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Bundestagswahl 2025So reagiert die Wirtschaft auf das Wahlergebnis

Wirtschaftsvertreter reagieren auf die Ergebnisse der Bundestagwahlen. Einig sind sie sich vor allem in einem Punkt: Es braucht jetzt schnelle Koalitionsverhandlungen. Die Reaktionen im Überblick. 26.02.2025 - 11:45 Uhr

Stimmzettel für die Bundestagswahl werden im Stuttgart ausgezählt.

Foto: Bernd Weißbrod/dpa

In der wohl größten Wirtschaftskrise seit der Wiedervereinigung steht Bundeskanzler in spe Friedrich Merz vor einer Mammutaufgabe. Wie auch immer die künftige Regierungskoalition aussehen wird: Die Probleme, an denen die Ampel-Regierung zerbrach, sind nicht weg.

Wirtschaftswachstum zu schaffen, die grüne Transformation sozialverträglich umzusetzen und die durch Russland heraufbeschworene sicherheitspolitische Herausforderung anzunehmen, sei „ein gewaltiges Paket“ für die künftige Regierung, meint der Top-Ökonom und Chef des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW, Achim Wambach.

Weitere Reaktionen aus der Wirtschaft lesen Sie hier im Überblick:

Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)

Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), sieht nach der Bundestagswahl die Stunde gekommen, bisherige Blockaden aufzulösen und einen gemeinsamen Weg aus der Wirtschaftskrise zu finden. „Viele Rückmeldungen aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen machen deutlich: Insbesondere auf dem Feld der Wirtschaftspolitik sind jetzt dringend wichtige Weichenstellungen erforderlich. Dieser Kurswechsel ist überfällig“, sagte Adrian. Angesichts der fortdauernden Rezession dränge die Zeit. „Die Wirtschaft setzt auf eine möglichst zügige Regierungsbildung. Die Unternehmen in Deutschland erwarten einen Reformkurs für mehr Investitionen und bessere Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“, heißt es vom DIHK-Präsidenten.

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Das Wahlergebnis zeige zwar einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung bei der Union, zugleich mache es diese zu einer echten Herausforderung, heißt es aus dem Zentralverband des Deutschen Handwerks. „Doch genau das bedeutet Verantwortung. Es ist keine Zeit zum Taktieren: Die für eine Regierungsbildung in Frage kommenden Parteien müssen unverzüglich vom Wahlkampfmodus mit seinen inhaltlichen Abgrenzungen auf einen Regierungsbildungsmodus umschalten, vom Betonen politischer Unterschiede hin zum Finden tragfähiger Kompromisse“, sagte Jörg Dittrich, Präsident des ZDH.

Welche Erwartungen deutsche Unternehmen aus verschiedenen Branchen an eine neue Bundesregierung haben, lesen Sie hier:

Bundestagswahl 2025

So reagiert die Wirtschaft auf das Wahlergebnis

Wirtschaftsvertreter reagieren auf die Ergebnisse der Bundestagwahlen. Einig sind sie sich vor allem in einem Punkt. Die Reaktionen im Überblick.

Michael Hüther, Direktor Institut der Deutschen Wirtschaft (IW)

Nach der Bundestagswahl müssen die Parteien jetzt schnell Stabilität schaffen, schreibt IW-Chef Michael Hüther auf der Karriereplattform Linkedin. „Eine Zweierkoalition ist möglich, die erwartbaren Schwierigkeiten eines Bündnisses der Union mit zwei weiteren Parteien können vermieden werden. Wenn denn alle mitspielen: Gerade die Wahlverliererin SPD wird jetzt über ihren Schatten springen müssen“, schreibt Hüther. „Wir haben keine Wahl – Deutschland braucht Stabilität, Deutschland braucht schnell eine handlungsfähige Bundesregierung mit der Bereitschaft zu den gebotenen Reformen.“ Die deutsche Industrie befinde sich bereits im achten Jahr der Rezession – aus strukturellen Gründen: Der Standort verfällt, weil der Staat seine Kernaufgaben nicht mehr erfüllt, weil in den guten Jahren Steuereinnahmen verprasst sein worden, statt die Probleme anzugehen. Nun dränge die Zeit.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI)

„Wir brauchen jetzt schnell eine handlungsfähige Regierung mit klarem Wirtschaftskurs“, kommentiert BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen das Ergebnis der Bundestagswahl. „Angesichts zahlreicher Herausforderungen, von der geo- und sicherheitspolitischen Lage über Haushaltsfragen bis hin zur Infrastruktur, drängt die Zeit.“ Daher sei Pragmatismus gefragt. Auch in der Gesundheitspolitik, die laut Joachimsen im Wahlkampf keine Rolle gespielt hat, brauche es einen deutlichen Kurswechsel.„Die Herausforderungen sind groß: Aktuell leben wir in einem schlecht organisierten, von Fehlsteuerungen geprägten Gesundheitssystem. Wir leisten uns, gemessen am BIP, die weltweit zweithöchsten Ausgaben für Gesundheit und haben gleichzeitig unterdurchschnittliche Ergebnisse", so der BPI-Chef.

