Bund der Steuerzahler Schuldenuhr tickt jetzt langsamer

Weil der Bund, sowie viele Länder und Kommunen weniger Schulden planen, tickt die Schuldenuhr des Bunds der Steuerzahler jetzt langsamer.

Das sind Deutschlands Schuldenhochburgen
Noch im letzten Jahr war Nordrhein-Westfalen das deutsche Bundesland mit den meisten Schuldenstädten. Oberhausen belegte im Jahr 2013 den traurigen ersten Platz im Finanz- beziehungsweise Schuldenreport der Bertelsmann Stiftung. Auf einen Einwohner kamen 6.870 Euro Miese durch Kassenkredite. Die Stadt schloss Musikhäuser und machte fünf der acht Schwimmbänder dicht. Quelle: dpa
Die Plätze fünf und vier belegten im vergangenen Jahr ebenfalls Städte aus Nordrhein-Westfalen. In Remscheid (im Bild die Müngstener Brücke zwischen Solingen und Remscheid) lag die Verschuldung bei knapp unter 5.000 Euro Schulden pro Einwohner. Platz vier belegte die NRW-Stadt Hagen mit 5.618 Euro Schulden pro Einwohner. Quelle: dpa
19 der 30 besonders verschuldeten deutschen Städte lagen 2013 in Nordrhein-Westfalen. Auch Wuppertal belegte mit 4.215 Euro Schulden pro Einwohner einen Platz unter den Top Ten. Quelle: dpa
Essen im Ruhrgebiet war laut der Bertelsmann Stiftung mit 3.766 Euro pro Einwohner mehr als dreimal so hoch verschuldet wie alle bayerischen, sächsischen und baden-württembergischen Kommunen zusammen. Doch 2014 hat sich der Wind gedreht - Nordrhein-Westfalen ist nicht mehr länger Deutschlands Sorgenkind. Quelle: dpa
Binnen eines Jahres hat sich nämlich die finanzielle Lage der rheinland-pfälzischen Kommunen drastisch verschlechtert, wie die Bertelsmann Stiftung feststellt. Das Land gebe den Städten und Kreisen zu wenig Geld, weshalb vier Kommunen vor dem rheinland-pfälzischen Verfassungsgerichtshof in Koblenz gegen die Landesregierung klagen. Quelle: dpa
So belegt in diesem Jahr die Stadt Ludwigshafen mit rund 9.000 Euro Schulden pro Einwohner Platz vier des deutschen Schuldenrankings. Im vergangenen Jahr belegte die Stadt, in der BASF zuhause ist, noch Platz acht mit 4.043 Euro Schulden pro Bürger. Quelle: dpa
Auf dem dritten Rang liegt Pirmasens mit rund 10.000 Euro Schulden pro Einwohner. Schon 2013 belegte die rheinlandpfälzische Stadt einen der oberen Plätze: 2013 betrug die Pro-Kopf-Verschuldung allerdings noch 6.215 Euro Schulden pro Kopf (Platz zwei). Laut Bertelsmann macht vor allem der Rückgang der Einwohnerzahl macht der Stadt zu schaffen. Quelle: dpa

Mit seiner Schuldenuhr will der Bund der Steuerzahler Bürgern und Politikern immer wieder deutlich machen, wie die Politik das Schuldenmachen weiterführt. Dafür zählt die digitale Uhr Schulden und Sekunden und soll darüber informieren, wie es sich pro Sekunde mit dem deutschen Schuldenzuwachs verhält. Zum einen verrät sie, wie viele Schulden pro Sekunde gemacht werden, als auch wo der tagesaktuelle Gesamtschuldenstand liegt.

Eckdaten des Bundeshaushalts 2014 bis 2018

Jetzt hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) die Schuldenuhr von 165 auf 115 Euro pro Sekunde runtergedreht. Der Grund: "Bund, Länder und Kommunen wollen in diesem Jahr insgesamt weniger Schulden machen", so der BdSt. "Der Bund plant sogar, das dritte Jahr in Folge ohne Neuverschuldung auszukommen." Dies sei "vor dem Hintergrund historisch hoher Steuereinnahmen auch geboten", so der Verein.

Nach Berechnungen des BdSt planen die Länder in diesem Jahr insgesamt 3,6 Milliarden Euro an Nettokrediten aufzunehmen. Was einem rechnerischen Zuwachs von 115 Euro pro Sekunde entspräche - 50 Euro weniger als bislang. Denn 2015 hatten die Länder laut dem BdSt mit 5,1-Milliarden-Euro-teuren neuen Krediten gerechnet.

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Kritik gibt es vom Steuerzahlerverband allerdings für die Länder, die weiterhin Neuschulden planen. "Jetzt müssen sich die Defizitländer anstrengen, damit ihnen schnellstmöglich die Nullverschuldung gelingt, die laut Schuldenbremse ab 2020 vorgeschrieben ist", so der BdSt. "Zudem registrieren wir bei den Kommunen seit Jahren einen Schuldenzuwachs vor allem über Kassenkredite und in den Schattenhaushalten."

Die Gesamtschulden von Bund, Ländern und Kommunen belaufen sich derzeit auf mehr als 2000 Milliarden Euro.

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