sie mit der EU anstrebt. Ansonsten wird es für unsere Unternehmen auf der Insel sehr schwer“, sagte Lang weiter.

Der BDI-Hauptgeschäftsführer warnte davor, die Probleme zu unterschätzen: „Erstmals in der Geschichte der EU werden Handelshemmnisse aufgezogen und nicht abgebaut. Dadurch werden Wertschöpfungsketten empfindlich getroffen. Diese Effekte lassen sich noch gar nicht analysieren. Es kommt vielleicht viel schlimmer als bisher vorhergesehen.“

Lang sprach sich gegen die immer wieder diskutierten Nachverhandlungen aus. Am wichtigsten sei die Zustimmung Londons zum ausgehandelten Austritts- und Übergangsabkommen. „Es ist richtig, dass die Bundesregierung und die Europäische Kommission weiter zu dem ausgehandelten Deal stehen.“ Es liege außerdem im Interesse der deutschen Wirtschaft, dass an der irischen Grenze Binnenmarktregeln dauerhaft eingehalten werden. Die einzige Möglichkeit, dies zu gewährleisten, sei der sogenannte Backstop – die Ausnahmeregelung für die Grenze zwischen Irland und Nordirland, wo nach dem Brexit eigentlich eine EU-Außengrenze mit entsprechenden Kontrollen entstehen wird.

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