Schneller schlau: Rezession
Der Begriff Rezession bedeutet Rückgang und stammt aus dem Lateinischen. Es handelt sich um eine Rezession, wenn die Wirtschaft nicht wächst, sondern schrumpft – sich also in einem Abschwung beziehungsweise Rückgang befindet. Für die Bemessung der Konjunktur dient das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Offiziell tritt eine sogenannte technische Rezession ein, wenn das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresquartalen nicht wächst, sondern zurückgeht.Die Rezession ist eine der vier Phasen, die der Konjunkturzyklus einer Volkswirtschaft durchlaufen kann. Sie folgt auf die Phase der Hochkonjunktur und kann im schlimmsten Fall in eine Depression übergehen. Auf eine Depression folgt dann früher oder später ein Aufschwung.
Eine Rezession zeichnet sich durch unterschiedliche Merkmale aus. Dazu gehören unter anderem:Rückgang der Nachfrageüberfüllte LagerAbbau von Überstunden und beginnende KurzarbeitEntlassung von Arbeitskräftenausbleibende Investitionenteilweise Stilllegung von Produktionsanlagenstagnierende oder sinkende Preise, Löhne und Zinsenfallende Börsenkurse
Zu den Ursachen einer Rezession gehören unterschiedliche Punkte, die sich nur schwerlich verallgemeinern lassen. Aktuell wirkt sich etwa der Krieg in der Ukraine erheblich auf die Konjunktur in Europa und den USA aus.
In einer Rezession halten Unternehmen und private Haushalte ihr Geld in der Regel beisammen. Zu den Folgen einer Rezession zählen steigende Arbeitslosenzahlen, außerdem arbeiten mehr Menschen in Kurzarbeit. Beides führt zu geringerer Nachfrage. Denn wenn die Bürger weniger Geld verdienen, konsumieren sie auch weniger. Dies ist wiederum schlecht für Unternehmen, die dadurch weniger verkaufen und auf ihren Lagerbeständen sitzen bleiben. Die fehlenden Einnahmen können zu weiteren Entlassungen führen, sodass die Arbeitslosigkeit weiter steigt.Auch Menschen, die auf der Suche nach einem neuen Job sind, stehen in einer Rezession vor Problemen. Denn wer sich um eine neue Stelle bewirbt, dürfte während einer Rezession Schwierigkeiten haben eine entsprechende Stelle zu finden – denn geht es Unternehmen wirtschaftlich schlechter, stoppen sie Neueinstellungen.
Durch eine steigende Inflation sinkt die Kaufkraft der Menschen. Durch eine sinkende Kaufkraft sinkt wiederum die Konsumbereitschaft der Menschen, da sie ihr Geld beisammen halten, statt es für Waren und Güter auszugeben.

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK)

Der ZDK mahnte eine schnelle Regierungsbildung an. Das drängendste Problem aus Sicht des Kfz-Gewerbes ist, den Absatz von Elektroautos anzukurbeln – durch die Wiedereinführung staatlicher Kaufprämien, den Ausbau der Ladeinfrastruktur und günstigere Ladestrompreise. „Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dann muss die Politik jetzt zielgerechte Maßnahmen ergreifen, um den Wechsel zur E-Mobilität für Verbraucherinnen und Verbraucher sinnvoll und praktikabel zu gestalten“, forderte ZDK-Präsident Arne Joswig.

Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)

Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, sagte in Berlin zu WirtschaftsWoche-Chefredakteur Horst von Buttlar: „Wir werden lang warten müssen. Aber das Ergebnis ändert auch nichts daran, was wir seit Wochen sagen. Wir brauchen eine stabile Regierung. Wir brauchen Klarheit für die Wirtschaft, weil die Welt um uns herum nicht schläft.“ Die Parteien seien jetzt aufgefordert, relativ schnell „ins Handeln zu kommen“. Gönner appellierte an die Parteien der Mitte: „sich Gedanken darüber zu machen, welchen Teil sie beitragen sollten zur Stabilität. Das gilt für alle, die da sind. Und dann hoffe ich, dass die Parteien der Mitte wissen, welche Aufgabe sie haben.“ Das beste Signal wären wirklich schnelle und zügige Ergebnisse einer Koalitionsvereinbarung, so die BDI-Chefin.

