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Bundestagswahl 2021 Vorläufiges amtliches Endergebnis und Koalitionsrechner

Bundestagswahl 2021: Vorläufiges amtliches Endergebnis Quelle: imago images

Die SPD hat ihren Vorsprung aus den Umfragen über die Ziellinie gerettet und ist nun stärkste Kraft im Bund. Doch das Abschneiden der übrigen Parteien macht die Regierungsbildung kompliziert. Das sind die Wahlergebnisse.

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Welche Partei ist aktuell die stärkste Kraft in Deutschland

Nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses der Bundestagswahl 2021 ist das Rennen um die Kanzlerschaft weiterhin spannend. Das vorläufige amtliche Endergebnis zeigt, welche Partei führt, wie es um die einzelnen Parteien steht, die Differenz zu den Ergebnissen der Bundestagswahl 2017 sowie die Gewinner und Verlierer auf einen Blick.

Nach 16 Jahren Kanzlerin Angela Merkel fällt die CDU/CSU mit Armin Laschet auf ein Rekordtief von 24,1 Prozent (2017: 32,9 Prozent). Die Sozialdemokraten sind mit Olaf Scholz nach dem vorläufigen Ergebnis stärkste Partei mit 25,7 Prozent (20,5 Prozent). Was beide Parteien planen: eine Koalition mit den Grünen und der FDP. Diese müssen sich aber erst einmal untereinander einig werden. Dabei holen die Grünen mit der Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ihr bislang stärkstes Ergebnis mit 14,8 Prozent (8,9 Prozent). Bei der FDP tritt ebenfalls eine Verbesserung auf: Sie schaffen 11,5 Prozent (10,7 Prozent).

Prozentuale Stimmenverteilung

Knapp halbiert hat sich die Linke: Sie rutscht ab auf 4,9 Prozent (9,2 Prozent). Die AfD hat auch an Zustimmung verloren, denn sie erreicht nur noch 10,3 Prozent (12,6 Prozent). Allerdings ist sie in Sachsen und Thüringen stärkste Partei geworden. In beiden Bundesländern steht sie unter Beobachtung des Landesverfassungsschutzes.

Welche Koalitionen wären möglich?

Der Koalitionsrechner zeigt die nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis möglichen Koalitionen für eine neue Bundesregierung. Für die absolute Mehrheit werden 300 Sitze im Bundestag benötigt. Diese Parteien könnten eine Koalition bilden.

In den Feldern unter dem Koalitionsrechner können Sie die einzelnen Parteien ankreuzen. Sobald eine Parteien-Kombination auf mehr als 300 Sitze kommt, wäre eine Koalition rein faktisch möglich.

Vor allem der SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz reklamiert seinen Anspruch auf den Sitz Angela Merkels (CDU), da die Wähler klar die SPD gestärkt hätten: „Sie haben entschieden, dass die Sozialdemokratische Partei bei allen Balken nach oben geht - und das ist ein großer Erfolg.“ Dennoch beansprucht auch Laschet den Auftrag zur Regierungsbildung für sich: „Wir werden alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden.“ Er deutete hier auf die Koalition mit der FDP und den Grünen hin, was aber nur mit einer großen Kraftanstrengung aller Demokratinnen und Demokraten erreichbar sei.

Dadurch befinden sich nun die Grünen und die FDP in der Rolle der Königsmacher, denn zusammen können sie sowohl eine Koalition unter einer SPD- als auch einer CDU/CSU-Führung eingehen. Lesen Sie hier den ganzen Kommentar, warum die Liberalen und Grünen die mächtigen Kurfürsten in diesem Land sind.

Zuvor hatten sich FDP-Chef Christian Lindner und der Co-Vorsitzende der Grünen Robert Habeck verabredet, um sich „zu gegebener Zeit“ auszutauschen. Warum sie sich vorab schon verständigen? Damit die beiden kleineren Parteien nicht von den Großen gegeneinander ausgespielt werden, wenn es um die Sondierungen geht. Welche Ziele die beiden Parteien dabei nicht aus den Augen verlieren dürfen, lesen Sie hier.

Durch das schlechte Abschneiden der Linken ist das Bündnis aus Rot-Grün-Rot nicht mehr möglich. Lesen Sie hier den Kommentar zum Tod des Gespenstes des Linksbündnisses. Gerade die Wirtschaft dürfte das freuen. Beim WiWo-Talk am Wahlabend zeigten sich sowohl die Unternehmerin Sabine Herold vom Klebstoffspezialisten Delo erleichtert, als auch der ehemalige Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld. Zwar ist Feld der Meinung, dass bei jeder denkbaren Koalition ein Element dabei sei, das einem Ökonom nicht so zusagen würde, aber dennoch die beiden realistischen Koalitionen Jamaika oder Ampel ein gutes Ergebnis für den Standort Deutschland sei: „Ob Ampel oder Jamaika, das ist nicht so ein großer Unterschied – auch, wenn das auf den ersten Blick so scheinen mag.“

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Der WiWo-Check von Max Haerder, Cordula Tutt und Sophie Crocoll zeigt da aber, dass es Unterschiede gibt: Die Jamaika-Koalition aus Union, Grüne und FDP dürfte steuerpolitisch direkt auf die schnelle Abschaffung des Solidaritätszuschlags abzielen. Bei der Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP würde der Soli wegfallen, es gäbe keine Vermögenssteuer, aber um Investitionen in Klima sowie Bildung und um die Schuldenbremse solle sich später gekümmert werden.

Mehr zum Thema: Die vollständige Analyse zu den Koalitionsoptionen lesen Sie hier: Was die Koalitionsoptionen wirtschaftspolitisch bedeuten. Und wer es noch genauer wissen möchte, für den lohnt sich womöglich ein ökonomisch versierter Blick auf die Wahlprogramme. Für die WirtschaftsWoche haben vor der Wahl fünf Topökonominnen und -ökonomen die Programme durchleuchtet. Welche Partei verfügt über das wirtschaftspolitisch ambitionierteste Konzept und die klügsten Vorstöße für Deutschland? Die Analyse lesen Sie hier.

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