Bundesfinanzministerium Steuereinnahmen steigen deutlich – Abschwächung durch Kriegsfolgen erwartet

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im Februar deutlich gestiegen. Der Ukrainekrieg könnte sich aber negativ auf die Konjunktur und damit auch künftige Einnahmen auswirken.

  • Teilen per:
  • Teilen per:
Im Februar lagen die Steuereinnahmen von Bund und Ländern 15,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Quelle: imago images/Jens Schicke

Im Februar summierten sich die Steuereinnahmen von Bund und Ländern auf 63,16 Milliarden Euro. Das waren 15,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Januar hatte das Plus noch 22,4 Prozent betragen. In den ersten beiden Monaten 2022 zusammen lagen die Einnahmen bei 120,7 Milliarden Euro – ein Plus von 18,7 Prozent. Doch das dürfte sich so nicht fortsetzen. Experten erwarteten schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine nur ein kleines Plus im Gesamtjahr. „Die konjunkturellen Belastungen aus dem Krieg in der Ukraine dürften auch die Entwicklung der Steuereinnahmen dämpfen“, erwartet das Finanzministerium.

Das deutliche Plus im Februar geht vor allem auf die Erholung von der Coronapandemie zurück. Die Umsatzsteuer brachte beispielsweise gut 30 Prozent mehr ein. Ein deutlich höheres Aufkommen gab es auch bei der Lohnsteuer - als Folge von weniger Kurzarbeit. Weiterhin erholen sich die Einnahmen der reinen Ländersteuern deutlich stärker als bei den Töpfen, die nur dem Bund zustehen.

Mit Blick auf die Konjunktur betonte das Finanzministerium, der Arbeitsmarkt sei weiterhin sehr robust. „Nach ersten Einschätzungen des (Forschungsinstituts) IAB dürfte der deutsche Arbeitsmarkt unmittelbar nicht in großem Maße negativ durch die russische Invasion der Ukraine beeinflusst werden. Sektorale beziehungsweise unternehmensspezifische wirtschaftliche Schocks könnten zunächst durch Kurzarbeit abgefedert werden.“ Danach dürften aber Auswirkungen auf den Jobmarkt nicht zu vermeiden sein. Die Unsicherheit sei durch die russische Invasion merklich erhöht worden. Die ohnehin schon hohen Energiepreise könnten einen weiteren Schub bekommen. Lieferkettenunterbrechungen könnten in Einzelfällen zu Produktionsausfällen führen. Insgesamt seien die direkten Handelsbeziehungen mit Russland und Belarus, gegen die Sanktionen verhängt wurden, aber begrenzt.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%