Der BDI-Präsident Peter Leibinger stößt ins gleiche Horn. Die deutsche Wirtschaft brauche sehr schnell eine handlungsfähige Bundesregierung mit stabiler Mehrheit in der demokratischen Mitte. ). „Der Entscheidungs- und Handlungsstau in vielen für die Wirtschaft existenziellen Fragen wie etwa des Bürokratierückbaus, staatlichen Investitionen, der Energieversorgung und der Sicherheitspolitik gehört dringend aufgelöst“, sagt Leibinger.

Wirtschaftsweise Monika Schnitzer

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer fordert eine schnelle Regierungsbildung nach der Bundestagswahl. „Oberste Priorität sollte eine rasche Regierungsbildung haben, um eine Führungsrolle in Europa übernehmen zu können“, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates Wirtschaft am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump und dessen Vize JD Vance hätten deutlich gemacht, dass sich Deutschland und Europa im militärischen Ernstfall nicht mehr auf eine Unterstützung durch die USA verlassen könnten. „Man kann nur hoffen, dass man sich angesichts der sicherheits- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen rasch und konstruktiv auf einen Koalitionsvertrag einigt, der das Land nach vorne bringt.“

Erste Aufgabe der neuen Bundesregierung müsse es sein, in Abstimmung mit den europäischen Nachbarn die Verteidigungsfähigkeit massiv zu stärken. Dafür müssten die Verteidigungsausgaben schnell, deutlich und dauerhaft erhöht werden. „Ich rechne damit, dass die neue Regierung dazu ein weiteres Sondervermögen Verteidigung einrichten wird, wenn sie die dafür notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen kann“, sagte die Ökonomin. „Das ist aber keine Dauerlösung.“

Um die Ausgabenbedarfe für zukunftsorientierte Ausgaben langfristig abzusichern, sei es besser, die Schuldenbremse insgesamt stabilitätsorientiert zu reformieren und dabei die Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Bildung verbindlich zu verstetigen. Das habe der Sachverständigenrat so vorgeschlagen. „Eine solche Verbindlichkeit wäre extrem wichtig, weil sonst Spielräume geschaffen werden, die für Wahlgeschenke genutzt werden könnten, wie zum Beispiel die Fixierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent, die Erhöhung der Mütterrente und die Senkung der Mehrwertsteuer für Gastronomie und Lebensmittel“, warnte die Wirtschaftsweise. „Das sind alles Maßnahmen, die kaum Wachstum bringen werden und verteilungspolitisch fragwürdig sind.“

Dringend notwendig hingegen wären Reformen des Sozialversicherungssystems: Rente, Pflege und Krankenversicherung. „Deren Kosten werden sonst sehr bald völlig aus dem Ruder laufen und uns zu weiteren Erhöhungen der Sozialversicherungsbeiträge oder zu Zuschüssen aus dem Staatshaushalt zwingen“, sagte Schnitzer. „Das können wir uns nicht mehr leisten.“

Angesichts der Wahlprogramme sei sie aber wenig zuversichtlich, dass es zu solchen Reformen kommen werde. „Man kann nur hoffen, dass es durch die aktuellen Entwicklungen ein Umdenken geben wird“, sagte Schnitzer.

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände

Steffen Kampeter sagt am Sonntagabend im Gespräch mit WirtschaftsWoche-Chefredakteur Horst von Buttlar in Berlin, dass er fürchtet, dass „die Arbeit aus Deutschland flutscht“, wenn die Regierung nicht schnell ein Signal an die Unternehmen sendet.
Der Vorschlag des Geschäftsführers der Arbeitgebervereinigung (BDA): Abschaffung des Lieferkettengesetzes und Halbierung der Berichtspflichten. Das koste nichts und sei auch ohne Zustimmung des Bundesrats zu machen – und daher besonders schnell zu erledigen.

Arbeitgeber zur Bundestagswahl

„Ansonsten flutscht uns die Arbeit aus Deutschland raus“

Unternehmen brauchen von der künftigen Regierung ein schnelles Signal, dass sie entlastet werden – vor allem bei Berichtspflichten. Das fordert BDA-Geschäftsführer Steffen Kampeter.

von Horst von Buttlar

ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Friedrich Heinemann leitet den Forschungsbereich Öffentliche Finanzen am ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und sieht keine großen Übereinstimmungen unter den möglichen Regierungsmitgliedern. „Ich rechne mit einer Koalition, in der sich zwei Parteien gegenseitig ausbremsen“, betont der Ökonom im Interview mit der WirtschaftsWoche. Der Wegfall der FDP als klassische Partei der Selbstständigen könne die wirtschaftspolitische Kompetenz des Parlaments verändern.

