These 33 Meine Daten gehören mir

Big Data schafft innovative Geschäfte – aber bedroht die Privatsphäre der Menschen. Wir brauchen ein digitales Cockpit, mit dem jeder Herr seiner Daten wird.

Die größten Mythen zur IT-Sicherheit
Mythos: Das Internet ist so unendlich groß. Niemand wird gerade mich angreifen. Quelle: dpa
Mythos: Ich besitze überhaupt keine wertvollen digitalen Informationen. Quelle: dpa
Mythos: Um die Sicherheit kümmere ich mich dann, wenn mich einer versucht anzugreifen. Quelle: dpa
Mythos: AV und Firewall genügen dann aber auch, um meinen Computer sicher zu machen. Quelle: dapd
Mythos: Ich habe die kritischen Daten auf meiner Festplatte gelöscht - nun sind sie weg. Quelle: dpa
Mythos: Gefährliche Websites lassen sich direkt erkennen. Quelle: Fraunhofer SIT
Mythos: Ich bekomme es mit, wenn mein Computer infiziert oder unterwandert wurde. Quelle: REUTERS

Die besten Spione sind inzwischen Maschinen. Der Roboter Roomba etwa: In Millionen Haushalten saugt er Staub. Aber wie der Hersteller iRobot vor Kurzem verriet, soll Roomba bald auch Daten saugen: die Baupläne von Millionen Wohnungen. iRobot will die Karten an Amazon, Apple oder Google verkaufen, etwa für Dienste im vernetzten Heim.

Immer mehr Geräte in unserem Alltag sammeln Informationen über uns. Gut so, sagt die CDU, denn Big Data schaffe neue Geschäftsmodelle: Apps, die den Arzt ersetzen; Sensoren, die Maschinen überwachen. Nicht mit uns, sagen die Grünen und fordern Datensparsamkeit, um das Recht auf Privatsphäre zu schützen.

Für eine Debatte darüber, welche Daten gesammelt werden und was damit geschehen soll, ist es höchste Zeit. Denn neue Technologien können nicht nur Staus vorhersagen oder Krebszellen aufspüren, sondern den Menschen auch gläsern machen: Unsere Sprache verrät spezieller Software, ob wir depressiv sind. Herzschrittmacher offenbaren, wann wir im Schlaf waren und wann aufgeregt. Ein Gericht in den USA will damit gerade einen mutmaßlichen Versicherungsbetrüger überführen, dessen Haus in Flammen aufging.

Zu diesen Antivirenprogrammen rät die Stiftung Warentest

Wer darf was über uns wissen? Verbraucher sollten das mitentscheiden – und einen Überblick bekommen, was mit ihren Daten passiert. Möglich machen könnte das eine zentrale Plattform, ein Dashboard für den Datenschutz. Start-ups wie Digi.me oder Citizenme arbeiten daran. Und an der Uni Leipzig bauen Forscher eine Datenschranke, die sich senkt, wenn ein Unternehmen zu viel über uns wissen will.

Von diesen Antivirenprogrammen rät die Stiftung Warentest ab (03.2017)

Eine solche Plattform zur Pflicht zu machen brächte den Datenschutz voran, ohne neue Geschäftsideen zu behindern. Für Verbraucher würde erstmals transparent, wem sie welche Zugriffsrechte geben und was mit ihren Daten passiert. Mit wenigen Klicks könnten sie Einstellungen ändern – dass etwa kein Unternehmen ihr Alter erfährt, sofern es das nicht unbedingt wissen muss. Nutzer könnten freigegebene Daten nachträglich löschen. Und sogar Daten verkaufen, für die sich Unternehmen interessieren.

Auch Unternehmen würden profitieren, weil die Verarbeitung der Daten rechtssicher geregelt wäre. Wenn Roomba dann Räume scannen will, muss er einfach nur höflich um Erlaubnis bitten.

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