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Bundesarbeitsministerin "Duale Ausbildung europaweit aufbauen"

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Deutsche Unternehmen sind Vorbilder

Die beliebtesten Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler
Platz 20: EZB5,1 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich die Europäische Zentralbank als Arbeitgeber. Quelle: dpa
Platz 19: L'Oreal5,2 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich L'Oreal als Arbeitgeber. Quelle: REUTERS
Platz 18: ProSiebenSat.15,4 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich ProSiebenSat.1 als Arbeitgeber. Quelle: dapd
Platz 17: Coca Cola5,4 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich Coca Cola als Arbeitgeber. Quelle: AP
Platz 16: BASF5,6 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich BASF als Arbeitgeber. Quelle: dpa
Platz 15: Ernst & Young 5,6 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich Ernst & Young als Arbeitgeber. Quelle: dapd
Platz 14: Robert Bosch6,0 Prozent der Befragten Wirtschaftswissenschaftler wünschen sich Bosch als Arbeitgeber. Quelle: dpa

Tun deutsche Firmen genug, um die duale Ausbildung an ihre Auslandsstandorte zu exportieren?

Deutsche Unternehmen sind eine Riesenhilfe und als Vorbilder unverzichtbar. Siemens etwa holt spanische Azubis zeitweise aus seinen Niederlassungen nach Deutschland und baut in Spanien zeitgleich mit seinen Zulieferern Ausbildungsverbünde auf. Aus diesen Inseln müssen wir flächendeckend nachhaltige Strukturen machen.

Glauben Sie, dass die angekündigten EU-Milliarden die Probleme lindern?

Es stehen zunächst 16 Milliarden Euro aus ungenutzten Strukturfondsmitteln für die Ausbildung bereit. Ab 2014 kommen weitere sechs Milliarden Euro im Rahmen der Jugendgarantie hinzu. Und die EIB hat Kreditvolumina, die sie mit mindestens 60 Milliarden beziffert. Das Entscheidende ist, die Mittel in wirksame und nachhaltige Veränderungen am Arbeitsmarkt zu investieren.

Alle sprechen über Maßnahmen, wenige über Ursachen. Frankreichs hoher Mindestlohn etwa gilt als Hürde für junge Arbeitnehmer.

Jobchancen hängen zuallererst am Schulabschluss. Das ist das Mindeste – auch in Deutschland. Zudem braucht jeder, der erfolgreich sein will, unbedingt eine abgeschlossene Ausbildung. Erst dann geht es um Löhne. Da sollten wir nüchtern bleiben: Der Mindestlohn ist weder Allheilmittel noch Katastrophe. Die Frage ist allein, ob er das richtige Maß hat.

Bestreiten Sie Frankreichs Probleme?

In anderen Ländern gibt es einen gestaffelten Mindestlohn für Berufseinsteiger. Dort sind die Ergebnisse besser. Ich halte unser Modell für gut, nach dem die Tarifpartner in einer Kommission den Mindestlohn aushandeln. Damit fahren wir seit 15 Jahren mit inzwischen zehn Branchenmindestlöhnen gut. Ob das stattdessen der Staat leisten sollte, darüber diskutiere ich mit meinem französischen Kollegen gern kontrovers.

Aber am Mindestlohn sieht man, dass die Hürden für eine harmonisierte Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sehr hoch sind.

Arbeitsmarktpolitik ist mehr als Mindestlöhne. Wir Arbeitsminister haben inzwischen ein nie da gewesenes Maß an Abstimmung. Wir lernen voneinander, die Arbeitsagenturen tauschen sich aus. Das ist ein Quantensprung. Ohne Krise hätte es die Bereitschaft nie gegeben, sich in die Karten gucken zu lassen. Wir kaschieren unsere Fehler nicht mehr. Wir haben verstanden, dass die Konkurrenz nicht im Ministerrat neben uns sitzt, sondern in Shanghai oder im Silicon Valley.

Welchen Beitrag bringt die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit zum Gipfel?

Die BA ist inzwischen ein hochmoderner Dienstleister, der gelernt hat, jeden Arbeitslosen in seinen verborgenen Stärken zu fördern. Außerdem gilt heute: Wer zur BA kommt, braucht Angebote und nicht als allererstes Geld. Mittlerweile hat die Zentrale einen exzellenten Überblick auch über die regionalen Arbeitsmärkte. In Zukunft muss uns das auch im europäischen Maßstab gelingen. In einigen Ländern fehlt bereits die nationale Transparenz. Mein Ziel ist: Eines Tages soll ein Jugendlicher irgendwo in Europa online eingeben, was er kann und was er sucht – und er bekommt EU-weit passende Angebote.

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