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Bundestagswahl 2013 Wenige Kandidaten mit Migrationshintergrund

Nicht einmal vier Prozent der Parlamentskandidaten haben einen sogenannten Migrationshintergrund. Demnach dürften Einwanderer im Bundestag auch nach der Wahl im September deutlich unterrepräsentiert bleiben.

Wohin die meisten Deutschen auswandern
Platz 10: NiederlandeGay Pride in Amsterdam - in der holländischen Stadt lebt es sich locker und fröhlich: 3 466 deutsche Staatsbürger sind im Jahr 2010 ins Nachbarland ausgewandert. (Quelle: Statistisches Jahrbuch 2012) Quelle: dapd
Platz 9: AustralienDas Business-Viertel in Sydney - 3 662 Deutsche haben 2010 in Down Under den Neustart gewagt. Quelle: REUTERS
Platz 8: Türkei2010 sind 4 735 Deutsche in die Türkei ausgewandert. Viele lassen sich in Istanbul (im Bild) nieder, unter ihnen befinden sich auch viele Deutsch-Türken. Quelle: REUTERS
Platz 7: FrankreichAn der Seine und anderswo im schönen Frankreich leben seit 2010 ungefähr 6 559 deutsche Staatsbürger zusätzlich. Quelle: dapd
Platz 6: SpanienVon Madrid ist es nur noch ein Katzensprung zum Himmel, so ein Sprichwort aus der spanischen Hauptstadt. Trotz der schweren Staatsschuldenkrise sind 6 709 Deutsche davon überzeugt - und leben seit 2010 in Spanien. Quelle: REUTERS
Platz 5: Vereinigtes KönigreichDie City von London, eines der großen Finanzzentren der Welt, zieht viele Deutsche an: zum arbeiten, studieren, leben. Seit 2010 sind 8 530 Personen mit deutschen Pass, die sich auf den britischen Inseln niedergelassen haben. Quelle: REUTERS
Platz 4: Polen Nicht nur die Stadien sind in Polen toll, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung machen den einstigen Ostblock-Staat sehr attraktiv. Die Deutsche haben das längst gemerkt: 9 434 leben seit 2010 an der Weichsel. Quelle: dpa

Das geht aus Recherchen des Mediendienstes Integration hervor, die der Deutschen Presseagentur (dpa) in Berlin vorliegen. Danach haben noch nicht einmal vier Prozent der Parlamentskandidaten einen sogenannten Migrationshintergrund. Der Anteil an der deutschen Bevölkerung liegt jedoch bei über 18 Prozent.
Der Mediendienst Integration hat die Kandidatenlisten von CDU, CSU, SPD, FDP, Linken, Grünen und Piraten ausgewertet. Dabei kam er auf lediglich 81 Bewerber mit ausländischen Wurzeln: 23 - also die meisten - bei den Grünen, gerade einmal sechs bei CDU und CSU. Bezogen auf die durchschnittlich 2200 Kandidaten bei den vergangenen Bundestagswahlen bedeutet dies eine Quote von 3,7 Prozent.

Auch regional gibt es große Unterschiede: In Baden-Württemberg wurden 18 Bewerber aus Zuwandererfamilien registriert; in Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fand sich kein einziger. Nach Berechnungen des Mediendienstes haben die meisten von ihnen aber ohnehin nur geringe Chancen auf den Einzug ins Parlament. Über aussichtsreiche Listenplätze verfügten allenfalls 15 bis 20 Kandidaten.
Mit seiner Aufstellung erhebt der Mediendienst allerdings ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil nicht alle Landesparteien Auskunft über den Migrationshintergrund der Kandidaten gaben und ein Teil der Ergebnisse deshalb auf Eigenrecherchen beruht. Zudem lag bei der Erhebung in den Monaten April bis Juni eine von insgesamt 96 Landeslisten noch nicht vor.

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