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Bundespräsidentenwahl Gauck sollte mindestens 90 Prozent bekommen

Gegen 14 Uhr dürfte der neue Bundespräsident feststehen. Dann will Bundestagspräsident Norbert Lammert das Wahlergebnis der Bundesversammlung bekanntgeben. Weniger als 90 Prozent Stimmen für Joachim Gauck wären eine Überraschung.

Schauplatz der Wahl: der Bundestag - hier wird der Bundespräsident am Sonntag gewählt. Quelle: dpa

1240 Delegierte sind an diesem Sonntag aufgerufen, im Berliner Reichstag den nächsten Bundespräsidenten zu wählen. Dabei ist jetzt schon klar, dass der frühere Pastor, Bürgerrechtler, Chef der Stasi-Unterlagenbehörde und unterlegene Präsidentschaftskandidat von 2009, Joachim Gauck, zum Nachfolger von Christian Wulff gewählt wird. Schließlich ist Gauck der gemeinsame Kandidat von CDU, CSU, SPD, FDP und Grünen - und die kommen bei der Bundesversammlung zusammen auf 1100 Delegierte oder 89 Prozent. Weit abgeschlagen dürfte die Kandidatin der Linken (124 Wahlleute), Beate Klarsfeld, landen. Schließlich gibt es noch Delegierte, die die Freien Wähler (zehn), die NPD (drei) und die Piraten-Newcomer (zwei) entsenden.

Diese Promis wählen den Bundespräsidenten
Der Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, gehören 1 240 Wahlfrauen und Wahlmänner an. Es sind alle 620 Bundestagsabgeordneten sowie eine gleiche Anzahl von Abgesandten aus den Ländern, die nicht Parlamentarier sein müssen. In der Vergangenheit waren das auch Nicht-Politiker/ Prominente. Am Sonntag dürfen aber vor allem Berufspolitiker an die Wahlurne treten. Zu groß ist offenbar die Furcht – vor allem im Regierungslager – vor Abweichlern. Etwas Glamour wird es in der 15. Bundesversammlung dennoch geben. So schickt die nordrhein-westfälische CDU die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer nach Berlin. Quelle: dpa
Die sächsische SPD entsendet Schauspieler Jan Josef Liefers in die Bundesversammlung. Der gebürtige Dresdner spielte bisher in 21 „Tatort“-Folgen mit und erhielt für sein soziales Engagement bereits den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Quelle: dpa
Ebenfalls für die SPD wird Comedian Ingo Appelt nach Berlin fahren. Der gebürtige Essener, der durch seine Parodien von Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD), Ex-Kanzler Helmut Kohl und Sänger Herbert Grönemeyer bekannt wurde, wurde von der NRW-SPD vorgeschlagen. Quelle: dpa
Der mehrfache Meistertrainer, Europameister von 2004 und Feuerwehrmann bei Hertha BSC Berlin, Otto Rehhagel, wird am Sonntag ebenfalls den Bundespräsidenten wählen dürfen. Er fährt auf Einladung der Berliner CDU vom Trainingsgelände der Hertha am Olympiastadion zum Reichstag. Quelle: REUTERS
Er hat „Wetten, dass..?“ erfunden und moderierte die Fernsehshow ebenso wie das Quiz „Jeopardy“. Am Sonntag dürfte der Österreicher Frank Elstner in der Bundesversammlung keine Probleme haben, die Frage auf die Antwort „Joachim Gauck“ zu geben: Wer bekommt meine Stimme in der Bundesversammlung? Quelle: dpa
Sönke Wortmann wollte nach dem Abitur zunächst Fußball-Profi werden, entschied sich dann aber für ein Regiestudium. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Wortmann dennoch hautnah dabei: Er drehte in der Kabine, im Bus und im Mannschaftshotel „Deutschland – Ein Sommermärchen“. Wortmann gehört auf Vorschlag der Grünen der 15. Bundesversammlung am Sonntag an. Quelle: dpa/dpaweb
Die blinde Skilangläuferin Verena Bentele (2.v.r.) ist vierfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympics-Siegerin. 2010 entsandte die SPD in Baden-Württemberg Bentele in die Bundesversammlung. In diesem Jahr darf sie erneut den Bundespräsidenten wählen. Quelle: dpa/dpaweb

Es ist diesmal die Zeremonie zur Wahl des deutschen Staatsoberhauptes, die im Vordergrund steht. Vor knapp zwei Jahren gab es noch höchste Spannung, als sich Wulff als bürgerlicher Kandidat und Gauck als Favorit von SPD und Grünen ein packendes Duell lieferten und Wulff erst im dritten Wahlgang mit einfacher Mehrheit gewählt wurde.

Nach dem unrühmlichen Abgang des einstigen Konkurrenten und Siegers Wulff steht nun Gauck als Nachfolger fest, nachdem sich die Liberalen in einer spektakulären Aktion für den Bürgerrechtler entschieden und damit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) brüskierten, die einen eigenen Kandidaten auf den Schild heben wollte - den Nachhaltigkeits-Politiker Klaus Töpfer oder vielleicht den früheren evangelischen Bischof Wolfgang Huber. Das Gauck-Manöver von FDP-Chef Philipp Rösler gelang, auch wenn die schwarz-gelbe Koalition deswegen vorübergehend kurz vor dem Scheitern stand.

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