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Bundesländerranking Wo junge Menschen die besten Chancen haben

Trotz Zentralabitur und Rechtsanspruch auf Kita-Betreuung sind die Bildungschancen für junge Menschen nicht überall gleich. Erstaunlicherweise verbessert aber gerade der Geburtenknick die Ausbildungssituation.

Die besten Bundesländer für Schüler und Azubis
Passanten gehen am Dienstag (28.08.12) in Bremen an der Fassade des Empfangsgebaeudes des Bremer Hauptbahnhofes vorbei. Quelle: dapd
Ein Brunnen vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität in München Quelle: dpa
Die St. Johann-Basilika in der Altstadt von Saarbrücken Quelle: dpa/dpaweb
Abendhimmel hinter der Baustelle der Elbphilharmonie am Hafen von Hamburg. Quelle: dpa
Die Rücklichter fahrender Autos werden am Mittwochabend (21.03.2012) auf der Karl-Marx-Allee in Berlin dank einer Langzeitbelichtung zu roten und gelben Linien. Quelle: dpa
Birds sit on a statue in the park of Sanssouci Palace Quelle: dapd
Gäste am Kreuzfahrtterminal in Warnemünde Quelle: dpa/dpaweb

Seit Jahren fordern Elterninitiativen und Lehrerverbände kleinere Schulklassen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Lehrer können sich besser um jeden einzelnen Schüler kümmern, wenn sie statt 30 nur 15 Schüler betreuen. Dadurch profitieren die Kinder, sie lernen schneller und besser, die Qualität der Ausbildung steigt, die Wirtschaft darf sich über gute Fachkräfte freuen. Im Schulalltag finden sich dennoch regelmäßig große Klassen sowie gestresste Schüler und Lehrer.

Die aktuellen Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK), die für das Bundesländerranking von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der WirtschaftsWoche analysiert worden sind, zeigen jetzt: zumindest in der Sekundärstufe II, also der gymnasialen Oberstufe, ändert sich etwas. Laut der Erhebung kommen auf einen Pädagogen in der Sek. II nur noch 14,9 Schüler, um die er sich kümmern muss. Beim Spitzenreiter Thüringen sind es sogar nur 11,1. Die rote Laterne hält Hessen mit immer noch vertretbaren 16,2 Schülern pro Lehrer. "Das heißt aber nicht, dass nicht trotzdem 25 Schüler in einer Klasse sitzen", sagt Michael Barke, Studienleiter vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Schließlich gebe es in den Oberstufen einen großen Schlüssel von Fachlehrern, Tutoren und Betreuern, auf die sich die Schülerschaft verteilt.

Steigendes Bildungsniveau - ja oder nein?

Jedoch sei bei der Entwicklung des Verhältnisses von Schülern pro Lehrer über alle Schulformen hinweg seit dem Jahr 2001 "in der Tat eine kontinuierliche Verbesserung zu erkennen", so Bahrke. Das hieße allerdings noch nicht zwangsläufig, dass Schüler aus kleinen Klassen automatisch besser für das spätere Berufsleben gerüstet seien. In Gesprächen mit Unternehmen sei ihm immer wieder gesagt worden, dass die Qualität insbesondere die Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger spürbar abnehme. Empirisch bewiesen sei das zwar nicht, aber es entspreche der allgemeinen Wahrnehmung.

Ganz anders beurteilt das die KMK. Im aktuellen Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz heißt es: "Das Bildungsniveau ist weiter angestiegen. Die Zahl der Abiturienten nimmt zu, die Zahl der Schulabbrecher geht weiter zurück." Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, ist sich sicher, dass das Bildungsniveau steigt, "weil Qualität und Umfang des Bildungs- und Betreuungssystems zugenommen haben."

Mehrheit der Kinder geht in Kitas

Rabe hebt außerdem hervor, dass fast alle der drei- bis fünfjährigen Kinder in Kindertagesstätten betreut werden. "Die Länder sind mit dem Ausbau von Kindertagesstätten und Ganztagsangeboten sowie zahlreichen Förderangeboten wie beispielsweise der Sprachförderung auf einem richtigen Weg", so Rabe. Auch bei den Kindern unter drei Jahren geht schon ein großer Teil in Kitas. Zwar sind viele Gemeinden noch sehr weit entfernt von der Umsetzung des ab August 2013 geltenden Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz. Aber gerade in den neuen Bundesländern wird rund die Hälfte der Kinder unter drei Jahren bereits entsprechend betreut. In Thüringen haben berufstätige Eltern beziehungsweise Eltern auf Jobsuche bereits seit 2006 einen Anspruch auf Betreuung von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr, für Kinder unter zwei Jahren müssen entsprechende Angebote bereit stehen.

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