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Bundesinnenminister „Der böse Seehofer – der Mörder, der Terrorist, der Rassist“ – CSU-Chef wittert erneut Kampagne

Bierzeltreden sind für bayerische Politiker eigentlich eine normale Pflichtaufgabe. Doch Seehofer nutzt sie, um es seinen Kritikern heimzuzahlen – und sein Twitter-Debüt zu verkünden.

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02.08.2018, Bayern, Töging am Inn: Horst Seehofer, Vorsitzender der CSU und Bundesinnenminister, spricht in einem Bierzelt auf dem Töginger Volksfest. Foto: Armin Weigel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa

Töging am Inn CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seinen Kritikern eine gezielte Kampagne gegen seine Person und eine völlig unangemessene Wortwahl vorgeworfen. „Genau diejenigen, die jeden Tag dafür eintreten, dass man in der Politik Anstand und Stil zu bewahren hat, überschütten mich mit Worten und Eigenschaften und Attributen, die weit unter der Gürtellinie liegen“, sagte Seehofer am Donnerstagabend in einer Bierzeltrede im oberbayerischen Töging am Inn.

„Jetzt steht also der böse Seehofer vor Ihnen – der Mörder, der Terrorist, der Rassist“, sagte er mit Blick auf die Kritik an ihm zu den mehreren Hundert Besuchern, betonte aber dann: „Kampagnen, da können Sie sich drauf verlassen, die beschäftigen mich nicht.“

Dabei witterte der Bundesinnenminister bereits vor einigen Tagen eine Kampagne gegen sich. Zur Kritik an seinen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik sagte er Mitte Juli der Zeitung „Augsburger Allgemeine“: „Jeder, der es sehen will, sieht, dass hier eine Kampagne gefahren wird, die geht gegen mich und meine Partei.“ Leider hätten sich auch Einzelne aus der CSU dafür vereinnahmen lassen. „Viele der Kritiker lassen genau das vermissen, was sie mir vorwerfen: Anstand und Stil“, monierte Seehofer.

Seehofer bald auf Twitter

In seiner Bierzeltrede kündigte Seehofer zudem auch seinen Einstieg in das soziale Netzwerk Twitter an. „Ich fange wahrscheinlich Ende August selbst das Twittern an“, so der CSU-Chef. „Ich sehe mich jetzt gezwungen, weil ich manche Wahrheiten sonst nicht unter eine breitere Bevölkerung bekomme“, sagte er zur Erklärung und fügte schmunzelnd hinzu, der Landtagswahlkampf in Bayern werde nun „noch etwas bereichert“.

Immerhin schränkte der 69-Jährige ein, er werde den Kurznachrichtendienst zwar nutzen, aber vielleicht „in einem anderen Stil“ als US-Präsident Donald Trump. Der macht über Twitter Politik und ist für seine Tweets berüchtigt.

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