Bundeskanzlerin Von der Leyen schließt Merkel-Nachfolge aus

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat es indirekt ausgeschlossen, eines Tages die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel anzutreten. Sie hat damit auf entsprechende Spekulationen reagiert.

Die Talkshowkönige des Jahres 2012
Das Online-Medienmagazin Meedia hat die Talkshowkönige des Jahres 2012 ermittelt. Auf Platz 6 befindet sich Norbert Blüm, ehemaliger Arbeitsminister unter der Regierung Kohl. Er ist vor allem dann im Fernsehen zu sehen, wenn es um sein Lieblingsthema Rente geht, über die er nicht müde wird zu sagen, dass sie sicher sei. Blüm war daher sechs Mal Gast in einer Talkshow. 2011 waren es nur drei Mal. Quelle: REUTERS
Platz 6 Heiner Geißler, ehemaliger CDU-Generalsekretär, schaffte es auch auf sechs Auftritte im Fernsehen. Er ist ein gern gesehener Gast, der in der Öffentlichkeit stets seine Meinungen zu diversen Themen lautstark vertritt. Im Jahr 2011 war er daher auch schon vier Mal in Talkshows zu sehen. Quelle: REUTERS
Platz 6Sie legte sich mit der obersten Stelle an: Gertrud Höhler, Unternehmerin und Publizistin, veröffentlichte 2012 ein Buch über Angela Merkel. Darin rechnete Höhler mit der Politik und dem Politikstil der Kanzlerin ab. Ihre Thesen wollte sie in der Öffentlichkeit streuen und verteidigen. Die Talkshows boten ihre die beste Bühne dazu: sechs Mal war sie dort zu sehen. Quelle: dapd
Platz 6Politiker der FDP waren dieses Jahr oft bei Fernsehgesprächsrunden zu sehen. Der ehemalige Generalsekretär und Spitzenkandidat für die NRW-Wahl Christian Lindner zum Beispiel. Er legte gleich sechs Auftritte hin. Lindner musste einiges erklären. Allein die Tatsache, dass er nach der NRW-Wahl auf jeden Fall die Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland weiterführen wollte und dafür den Sitz des Generalsekretärs aufgab, sorgte für Gesprächsstoff. Genau so viel Gesprächsstoff erzeugten im übrigen der ehemalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und der politische Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader (beide rechts von Lindner). Quelle: dpa
Platz 6Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles trat sechs Mal in Talkshows auf - im vergangenen Jahr war es dagegen nur ein Mal. Die SPD muss ein Jahr vor der Bundestagswahl ihre Präsenz in den Medien erhöhen - und einiges erklären: Wer wird nun endlich der Spitzenkandidat? Und wie ist das mit der Rente mit 67? Und warum stimmt die SPD gegen das Steuerabkommen mit der Schweiz? Nahles übernahm den Job. Quelle: dpa
Platz 5Der Verleger und Journalist Jakob Augstein schaffte es im Jahr 2012 auf sieben Auftritte in verschiedenen Talkshows. Der Sohn des verstorbenen Spiegel-Herausgebers Rudolf Augstein ist der einzige Journalist unter den Top-ten Talkshowkönigen. Quelle: dpa
Platz 3Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach aus Bergisch-Gladbach tauchte insgesamt acht Mal in den TV-Gesprächsrunden auf. Ein möglicher Grund: Bosbach ist ein prominenter Kritiker der EU-Schuldenkrisenpolitik und hatte sich deshalb bereits im Vorjahr vom Parteikollegen und Leiter des Kanzleramts Roland Pofalla anschnauzen lassen. Dieses Jahr machte Bosbach auch aus menschlichen Gründen von sich reden: Im August 2012 kündigte er an, trotz seiner Krebserkrankung wieder für den Bundestag kandidieren zu wollen. Quelle: dpa
Mit acht Auftritten schaffte es die Linken-Politikerin Sarah Wagenknecht gleich auf Platz 3 der Talkshowkönige. Im Jahr 2011 war sie mit fünf Mal auch schon ein gern gesehener Gast. Quelle: dpa
Platz 1Einer der Debatten des Jahres war: Führt die Politik eine Frauenquote in den Vorstandszimmern der deutschen Unternehmen ein? Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine Verfechterin dieser Idee eine erhöhe Präsenz in den Medien vorwies: Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen trat insgesamt neun Mal bei Talkshows auf. Sie war vor allem Stammgast bei "Günther Jauch", den sie gleich vier Mal mit ihrer Präsenz beglückte. Außer dem Moderator war dort niemand öfters zu sehen. Zum Kontrast: Im Jahr 2011 war von der Leyen dagegen nur zwei Mal bei Talkshows. Quelle: dpa
Platz 1 Wolfgang Kubicki schaffte es ebenso wie die Kollegin von der Leyen auf den ersten Platz. Neun Auftritte im Fernsehen legte der selbstbewusste FDP-Politiker dieses Jahr hin, das vor allem für ihn sehr ereignisreich war. Bei Wahlen in Schleswig-Holstein schaffte er mit seiner Partei den Wiedereinzug ins Parlament - und das obwohl es mit der FDP in den Umfragen nicht gut lief. Kubicki verortet den Grund dafür bei der Parteispitze, gegen die er regelmäßig in der Öffentlichkeit wettert - auch in Talkshows. Kubicki war sich für nichts zu schade. Er trat auch bei Stefan Raabs Polit-Talkshow-Premiere "Die Absolute Mehrheit" auf. Quelle: dapd

„Angela Merkel bleibt Kanzlerin bis mindestens 2017 und es gilt: Jede Generation in Deutschland hat einen Kanzler. Aus meiner Generation ist das Angela Merkel“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung.
Von der Leyen reagierte damit auf entsprechende Spekulationen in der Union. In Parteikreisen war nach ihrem vehementen Eintreten für eine gesetzliche Frauenquote gemutmaßt worden, die Arbeitsministerin wolle Merkel als Kanzlerin beerben.

Zu ihrem Kampf für die Quote sagte von der Leyen: „Mir wäre ein parteiübergreifender Konsens am liebsten gewesen, wie bei anderen Themen wie Organspende auch. Dazu hat es Sondierungen mit der Opposition gegeben. Aber im Zeichen des Wahlkampfes waren gemeinsame Lösungen nicht mehr möglich.“

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