Bundestagswahl Deutschlands Politiker müssen mehr ins Netz

Die Bedeutung des Internets wächst auch im bevorstehenden Wahlkampf. Dementsprechend sind deutsch Politiker immer häufiger online. Im Vergleich zu den USA wirken ihre Bemühungen aber äußerst bescheiden.

Die einflussreichsten Politiker im Internet
Platz 10Der Dienstleister Klout misst den Einfluss von Personen in sozialen Netzwerken auf einer Skala von 1 bis 100. Fabio Reinhardt (Piraten) landet bei Position 69. Quelle: Trockennasenaffe
Platz 9Auch der Bundesumweltminister Peter Altmeier (CDU) liegt auf der Skala bei 69. Quelle: dpa
Platz 8Christopher Lauer (Piraten) hier mit Andreas Baum erhält 70 Punkte auf der Skala. Quelle: dpa
Platz 7Ebenfalls bei den Piraten ist der Musiker und Politiker Bruno Kramm. Auf der Klout-Skala landet er bei 71 Punkten. Quelle: Lilly_M
Platz 6Hubertus Heil, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, landet bei einem Wert von 73. Quelle: dpa
Platz 5Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, ist ebenfalls viel im Netz unterwegs. Er landet bei einem Wert von 74. Quelle: dapd
Platz 4In der SPD kräftig umstritten ist der Schleswig-Holsteiner Ralf Stegner. In den sozialen Netzwerken macht er seinen Einfluss auf jeden Fall geltend. Er liegt bei 76 Punkten. Quelle: AP
Platz 3Der gebürtige Bremer Johannes Kahrs (SPD) ist heute als Politiker in Hamburg aktiv und Mitglied des Deutschen Bundestages. Er gilt als einer der einflussreichsten Politiker im Netz. Er landet bei 77 Punkten. Quelle: dpa
Platz 2Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) erhält 80 Punkte und landet auf Platz 2. Quelle: dpa
Platz 1Piratin Marina Weisband ist zwar nicht mehr an der Piratenspitze aktiv, doch ihr Einfluss bleibt ungebrochen. 81 Punkte erhält die Münsteranerin im Klout-Ranking. Quelle: dapd

Die Bundestagswahl im kommenden Herbst wird so stark vom Internet beeinflusst werden wie keine zuvor. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom, die in Berlin vorgestellt wurde. Während sich vor vier Jahren nur 45 Prozent der Deutschen im Internet über Politik informierten, sind es den Angaben zufolge jetzt bereits 60 Prozent. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 80 Prozent.

Übertroffen wird diese Zahl nur noch vom Fernsehen, das noch immer von 90 Prozent der Jüngeren als politisches Informationsmedium genutzt wird. Und auch bei den Websites, die für politische Themen genutzt werden, dominieren mit weitem Abstand die Angebote von klassischen Medien wie Fernsehsendern, Zeitungen und Zeitschriften.

Politiker und das Web 2.0
Von Boetticher Quelle: dpa
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Doch schon jeder Dritte informiert sich auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter über Politik. Folglich unterstützen auch 37 Prozent der Befragten die These, entscheidend für den Wahlausgang werde sein, wie die Parteien das Internet im Wahlkampf nutzen. Bitkom-Präsident Dieter Kempf will zwar nicht ganz so weit gehen, meint aber: „Die Online-Kampagnen könnten für die Parteien zum Zünglein an der Waage werden.“ Forsa hatte 1000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger im Alter ab 18 Jahren befragt.

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Die Bedeutung der Online-Welt scheint von der Politik bereits erkannt. Der Studie zufolge haben 86 Prozent der Bundestagsabgeordneten mindestens ein Profil in Sozialen Medien. Die meisten Anhänger versammelt dabei die Kanzlerin hinter sich: Angela Merkel (CDU) hat bei den verschiedenen Online-Netzwerken insgesamt mehr als 245.000 Follower oder Fans. Mit jeweils kaum mehr als 43.000 Anhängern folgen abgeschlagen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Gemessen an den mehr als 60 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland ist aber auch die Zahl der Merkel-Fans im Netz eher bescheiden. US-Präsident Barack Obama hat bei Facebook mehr als 35 Millionen Fans und bei Twitter rund 31 Millionen.

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