Dennoch fordert Heinemann von der kommenden Regierung eine Reform der Schuldenbremse, denn diese habe die Handlungsfähigkeit der Scholz-Regierung gelähmt. Deutschland brauche nun dringend große Investitionsprogramme, vorrangig in der Verteidigung, weil es hier um existenzielle Fragen gehe. „So könnte die Wirtschaft von einem Verteidigungsboom profitieren – so traurig das auch klingen mag“.

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„Ich rechne mit einer Koalition, in der sich zwei Parteien gegenseitig ausbremsen“

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von Angelika Melcher

IG Metall

Die Gewerkschaft IG Metall drängt angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland auf eine schnelle Regierungsbildung. Es bestehe hoher Zeitdruck, um Beschäftigten und Wirtschaft eine klare Perspektive zu geben. „Die Industrie und die Beschäftigten können nicht Monate auf klare Perspektiven warte. Sie brauchen jetzt so schnell wie möglich konkrete Zusagen“, sagte Christiane Benner, Erste Vorsitzende der größten deutschen Gewerkschaft. Aus Sicht der IG Metall müssten besonders wettbewerbsfähige Energiekosten, der Hochlauf der Elektromobilität und umfassende Investitionen in Bildung, Straßen, Schienen und Digitalisierung im Mittelpunkt der Vorhaben einer neuen Bundesregierung stehen. Vielen Industrieunternehmen stehe das Wasser bis zum Hals.

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Außen- und Großhandelsverband (BGA)

Der Außen- und Großhandelsverband BGA fordert eine nationale Kraftanstrengung, um die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. „Wir alle, auch der deutsche Mittelstand, müssen hier einen Beitrag leisten“, sagte BGA-Präsident Dirk Jandura der Nachrichtenagentur Reuters. Auch mit Blick auf die internationale Lage bedürfe es einer handlungsfähigen und handlungswilligen Bundesregierung. „Der Gegenwind aus den USA ist stärker geworden – darauf müssen wir reagieren“, sagte Jandura. Um im Handelskonflikt mit den USA und China zu bestehen, „müssen wir geschlossen und mit deutlicher Stimme auftreten“. Notwendig sei eine klare Haltung für offene Handelswege und neue Freihandelsabkommen. „Für ewiges Zaudern fehlt uns die Zeit, denn die Welt da draußen wartet nicht auf uns“, sagte der BGA-Präsident.

Deutscher Mittelstands-Bund (DMB)

„Die Erwartungen an eine aller Voraussicht nach unionsgeführte Bundesregierung sind hoch“, sagte der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bunds (DMB), Marc Tenbieg. „Diese steht vor der Aufgabe, die deutsche Volkswirtschaft aus einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte zu führen.“ Im Wahlprogramm von CDU/CSU fänden sich die meisten mittelstandsfreundlichen Ansätze aller Parteien. Aber um diese umsetzen zu können, brauche es eine handlungsfähige und vor allem stabile Koalition. „Ein erneutes Gegeneinander der Regierungsparteien kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht erlauben“, sagte Tenbieg. „Der Mittelstand benötigt Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Dazu zählten insbesondere ein spürbarer Bürokratieabbau, eine bezahlbare Energieversorgung sowie eine Reduzierung der Unternehmensbesteuerung und gezielte Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Das könne nur ein pragmatisches Bündnis der Mitte-Parteien realisieren. In den Koalitionsverhandlungen unter den demokratischen Parteien dürfe es nicht um Sympathien gehen, sondern darum, die beste Lösung für den Wirtschaftsstandort zu finden – und das am besten schnell, sagte Tenbieg.

Verband „Die Familienunternehmer“

Die deutsche Wirtschaft sieht im Ausgang der Bundestagswahl einen klaren Auftrag für einen Kurswechsel. „Das Ergebnis zeigt: Es gibt ein klares Mandat an Union und Friedrich Merz, den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands endlich umzukehren“, sagte die Präsidentin des Verbandes „Die Familienunternehmer“, Marie-Christine Ostermann, am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. „Dafür braucht es dringend eine bessere Wirtschaftspolitik und Reformen.“

Die deutsche Wirtschaft stecke nicht in einer Konjunkturdelle, sagte sie angesichts von zwei Rezessionsjahren in Folge. „Wir haben eine strukturelle Wirtschaftskrise.“ Der Standort Deutschland sei in Gänze nicht mehr wettbewerbsfähig. Es gehe um die Überlebensfrage für Tausende Unternehmen und deren Arbeitsplätze.

Mehr zur Bundestagswahl 2025 lesen Sie hier:

dpa, rtr
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