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Bundesländerranking Wo junge Menschen die besten Chancen haben

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Demografischer Wandel verbessert Lernsituation

Wo es die beste Kinderbetreuung gibt
Frauen tragen am Donnerstag (09.02.2012) bei einer Demonstration vor dem Rathaus in Wiesbaden Schilder mit der Aufschrift "Familie und/oder Beruf" und "Frauen an den Herd? Quelle: dpa
Eine Passantin geht am Mittwoch (21.12.2011) mit einem Kinderwagen, an dem ein Regenschirm hängt, an der Alster in Hamburg spazieren. Quelle: dpa
Kinder einer Charlottenburger Kita besichtigen in Berlin den Plenarsaal des Deutschen Bundestages Quelle: dpa/dpaweb
Kinder der AWO-Kindertagesstätte «Käthe Kollwitz» Quelle: dpa
Eine Mutter geht mit ihrem Kinderwagen durch Soemmerda Quelle: dapd
Spaziergänger gehen vor Schloss Rheinsberg mit einem Kinderwagen am Grienericksee spazieren Quelle: dapd
Die einjährige Laureen spielt am Donnerstag (28.06.2012) am Strand von Warnemünde. Quelle: dpa

Nur der Westen hinkt hinterher. Der Bundesdurchschnitt liegt bei einer Kleinkindbetreuungsquote von 25,2 Prozent - in Nordrhein-Westfahlen beispielsweise sind aber nur 15,9 Prozent der Knirpse tagsüber in Kitas. Beim Spitzenreiter Sachsen-Anhalt sind es dagegen 56,1 Prozent. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei dem bereits erwähnten Verhältnis von Lehrern zu Schülern: In Ostdeutschland scheint die Betreuungssituation also deutlich besser zu sein, als im Westen. Woran liegt das? "Da sind die Auswirkungen des demografischen Wandels nicht von der Hand zu weisen", sagt Bahrke. Gerade der Geburtenknick nach der Wende spiele eine entscheidende Rolle. So hat sich die Zahl der Schüler in den ostdeutschen Flächenländern (ohne Berlin) seit 2001 um 33,1 Prozent reduziert. Gingen im Jahr 2001 in den neuen Bundesländern noch rund zwei Millionen Kinder zur Schule (von der Vorschule bis zur Berufsschule), waren es 2010 nur noch 1,3 Millionen Schüler. "Dadurch kommt es im Osten zu einer teils deutlichen Verbesserung des Verhältnisses", sagt Bahrke.

Mehr Ausbildungsplätze, mehr Schulabbrecher

Die sinkende Geburtenrate hilft den Jugendlichen in Ostdeutschland indirekt auch bei der Ausbildungsplatzsuche. Kommen im Bundesdurchschnitt auf 100 Schulabgänger 103,1 Lehrstellen, sind es in Thüringen schon 105,2 Plätze und in Mecklenburg-Vorpommern ganze 111,1. Natürlich bedeutet das nicht automatisch, dass jeder qualifizierte Schulabgänger auch seine favorisierte Ausbildung bekommt, aber die Chancen auf einen Platz sind in Ostdeutschland doch höher als in den alten Bundesländern.

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Zeitgleich steigt dort aber auch die Zahl derer, die die Schule ohne einen entsprechenden Abschluss verlassen: Im Jahr 2008 verließen deutschlandweit rund 65.000 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne einen Abschluss. Das entsprach einer Quote von 7,5 Prozent. Schon vor vier Jahren gab es jedoch auch bei den Schulabbrechern große regionale Unterschiede; der Osten führte bereits da das unrühmliche Rankin an, wie eine Studie von Professor Klaus Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt. 2008 gingen beispielsweise in Baden-Württemberg 5,6 Prozent ohne Abschluss von der Schule, in Mecklenburg-Vorpommern waren es ganze 17,9 Prozent.

Und die Entwicklung geht leider weiter in diese Richtung: Während die Abbrecherquote im Bundesmittel um 0,9 Prozentpunkte fiel, stieg sie in Mecklenburg-Vorpommern von 2008 bis 2010 um 3,8 Prozentpunkte. Damit leben die meisten Schulabbrecher Deutschlands in diesem Bundesland. Auch in Sachsen stieg der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss (plus 1,2 Prozentpunkte, Rang 13), genauso wie in Thüringen (plus 1,6 Prozentpunkte). Und in Sachsen-Anhalt haben 12,3 Prozent der Jugendlichen, die 2010 die Schule verließen, keinen Abschluss - das ist ein Anstieg von 1,4 Prozentpunkten. Zum Vergleich: Bundesweit liegt der Anteil der Schulabbrecher bei 6,2 Prozent.

Diese Statistiken untermauern zum einen die Beobachtungen der von Bahrke zitierten Unternehmer, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte und Auszubildenden zu finden. Zum anderen sind die hohen Abbrecherquoten auch ein Indiz dafür, wieso es im Osten Deutschlands zu einem solchen Lehrstellenüberschuss kommt.

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